Champions League

Trotz 0:4: Magischer Moment für Beckham

SID
Donnerstag, 11.03.2010 | 14:39 Uhr
Ji-Sung Park gibt dem AC Milan mit dem Treffer zum 3:0 den Rest
© Getty
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Der verlorene Sohn David Beckham wurde in seinem Heimat-Stadion gefeiert wie kein anderer. Er war zu Tränen gerührt - und schwärmt von Wayne Rooney. Italienische Medien schimpfen indes über Milans Blamage.

Es war ein magischer Moment: Als der Vierte Offizielle in der 64. Minute die Tafel mit der Nummer 32 in die Höhe reckte, erhoben sich 70.000 Fans im Old Trafford, der Heimstätte von Manchester United, und sangen: "One David Beckham, there's only one David Beckham."

Die Zuneigung der Zuschauer tröstete den Profi des AC Mailand sogar ein wenig über das bittere Aus im Achtelfinale der Champions League bei seinem früheren Klub hinweg. "Ich bin sehr enttäuscht wegen der Niederlage", sagte Beckham nach dem 0:4-Debakel der Rossoneri, "aber die Einwechslung war ein unglaublich schönes Gefühl. Ich bedanke mich bei den United-Fans."

Sichtlich bewegt hatte Beckham, der Manchester 2003 in Richtung Madrid verlassen hatte, schon bei seiner Einwechslung auf die Ovationen der Anhänger reagiert.

Becks wirbt für Grün und Gold

Und diese Fans staunten nicht schlecht, als sich Beckham nach der Partie einen grün-goldenen Schal umband, und damit (ungewollt?) für die Opposition gegen die amerikanischen Klubbesitzer warb.

Die Gegner der Familie Glazer nämlich fordern in den Farben von Newton Heath, einem Vorgängerverein Uniteds, die Rückkehr zu den Wurzeln.

"Ich habe das gemacht, weil ich ein United-Fan bin und es immer sein werde", begründete der 34-Jährige seine Aktion - und schickte gleich Glückwünsche hinterher: "Ich hoffe, United holt den Titel. Sie haben es verdient, denn sie haben großartige Fans und mit Sir Alex Ferguson einen tollen Trainer."

Berlusconi erwägt Trainerwechsel

Auf dem Platz war Beckhams Auftritt weniger aussagekräftig, die Leihgabe von LA Galaxy konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Held der Begegnung war vielmehr Beckhams Nationalmannschaftskollege Wayne Rooney, der Manchester mit zwei Toren nach dem 3:2 im Hinspiel den Weg in die Runde der letzten Acht ebnete.

Ji-Sung Park (59.) und Darren Fletcher (88.) machten die Demütigung für Milan perfekt. Bei den Italienern muss Trainer Leonardo um seinen Job bangen.

Milan-Besitzer Silvio Berlusconi denkt laut der Nachrichtenagentur "Ansa" bereits über seinen Rauswurf nach. Der Medienmogul soll schon nach dem 0:2 wutentbrannt seinen Fernseher ausgeschaltet haben.

"Milan wurde ausgelöscht"

Dem Trainer blieb da nur eine Entschuldigung. "Die Art und Weise dieser Niederlage tut weh", gestand Leonardo. Die Zeitungen wetterten gegen den "ehemals großen" AC Mailand. "Tuttosport" sprach von einer "totalen Blamage", die "Gazzetta dello Sport" titelte: "Milan wurde ausgelöscht. Beckham verbeugt sich vor Rooneys Talent."

In der Tat: Während Beckhams Karriere langsam ausklingt, ist der 24 Jahre alte Rooney derzeit kaum zu stoppen. "Er ist ein außergewöhnliches Talent", schwärmte Beckham.

Der United-Stürmer traf schon im Hinspiel doppelt und bewegt sich in der Spur des zu Real Madrid abgewanderten Cristiano Ronaldo. Der Portugiese traf in der Saison 2007/08 42-mal für United, Rooney steht aktuell bei 30 Toren.

"Der unerschütterliche Rooney..."

"Ich bin überglücklich, dass mir zwei Treffer gelungen sind", sagte Roo bescheiden. "Er spielt derzeit sensationell und einfach unglaublich. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", lobte Teammanager Ferguson sein Juwel.

Und auch der englische Blätterwald huldigte dem Helden: "Der unerschütterliche Rooney feuert Manchester United unter die letzten Acht", titelte die "Times".

Und Ferguson sagte mit stolz geschwellter Brust: "Wir haben Milan mit 4:0 besiegt. Nicht vielen Mannschaften ist das je gelungen. Es war eine fantastische Nacht."

United beendet eine Dynastie

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