"Ich war der Feind - und der Feind hat gesiegt!"

Von Felix Götz
Mittwoch, 17.03.2010 | 14:21 Uhr
Samuel Eto'o erzielte mit diesem Schuss das Siegtor von Inter Mailand gegen den FC Chelsea
© Getty
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Inter Mailand hat den FC Chelsea im Achtelfinale rausgeworfen. Nach der triumphalen Rückkehr an die Stamford Bridge lässt es Inter-Coach Jose Mourinho krachen. Die Blues räumen eine verdiente Niederlage ein und hadern diesmal nicht mit dem Schicksal.

"Warum hat Roman Abramowitsch Trainer Jose Mourinho nur gefeuert?", fragt die "Sun" nach der triumphalen Rückkehr des ehemaligen Chelsea-Trainers an die Stamford Bridge am Mittwoch plakativ und entsprach damit dem einhelligen Tenor der englischen Presse, die das Aus der Blues in der Champions League kaum fassen konnte.

Im Zentrum der Schlagzeilen: Jose Mourinho, dem gegen seinen Ex-Verein in seinem einstigen Wohnzimmer eine taktische Meisterleistung gelungen war. "Mourinho hat die Mauern der Festung eingerissen, die er einst selbst aufgebaut hat", schrieb die "Sun" weiter und huldigte dem Portugiesen.

Mourinho kostet Erfolg voll aus

Ausgerechnet Mourinho zerstörte den Londonern also den langersehnten Traum vom Gewinn der Champions League - und sprach anschließend sein Beileid aus.

"Chelsea hat ein Halbfinale durch ein irreguläres Tor verloren, ein weiteres im Elfmeterschießen. Und sie haben ein Finale im Elfmeterschießen verloren. Dann haben sie noch ein Halbfinale verloren, das sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Das ist die Geschichte dieses Klubs und dieser Spieler - eine frustrierende Geschichte", stellte Mourinho - teils mitleidig, teils mit Genugtuung - fest.

Im Gegensatz zu den Jahren zuvor schied Chelsea diesmal aber nicht unglücklich aus, was Mourinho voll auskostete: "Inter war viel besser als Chelsea. Das hat diese großartigen Spieler und Menschen erneut frustriert. Diese Jungs werden immer meine Jungs bleiben. Aber diesmal war ich der Feind - und der Feind hat gesiegt."

Ancelotti zeigt Größe

Auf der anderen Seite kam der 47-Jährige gar nicht mehr aus dem Schwärmen über die tolle Leistung seiner Mannschaft heraus, die laut Mourinho ein "perfektes Spiel" abgeliefert hatte.

Tatsächlich waren die Italiener den Blues in taktischer Hinsicht weit überlegen. Chelsea fand gegen die tief stehenden Mailänder viel zu selten ein passendes Mittel. Das musste auch Carlo Ancelotti einräumen: "Wir haben nicht so gespielt, wie wir das vor hatten. Inter hat unser Mittelfeld geschickt attackiert, so war es sehr schwierig."

Besonders erschreckend war, dass Chelsea nicht einmal gegen Ende der Partie, als es um Alles oder Nichts ging, richtig Druck ausübte - und das im eigenen Stadion. Ancelotti zeigte in der Niederlage Größe: "Ich gratuliere Inter. Sie haben verdient gewonnen. Das und nichts anderes ist die Realität."

Drogba: "Jetzt kann Inter weit kommen"

Auch Didier Drogba, der wegen einer Tätlichkeit kurz vor Schluss mit Rot vom Platz flog, sagte nach der Partie selbstkritisch: "Inter hat verdient gewonnen. Wir haben es im Hinspiel, wo wir viele Chancen hatten, verpasst, mehr daraus zu machen. Jetzt kann Inter weit kommen."

Das sah auch die italienische Presse so. "Heldenhafter Mourinho. Wenn Inter so weiterspielt, muss die Mannschaft nur noch sich selbst fürchten", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Mourinho feiert ausgelassen

Dementsprechend ausgelassen muss auch die Feier der Inter-Spieler nach dem Spiel in der Kabine gewesen sein. Mourinho gab anschließend zu Protokoll: "Ich habe gefeiert wie noch nie und mich nicht unbedingt wie ein braver Junge verhalten. Aber ich habe mich gefreut weil wir gewonnen haben, nicht weil Chelsea verloren hat."

Einen kleinen Seitenhieb auf Roman Abramowitsch konnte sich der Portugiese zum Abschluss nicht verkneifen: "Als Roman in den Fußball kam, hat er vielleicht gedacht, dass es einfach ist, die Champions League zu gewinnen. Es ist nicht einfach."

Analyse: Inter erobert Stamford Bridge

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