"So etwas habe ich hier noch nie gesehen"

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner
Donnerstag, 22.04.2010 | 09:15 Uhr
Philipp Lahm (r.) war gegen Lyon Vertreter von Mark van Bommel als Kapitän des FC Bayern
© Getty
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Mit dem 1:0-Heimsieg hat sich der FC Bayern eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel bei Olympique Lyon geschaffen. Einziger Wermutstropfen: Die Rote Karte für Franck Ribery. Im Interview spricht Philipp Lahm über den Platzverweis, einen taktischen Schachzug von Trainer Louis van Gaal, die Stimmung im Stadion und erklärt, warum Bayern nur schwer zu schlagen ist.

SPOX: Philipp Lahm, 1:0 gewonnen - ein Wunschergebnis?

Philipp Lahm: Vor dem Spiel hätten wir mit Sicherheit gesagt, dass 1:0 ein gutes Ergebnis ist. Wir sind sehr zufrieden, dass wir zu Null gespielt und gewonnen haben. Natürlich.

SPOX: Wie haben Sie die Rote Karte für Franck Ribery gesehen und wie bewerten Sie sie?

Lahm: Schon eine harte Rote Karte, muss man ganz klar sagen. Ich denke, er geht zum Ball und trifft ihn halt nicht. Er macht einen langen Schritt - das sieht dann immer etwas dumm aus, weil er lange auf dem Fuß steht. Aber wenn man einen langen Schritt macht, steht man eben lange auf einem Bein. Es ist eine harte Entscheidung.

SPOX: Dementsprechend wäre ein Spiel Sperre vertretbar?

Lahm: Ich hoffe es! Nicht nur für uns - sollten wir ins Finale kommen - sondern auch für den Fußball. Franck ist ein genialer Fußballer und ich glaube, er würde sehr gut in ein Champions-League-Finale passen.

SPOX: Haben Sie schon mal so eine Heimspiel-Stimmung erlebt?

Lahm: Selten! Schon als wir aus der Kabine kamen, das ganze Stadion in Rot und Weiß - sensationell! So was habe ich hier noch nie gesehen. Für uns Spieler war das super, obwohl man sagen muss, dass die Stimmung schon die ganzen letzten Wochen sehr gut ist.

SPOX: Trainer Louis van Gaal stellte in der Halbzeit in Unterzahl um, was war die Idee dahinter?

Lahm: Zu Null zu spielen, ganz klar. Wir haben mit Ivica Olic einen Stürmer rausgenommen und dafür einen Mittelfeldspieler mehr gehabt. Schweini hat dann vor Pranjic und Tymoschtschuk gespielt. Die Aufgabe war, in erster Linie zu Null zu spielen.

SPOX: Lyon wollte zu keiner Zeit mitspielen, hat eigentlich nur auf Fehler gelauert. Ein unangenehmer Gegner?

Lahm: Ich denke, wir haben das insgesamt sehr gut gemacht. Man darf nicht vergessen, dass Lisandro Lopez ein sehr gefährlicher Stürmer ist und Lyon auch starke Außen hat, die immer auch mal ein Eins-gegen-eins gewinnen können. Wir haben den Gegner aber immer unter Druck gesetzt, auf jeder Position, hatten eine sehr gute Ordnung und so haben wir keine Torchance zugelassen.

SPOX: Was ist besonders gut aufgegangen?

Lahm: In erster Linie, dass wir jederzeit die Ordnung gehalten haben. Dass die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen nicht zu groß waren. Jeder hat seine Position aggressiv gespielt. So sind wir schwer zu schlagen.

SPOX: Im Rückspiel würde ein 2:3 ja wieder reichen.

Lahm: Durch sind wir mit Sicherheit noch nicht, aber es ist ein besseres Ergebnis als in den vorherigen Runden. Es ist wichtig, dass wir heute zu Null gespielt haben, weil wir auswärts immer für ein Tor gut sind.

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