Champions League - 6. Spieltag

Khedira: "Ich habe so was noch nicht erlebt"

Von Für SPOX in Stuttgart: Stefan Rommel
Donnerstag, 10.12.2009 | 09:16 Uhr
Beide Problemstürmer, Pawel Pogrebnjak (l.) und Ciprian Marica, trafen gegen Unirea Urziceni
© Getty
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Das nennt man wohl Trainereffekt: Im ersten Spiel unter der Leitung des neuen Chefcoachs Christian Gross ist dem VfB Stuttgart der Einzug in das Achtelfinale der Champions League gelungen. Gegen den rumänischen Vertreter Unirea Urziceni führte man bereits nach elf Minuten mit 3:0, am Ende stand ein 3:1-Erfolg zu Buche.

Der VfB Stuttgart hat ja am vergangenen Sonntag einen neuen Trainer verpflichtet. Und einen Motivator, einen Psychologen, einen Mini-Diktator und einen Mann mit einem goldenen Händchen. Äußerst praktisch für den VfB ist dabei die Tatsache, dass es sich dabei um nur eine Person handelt, die vertraglich gebunden werden musste.

Christian Gross hat in Stuttgart eine schwere Aufgabe vor sich. Zumindest sein Start ist schon mal hervorragend geglückt. Das 3:1 gegen Unirea Urziceni im Endspiel um das Achtelfinalticket der Champions League und seine Begleitumstände zeigte Gross' neuen Verein in all seinen schönen, aber auch unmöglichen Facetten.

Analyse: VfB dank Blitzstart im Achtelfinale

Stuttgart, das in der heimischen Bundesliga mit Mühe und Not zu den 16 besten Klubs des Landes gehört, reiht sich damit auf europäischer Ebene in eben jene 16 besten Klubs des Kontinents ein. Eine bizarre Konstellation, aber irgendwie auch so passend zu dieser der Wirklichkeit entrückten Halbserie bislang.

Selten war der Ausgang einer Partie so offen wie vor diesem Spiel in der Mercedes-Benz-Arena. Zu viel hatten die VfB-Fans schon ertragen müssen, ein Tiefschlag löste den anderen ab, vermeintliche Zwischenhochs waren schneller wieder verschwunden als sie gekommen waren.

Chaos pur in den letzten Tagen

Die letzten zehn Tage boten eine blamable 0:4-Klatsche in Leverkusen, die Entmachtung des ehemaligen Kapitäns, einen Aufstand der Fans gegen Spieler und Vorstandschaft und die Demission des einst erfolgreichen Trainers, samt dessen Generalabrechnung mit den Fans und dem Fußball im Allgemeinen.

Eigentlich Stoff genug für zwei Spielzeiten und absolut schwer zu verdauen für eine Mannschaft der Zauderer und Verzagten, für ein Team ohne Pepp und Mumm. Und dann macht dieses völlig verunsicherte Kollektiv im wichtigsten Spiel der Saison drei Tore innerhalb der ersten elf Minuten.

"Ich habe so was noch nicht erlebt. Es war ein Finale und wir wollten so schnell wie möglich ein Tor erzielen. Dass es gleich drei waren, ist natürlich umso besser", so Sami Khedira ungläubig.

Gross' Idee mit Khedira

Khediras Einsatz nach wochenlanger Verletzungspause war Gross' Idee - ebenso wie die insgesamt sechs Umstellungen im Vergleich zum unheilvollen Auftritt gegen den VfL Bochum (1:1) am Samstag. Auch sein Vorgänger Markus Babbel hatte häufig rotiert. Zu häufig, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte - weil die Erfolge ausblieben.

Bei Gross klappte die große Rochade auf Anhieb. Was noch alles klappte: Die Einsatzbereitschaft war enorm, die Laufarbeit beachtlich, selbst flüssige Kombinationen gab es zu sehen. "Jeder hat für den anderen gekämpft, ist weite Wege gegangen und hat die Zweikämpfe angenommen", sagte Khedira.

Überragende Chancenverwertung

Und dann die Chancenverwertung: In der ersten Halbzeit fanden drei Schüsse den Weg aufs rumänische Tor und dreimal zappelte der Ball auch im Netz. Im Tor vor der Baustelle in der Untertürkheimer Kurve, wo in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal ein Stuttgarter Ball im gegnerischen Netz zappeln durfte.

"Wir haben auf das Tor noch kein Tor gemacht in dieser Saison und jetzt machen wir in 11 Minuten gleich drei. Damit konnte man natürlich nicht rechnen. Ich habe in der ersten Viertelstunde gestaunt", gab Sportvorstand Horst Heldt zu.

Einige Rückfälle in der zweiten Halbzeit

Leider gab es in der zweiten Halbzeit wieder einige Rückfälle zu erspähen: Konzentrationsmängel, mangelhafte Chancenverwertung. Die biederen Rumänen versetzten Mannschaft und Fans bereits in Schrecken, wenn sie nur mit mehr als vier Spielern die Mittellinien überquerten.

Der VfB Stuttgart bleibt ein fragiles Gebilde, das weiß auch der neue Trainer. "Es war toll, wie das Team angefangen hat. Danach war es nicht mehr ganz so gut. Wir sind zu hektisch geworden und hatten zu viele Ballverluste."

Gross hatte die Mannschaft bei der Ehre gepackt und indirekt auch an ihrem Geldbeutel. "Ich habe jedem einzelnen klargemacht, dass es um seine Karriere geht. Wann hat man schon mal die Chance, im besten Vereinswettbewerb der Welt unter die besten 16 Mannschaften zu kommen?"

Jetzt folgt der schnöde Alltag

Die Gruppenphase Champions League hat der VfB erfolgreich abgeschlossen. Nach der schönen Kür steht am Wochenende aber schon wieder der schnöde Alltag an. Und der ist trister denn je. "Es steht noch viel, viel Arbeit an. Es wäre fatal, uns jetzt blenden zu lassen. Die eigentliche Arbeit fängt am Sonntag erst an, mit dem Spiel in Mainz", weiß Gross.

Bis dahin wird er noch mehr eintauchen müssen in diesen komischen VfB Stuttgart mit seinen Dramen, Nebenkriegsschauplätzen und Charakteren.

Er wird sich unter anderem mit Jens Lehmann beschäftigen müssen. Der wird nicht müde, seinen Verein auch - oder ganz besonders? - im Erfolgsfall auf Trab zu halten. Nach seinem verbalen Rundumschlag gegen die Vereinsführung steht dem Keeper eine womöglich drastische Strafe ins Haus.

Heldt: "Purer Egoismus"

"Da werden wir uns noch intern drüber unterhalten. Jens muss akzeptieren, dass andere Leute als er die Entscheidungen treffen. Selbstverständlich wird es Konsequenzen geben. Seine Aussagen sind von purem Egoismus geprägt. Das ist das Enttäuschende", zürnte Heldt.

Immerhin ließ der bekennende Babbel-Fan Lehmann danach die Welt an seinen Gedanken teilhaben. "Der neue Trainer hat eine Magie entfacht", sagte er und hatte dabei das Wort "Sarkasmus" förmlich auf seiner Stirn stehen und fügte an: "Anscheinend hat er etwas gemacht, was uns drei Tore in elf Minuten schießen ließ. Und das ist gut für uns."

Alles ziemlich bizarr, was da in Stuttgart so abläuft. Aber immerhin jetzt endlich auch mal wieder erfolgreich.

VfB Stuttgart - Unirea Urcizeni: Daten zum Spiel

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