Dienstag, 18.05.2010

Meinungen zum Fall Ribery

Eine Mammut-Aufgabe für Altintop

Vier Wochen lang kämpfte der FC Bayern München um Franck Ribery - ohne Erfolg. Der Franzose wird im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand am kommenden Samstag nicht dabei sein. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies die Berufung der Münchner zurück.

Hamit Altintop (l.) soll für den gesperrten Franck Ribery gegen Inter Mailand einspringen
© Getty
Hamit Altintop (l.) soll für den gesperrten Franck Ribery gegen Inter Mailand einspringen

Die Entscheidung der UEFA ist damit endgültig rechtskräftig: Ribery bleibt für drei Spiele gesperrt. Eine Schwächung für die Bayern im Finale gegen Inter? Und ist das Urteil überhaupt zu akzeptieren?

Das sagen die Bayern

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: "Es war ein sehr ausführlicher und fairer Prozess, der fast drei Stunden gedauert hat. Das Ergebnis ist bekannt. Wir haben dies zur Kenntnis zu nehmen. Wir haben in allen drei Instanzen extrem die Interessen des FC Bayern vertreten und werden nicht den Fehler machen, dieses Urteil polemisch oder kritisch zu sehen. Wir werden auch nicht lamentieren. Ribery war nach der Entscheidung sehr traurig und enttäuscht gewesen, aber er hat sich bei uns bedankt, dass der Verein so um ihn gekämpft hat. Wir werden jetzt Gespräche über eine Vertragsverlängerung führen. Ich sehe das sehr optimistisch. Franck weiß, welche Qualität und Loyalität diese Bayern-Familie hat."

Philipp Lahm: "Natürlich hätten wir Franck gerne dabei gehabt. Aber wir haben auch ohne ihn gute Spiele abgeliefert und zum Beispiel in Lyon gezeigt, dass wir seinen Ausfall kompensieren können."

Bastian Schweinsteiger: "Da Hamit sehr gut drauf ist, habe ich keine großen Befürchtungen. Wir haben vollstes Vertrauen in ihn."

Arjen Robben: "Hamit hat bewiesen, dass er es kann. Er hat in Lyon ein super Spiel gemacht, kann für die Mannschaft ebenfalls sehr wichtig sein."

Ivica Olic: "Franck wird uns fehlen. Er kann ein Spiel allein entscheiden, gehört zu den besten fünf Spielern der Welt."

Das sagt SPOX

Kommentar von Thomas Gaber

Thomas Gaber
Thomas Gaber

Franck Ribery fehlt im Champions-League-Finale. Endgültig. Eine Schwächung für den FC Bayern. Lange Zeit stand Ribery in dieser Saison im Schatten von Arjen Robben, seinem Pendant auf der rechten Seite. Doch Ribery ist rechtzeitig in Form gekommen. Er hat in Florenz (van Bommels Anschlusstor zum 1:2) und in Manchester (Robbens 2:3) wichtige Tore vorbereitet, im Hinspiel gegen United mit seinem Freistoßtor die Wende eingeleitet. Sein Auftritt im DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen war beeindruckend. Hamit Altintop wird Ribery im Finale vertreten. Der Türke wurde schon zweimal ins kalte Wasser geworfen und konnte gegen Manchester als Robben-Ersatz und in Lyon überzeugen. In Madrid muss er sich mit Inters Maicon auseinandersetzen - eine Mammut-Aufgabe.

Das Urteil von UEFA und CAS infragezustellen ist gerechtfertigt, die Diskussion letztlich aber müßig. Die Bayern hatten von Beginn an keine Chance beim Gang vor die Gerichte. Die Schiedsrichter sind bei der UEFA sakrosankt. Ihre Entscheidungen werden gegen jegliche Art von Widerständen verteidigt. Anders ist die Weiterbeschäftigung von Tom Henning Övrebö nicht zu erklären. Der Norweger durfte nach seinem skandalösen Auftritt im letztjährigen Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona (1:1) in dieser Saison das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Bayern und Florenz leiten. Über das Abseitstor von Miroslav Klose echauffiert sich die Fiorentina noch heute.

Der Portugiese Olegario Benquerenca verwehrte dem FC Barcelona in Mailand einen klaren Elfmeter und gab ein Abseitstor zugunsten der Nerazzurri. Im Rückspiel stand Pique vor seinem Treffer zum 1:0 meterweit im Abseits. Diese Anhäufung der krassen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter auf höchster europäischer Vereinsebene ist unerträglich geworden und das eigentliche Problem der UEFA.

Das sagen die mySPOX-User

Hollywood06: "Na dann werden wir den Titel für Ribery gewinnen. War aber irgendwo klar, dass die Sperre nicht halbiert wird.  Das ganze Strafmaß war eh ein Witz, drei Spiele Sperre wegen einer Tätlichkeit. Es war ein Foul - mehr nicht."

Tamino: "Das ist sehr sehr bitter. Für Ribery vor allem. Aber die Mannschaft wird dadurch noch enger zusammenrücken und Altintop ist sowas von heiß. Für Inter wird es dadurch nicht einfacher. Im Gegenteil."

jeedaai: "Das Urteil ist lächerlich hoch 3. Unglaublich, dass so ein Foul in drei Instanzen als Tätlichkeit gewertet wird. Das ist nicht nachvollziehbar. Dieses Urteil schwächt den FCB und macht Inter zum Favoriten. Ich hoffe, dass die Bayern es trotzdem schaffen, aber es ist gerade ein gutes Stück schwieriger geworden..."

MaVeRicK_90: "Auf jeden Fall muss Hamit jetzt die Leistung vom Lyon-Spiel nochmal wiederholen! Ich traue es ihm auf jeden Fall zu, außerdem hat er sich das Finale auch irgendwie verdient. Ein sehr sympatischer Kerl, der nie stänkert."

Schadensbegrenzer: "Die ursprüngliche Entscheidung, Ribery für drei Spiele zu sperren war der eigentliche Witz. Ich glaube, dass das auch die UEFA bzw. der CAS verstanden hat. Die Begründung, dass das Foul nicht im Kampf um den Ball stattfand, denn der war ja schon lange weg, ist genauso hanebüchen wie das Fußballverständnis der Herren, die die Entscheidung getroffen haben. Anyway... was soll die UEFA oder der CAS denn jetzt tun? Dem Einspruch statt geben? Sie würden sich doch unglaubwürdig machen und eventuell in Zukunft bei jeder Sperre eine Klagewut auslösen. Dann doch lieber mit der falschen Entscheidung leben, als die Inkompetenz der diesjährigen Schiedsrichter und Gremien eingestehen."


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