Kein normales Finale

SID
Dienstag, 26.05.2009 | 17:40 Uhr
Wayne Rooney (r.) erzielte in dieser Champions-League-Saison vier Tore für ManUnited
© Getty
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Vorhang auf zum Finale in der Ewigen Stadt: Wenn am Mittwoch in Rom die beiden weltbesten Klubs mit den beiden weltbesten Spielern im 17. Champions-League-Finale um die europäische Fußball-Krone kämpfen, fiebern 67.000 Zuschauer im Olympiastadion (20.45 Uhr im LIVE-TICKER und im Internet TV) und Hunderte Millionen Fans in 200 Ländern mit.

FC Barcelona gegen Manchester United, Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo - mehr geht nicht. Selbst die Beteiligten können ihre Begeisterung nur schwer zügeln.

"Das ist ein Traumfinale", schwärmt ManUtd-Teammanager Sir Alex Ferguson. Messi, der sich zum jüngsten Torschützenkönig der Champions-League-Geschichte krönen könnte (bislang 8 Tore), meint: '"Dieses Endspiel wird anders als andere Endspiele. Das ist das wichtigste Spiel meines Lebens."

Warum wir ManUtd oder ManUnited, aber nie ManU schreiben...

Alex Ferguson will Rekord brechen

Ein Titel in Rom hätte für ManUtd und Ferguson, seit 25 Champions-League-Spielen unbesiegt, historischen Charakter. Dem englischen Meister würde als erster Mannschaft seit Gründung der Königsklasse 1993 die erfolgreiche Titelverteidigung gelingen.

Ferguson will mit dem alleinigen Rekordhalter Bob Paisley (FC Liverpool) gleichziehen und als zweiter Trainer zum dritten Mal die bedeutendste Trophäe im europäischen Klub-Fußball holen - exakt zehn Jahre und ein Tag nach dem legendären 2:1-Triumph 1999 im Endspiel gegen Bayern München.

Damals dabei war der Waliser Ryan Giggs, der vom Finale am Mittwoch ähnlich viel erwartet, schließlich träfen "zwei gewaltige Klubs mit einer gewaltigen Geschichte" aufeinander.

Im Fokus stehen Messi und Ronaldo

Beide Teams holten in dieser Saison frühzeitig die nationalen Titel, Barca zum 19., ManUtd zum 18. Mal. Während die Red Devils auf den vierten Sieg im vierten Endspiel um Europas Klub-Krone nach 1968, 1999 und 2008 hoffen, wollen die Katalanen nach 1992 und 2006 den dritten Titel im sechsten Finale.

Im Fokus stehen natürlich Messi und Ronaldo, was beiden Superstars gar nicht gefällt. "Ich könnte das Finale nicht ohne meine Mannschaft gewinnen", sagt Ronaldo und Messi ergänzt: "In Rom spielen zwei Mannschaften um die Krone, nicht zwei Spieler."

Pique trifft auf seine Ex-Kollegen

Messi wird es am Mittwoch wohl mit Manchesters französischem Linksverteidiger Patrice Evra zu tun bekommen. Um Ronaldo soll sich Gerard Pique kümmern, der selber schon bei ManUnited spielte.

"Ein Vorteil", sagt Barca-Coach Josep Pep Guardiola, den allerdings Personalsorgen in der Abwehr plagen. Daniel Alves und Eric Abidal sind gesperrt, Rafa Marquez und Gabriel Milito sind verletzt.

Kapitän Carles Puyol muss wohl auf der rechten Abwehrseite einspringen, Mittelfeld-Abräumer Yaya Toure könnte in die Innenverteidigung rücken.

Henry und Iniesta mit an Bord

Immerhin gaben die zuletzt angeschlagenen Stars Thierry Henry und Andres Iniesta, Torschütze zum erlösenden 1:1 in der Nachspielzeit des Halbfinal-Rückspiels beim FC Chelsea, Entwarnung. Bei ManUtd ist Darren Fletcher gesperrt, Paul Scholes könnte für ihn im Mittelfeld spielen.

Wenn die Erfahrung der Trainer ausschlaggebend wäre, hätte Barca, das im vergangenen Jahr im Halbfinale an ManUtd gescheitert war (0:0, 0:1), nicht den Hauch einer Chance.

Als Ferguson, seit 1986 im Amt, 1991 im Endspiel des Pokalsieger-Cups gegen den FC Barcelona seinen ersten internationalen Titel als Teammanager von United holte (2:1), war Guardiola gerade 20 Jahre alt und kämpfte bei Barca um einen Platz in der ersten Mannschaft.

Guardiola schwärmt von Ferguson

"Ich bewundere ihn und seine Karriere sehr. Es ist eine große Ehre für mich, gegen ihn anzutreten", sagt Guardiola mit Blick auf den 67-jährigen Sir Alex.

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Auf jeden Fall erhält das Finale in Rom einen würdigen Rahmen. Einer der zahlreichen Ehrengäste wird Spaniens König Juan Carlos sein. Sorgen bereiten nicht nur die bis zu 10.000 englischen Fans, die ohne Eintrittskarte in die Ewige Stadt reisen wollen, sondern auch gefälschte Tickets.

Gefälschte Tickets im Umlauf

Die Polizei entdeckte bereits einige Druckereien, die falsche Eintrittskarten produziert haben. Hunderte gefälschter Tickets wurden bereits konfisziert. Die Kontrollen um das Olympiastadion wurden verschärft.

"Alle Karten sind ausverkauft, wenn jemand welche anbietet, sind sie garantiert gefälscht", sagte Polizeichef Giuseppe Pecoraro. 1500 Polizisten, auch Hooligan-Experten aus England und Spanien, sollen im unmittelbaren Umfeld die Veranstaltung sichern.

Polizei befürchtet Ausschreitungen

Was die Ordnungshüter mit aller Macht verhindern wollen, sind Zusammenstöße von ManUnited-Anhängern mit den berüchtigten Hooligans des AS Rom.

Die Polizei befürchtet zudem, dass sich unter die rund 50. 000 englischen und spanischen Fans, die wegen des Spiels nach Rom reisen, auch Globalisierungsgegner mischen könnten, die mit Gewaltaktionen gegen das am Donnerstag beginnende G8-Treffen protestieren wollen.

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