"Europa-Lizenz": DFL nimmt UEFA in die Pflicht

SID
Sonntag, 21.06.2009 | 12:12 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge hält einen sportlich-fairen Wettbewerb in Europa für zunehmend unmöglich
© Getty
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Die DFL und Bayern München wollen ein einheitliches Lizenzierungsverfahren auf europäischer Ebene und erwarten von der UEFA eine klare Regelung.

Die Deutsche Fußball Liga und Bayern München fordern vom europäischen Verband UEFA die rasche Einführung eines einheitlichen TÜV für alle Teilnehmer der beiden europäischen Klub-Wettbewerbe.

"Es muss bis spätestens zur Saison 2010/11 ein einheitliches Lizenzierungsverfahren mit strikten Auflagen für Schuldenaufnahme und Spielergehälter her", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Unterstützung von Magath

Auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge erneuerte seine Forderungen nach einer so genannten "Salary Cap" und einer Kontrolle der Klub-Finanzen.

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"Bereiche wie TV-Vermarktung und Steuersysteme können wir nicht reglementieren", räumte er ein, ergänzte aber: "Spielergehälter sollten 50 Prozent der Einnahmen nicht übersteigen, und auch der Schuldenstand ist zu prüfen".

Scheitere ein Klub an den Kriterien, soll dieser von den europäischen Vereinswettwerben ausgeschlossen werden.

Schalkes neuer Trainer Felix Magath unterstützt Rauball und Rummenigge in der "BamS": "Es wird Zeit, dass es endlich ein europaweites Lizenzierungs-Verfahren gibt. Es kann nicht sein, dass in Spanien mit Schulden-Exzessen Erfolge gekauft werden. Die Voraussetzungen in den einzelnen Ligen sind schon lange nicht mehr vergleichbar."

Bayern könne zwar die Champions League gewinnen, "es wäre aber die Ausnahme. Normalerweise sind auch sie nicht mehr wettbewerbsfähig", so Magath.

Rummenigge: "Wir erleben eine Inflation"

Einigkeit zeigten Rummenigge und Rauball auch in der Bewertung der aktuellen Situation auf dem europäischen Transfermarkt. "Nicht nur Real Madrid ist der Preistreiber", betonte Rummenigge, auch Klubs aus England und Italien hätten sich in der Vergangenheit daran beteiligt.

Ein fairer sportlicher Wettbewerb sei unter den aktuellen Bedingungen unmöglich. "Zugleich erleben wir eine Inflation", fügte der Klub-Boss der Bayern hinzu: "Die Summen, die oben bezahlt werden, ziehen sich bis unten durch und verteuern den Markt."

Dass der spanische Rekordmeister Real Madrid die Investition von umgerechnet rund 30 Millionen Euro pro Spielzeit für Neuzugang Cristiano Ronaldo refinanzieren kann, glaubt Rummenigge nicht: "Mehr Einnahmen beim Trikotverkauf, bei Freundschaftsspielen und Sponsoren reichen niemals. Sonst hätten wir hier alle keine Ahnung vom Geschäft."

Diashow: Pressestimmen nach dem Ronaldo-Transfer

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