Mittwoch, 17.03.2010

Champions League - Achtelfinale, Rückspiel

"Ich war der Feind - und der Feind hat gesiegt!"

Inter Mailand hat den FC Chelsea im Achtelfinale rausgeworfen. Nach der triumphalen Rückkehr an die Stamford Bridge lässt es Inter-Coach Jose Mourinho krachen. Die Blues räumen eine verdiente Niederlage ein und hadern diesmal nicht mit dem Schicksal.

Samuel Eto'o erzielte mit diesem Schuss das Siegtor von Inter Mailand gegen den FC Chelsea
© Getty
Samuel Eto'o erzielte mit diesem Schuss das Siegtor von Inter Mailand gegen den FC Chelsea

"Warum hat Roman Abramowitsch Trainer Jose Mourinho nur gefeuert?", fragt die "Sun" nach der triumphalen Rückkehr des ehemaligen Chelsea-Trainers an die Stamford Bridge am Mittwoch plakativ und entsprach damit dem einhelligen Tenor der englischen Presse, die das Aus der Blues in der Champions League kaum fassen konnte.

Im Zentrum der Schlagzeilen: Jose Mourinho, dem gegen seinen Ex-Verein in seinem einstigen Wohnzimmer eine taktische Meisterleistung gelungen war. "Mourinho hat die Mauern der Festung eingerissen, die er einst selbst aufgebaut hat", schrieb die "Sun" weiter und huldigte dem Portugiesen.

Mourinho kostet Erfolg voll aus

Ausgerechnet Mourinho zerstörte den Londonern also den langersehnten Traum vom Gewinn der Champions League - und sprach anschließend sein Beileid aus.

"Chelsea hat ein Halbfinale durch ein irreguläres Tor verloren, ein weiteres im Elfmeterschießen. Und sie haben ein Finale im Elfmeterschießen verloren. Dann haben sie noch ein Halbfinale verloren, das sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Das ist die Geschichte dieses Klubs und dieser Spieler - eine frustrierende Geschichte", stellte Mourinho - teils mitleidig, teils mit Genugtuung - fest.

Im Gegensatz zu den Jahren zuvor schied Chelsea diesmal aber nicht unglücklich aus, was Mourinho voll auskostete: "Inter war viel besser als Chelsea. Das hat diese großartigen Spieler und Menschen erneut frustriert. Diese Jungs werden immer meine Jungs bleiben. Aber diesmal war ich der Feind - und der Feind hat gesiegt."

Ancelotti zeigt Größe

Auf der anderen Seite kam der 47-Jährige gar nicht mehr aus dem Schwärmen über die tolle Leistung seiner Mannschaft heraus, die laut Mourinho ein "perfektes Spiel" abgeliefert hatte.

Eto'os Wucht und Palops feuchte Hände
Die 78. Minute an der Stamford Bridge: Sneijder hat Zeit und vor allem das Auge für Eto'o, der sich im Rücken von Ivanovic wegstiehlt
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Die 78. Minute an der Stamford Bridge: Sneijder hat Zeit und vor allem das Auge für Eto'o, der sich im Rücken von Ivanovic wegstiehlt
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Alex (2. Chelsea-Spieler v. l.) hebt das Abseits auf. Ivanovic hat nur Augen für den Ball
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Alex (2. Chelsea-Spieler v. l.) hebt das Abseits auf. Ivanovic hat nur Augen für den Ball
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Ein folgenschwerer Fehler. Eto'o hat ein paar Meter Vorsprung. Terry hebt die Hand und reklamiert Abseits
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Ein folgenschwerer Fehler. Eto'o hat ein paar Meter Vorsprung. Terry hebt die Hand und reklamiert Abseits
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Klasse Ballannahme von Eto'o. Der Kameruner steht seitlich zum Tor, während Ivanovic Tempo aufnimmt
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Klasse Ballannahme von Eto'o. Der Kameruner steht seitlich zum Tor, während Ivanovic Tempo aufnimmt
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Der Serbe kommt trotzdem nicht mehr heran und verzichtet auf die Notbremse
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Der Serbe kommt trotzdem nicht mehr heran und verzichtet auf die Notbremse
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Turnbull kommt aus dem Tor, läuft aber nicht durch. Eto'o nimmt aus 16 Metern mit rechts Maß
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Turnbull kommt aus dem Tor, läuft aber nicht durch. Eto'o nimmt aus 16 Metern mit rechts Maß
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Turnbull streckt sich vergeblich…
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Turnbull streckt sich vergeblich…
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…unten links schlägt's ein
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…unten links schlägt's ein
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Der eindeutige Beweis: Eto'o steht beim Pass von Sneijder nicht im Abseits
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Der eindeutige Beweis: Eto'o steht beim Pass von Sneijder nicht im Abseits
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Die 56. Minute im Pizjuan: Honda nimmt aus über 30 Metern mit links Maß
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Die 56. Minute im Pizjuan: Honda nimmt aus über 30 Metern mit links Maß
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Ein ganz normaler Freistoß. Mit Schmackes, aber ohne Präzision
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Ein ganz normaler Freistoß. Mit Schmackes, aber ohne Präzision
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Der Ball fliegt in die Tormitte. Dort steht Palop eigentlich richtig
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Der Ball fliegt in die Tormitte. Dort steht Palop eigentlich richtig
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Palop macht einen seltsamen Knick, die Fäuste gehen Richtig Ball
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Palop macht einen seltsamen Knick, die Fäuste gehen Richtig Ball
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Anstatt den Ball zu fangen oder ihn nach vorne zu boxen, pritscht Palop die Kugel ins eigene Tor
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Anstatt den Ball zu fangen oder ihn nach vorne zu boxen, pritscht Palop die Kugel ins eigene Tor
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Bei der Körperhaltung kein Wunder
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Bei der Körperhaltung kein Wunder
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Ungläubig blickt der sonst so zuverlässige Palop dem Ball hinterher
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Ungläubig blickt der sonst so zuverlässige Palop dem Ball hinterher
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Palop einsichtig: "Das war mein Fehler, ganz klar. Ein sehr bitterer Abend für mich."
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Palop einsichtig: "Das war mein Fehler, ganz klar. Ein sehr bitterer Abend für mich."
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Tatsächlich waren die Italiener den Blues in taktischer Hinsicht weit überlegen. Chelsea fand gegen die tief stehenden Mailänder viel zu selten ein passendes Mittel. Das musste auch Carlo Ancelotti einräumen: "Wir haben nicht so gespielt, wie wir das vor hatten. Inter hat unser Mittelfeld geschickt attackiert, so war es sehr schwierig."

Besonders erschreckend war, dass Chelsea nicht einmal gegen Ende der Partie, als es um Alles oder Nichts ging, richtig Druck ausübte - und das im eigenen Stadion. Ancelotti zeigte in der Niederlage Größe: "Ich gratuliere Inter. Sie haben verdient gewonnen. Das und nichts anderes ist die Realität."

Drogba: "Jetzt kann Inter weit kommen"

Auch Didier Drogba, der wegen einer Tätlichkeit kurz vor Schluss mit Rot vom Platz flog, sagte nach der Partie selbstkritisch: "Inter hat verdient gewonnen. Wir haben es im Hinspiel, wo wir viele Chancen hatten, verpasst, mehr daraus zu machen. Jetzt kann Inter weit kommen."

Das sah auch die italienische Presse so. "Heldenhafter Mourinho. Wenn Inter so weiterspielt, muss die Mannschaft nur noch sich selbst fürchten", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Mourinho feiert ausgelassen

Dementsprechend ausgelassen muss auch die Feier der Inter-Spieler nach dem Spiel in der Kabine gewesen sein. Mourinho gab anschließend zu Protokoll: "Ich habe gefeiert wie noch nie und mich nicht unbedingt wie ein braver Junge verhalten. Aber ich habe mich gefreut weil wir gewonnen haben, nicht weil Chelsea verloren hat."

Einen kleinen Seitenhieb auf Roman Abramowitsch konnte sich der Portugiese zum Abschluss nicht verkneifen: "Als Roman in den Fußball kam, hat er vielleicht gedacht, dass es einfach ist, die Champions League zu gewinnen. Es ist nicht einfach."

Analyse: Inter erobert Stamford Bridge

Felix Götz

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