AS Rom deklassiert Chelsea

Von Andreas Lehner
Mittwoch, 05.11.2008 | 01:28 Uhr
© Getty
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Der vierte Spieltag der Champions-League-Gruppenphase brachte jede Menge Gegentore für die Defensivkünstler Chelsea London und Inter Mailand. In Gruppe C sind die Würfel schon gefallen.

Das Geschehen vom Dienstag kurz zusammengefasst - im SPOX-Zapping:

Gruppe A

AS Rom - FC Chelsea 3:1 (1:0)
Tore:
1:0 Panucci (34.),2:0/3:0 Vucinic (48./58.), 3:1 Terry (75.) Gelb-Rot: Deco (80.)

Die Ausgangslage war klar. In der blauen Ecke - Chelsea: In der Champions League noch ohne Gegentor, dazu Spitze in der Liga. In der Gelb-Roten Ecke - der AS Rom: Schon zwei Pleiten in der Gruppenphase, dazu sechs Niederlagen in neun Serie-A-Spielen. Heißt: Abstiegskampf - und Trainer Luciano Spalletti kurz vor dem Knock-Out.

Und da hatte Chelsea plötzlich Mitleid: Beim 1:0 ließ sich die Scolari-Elf von einem simplen Freistoß überrumpeln und stand nur Spalier, als der gefühlt 100-jährige Panucci unbedrängt aus drei Metern traf.

Auch Vucinic durfte in Ruhe Maß nehmen, als er den Ball zum 2:0 versenkte. Vor lauter Freude stieg Francesco Totti dem am Boden liegenden Torschützen in Surfer-Pose mit den Stollen auf den Rücken. Was Vucinic jedoch nicht davon abhielt, auch das 3:0 noch nachzulegen. John Terrys Anschlusstreffer und die alberne Gelb-Rote Karte für Deco - die zweite Gelbe gab es, weil er einen Freistoß zu früh ausführte - waren nur noch Randnotizen.

CFR Cluj - Girondins Bordeaux 1:2 (1:2)
Tore:
0:1 Gourcuff (6.), 1:1 Dani (9.), 1:2 Wendel (38.)

Vor der Partie träumten die Rumänen noch davon, den großen FC Chelsea zu jagen. Nun muss Cluj erstmal den Albtraum Girondins verarbeiten. Nach Sieg gegen Rom und Unentschieden gegen Chelsea gingen beide Spiele gegen Bordeaux knapp verloren. Dabei war die Elf von Maurizio Trombetta noch nicht einmal die schlechtere Mannschaft. Vor allem in der zweiten Hälfte gab Cluj richtig Gas. Zwölf Ecken und 10:1 Torschüsse standen zu Buche. Bester Spieler auf dem Feld war aber Bordeaux-Keeper Mathieu Valverde. Der 25-Jährige hielt den knappen Vorsprung fest. 

Ergebnisse und Tabelle der Gruppe A

Gruppe B

Werder Bremen - Panathinaikos Athen 0:3 (0:0)
Tore:
0:1 Mantzios (58.), 0:2 Karagounis (70.), Tziolis (83.)

Henk ten Cate gilt als Taktikfuchs. Beim FC Barcelona galt er als Gehirn hinter dem Team das unter Frank Rijkaard 2006 die Champions League gewann und als heimlicher Chef des FC Chelsea unter der Regie von Avram Grant.

In Bremen löste der Niederländer die Aufgabe mit einem Rückgriff auf die gute alte Zeit und setzte Simao als Kettenhund von Diego ein. Die Folge: der Brasilianer kam nicht ins Spiel und Bremens Offensive war damit so gut wie tot. Und mit Angelios Mantzios hat Panathinaikos den personifizierten Bremer Horror im Team. Der Ex-Frankfurter traf im vierten CL-Spiel gegen Werder zum vierten Mal.

Anorthosis Famagusta - Inter Mailand 3:3
Tore: 0:1 Balotelli (13.), 1:1 Bardon (30.), 1:2 Materazzi (44.), 2:2 Panagi (45.), 3:2 Frousos (49.), 3:3 Cruz (80.)

Einen gebrauchten Tag erwischte Nicolas Burdisso. Der Argentinier bereitete sowohl das erste als auch das dritte Tor der Zyperer mustergültig vor. Die Reaktion von Jose Mourinho war eigentlich klar. Nach 57 Minuten musste der bemitleidenswerte Burdisso runter. Mit ihm mussten auch Dejan Stankovic und Mancini das Feld verlassen. Denn eine Mannschaft von Mourinho kassiert nicht alle Tage drei Gegentore. Für Famagusta geht dagegen das Märchen in der Champions League weiter. Die Zyperer sind auf Kurs Achtelfinale. Ein Sieg am nächsten Spieltag gegen Werder Bremen würde wahrscheinlich reichen.

Ergebnisse und Tabelle der Gruppe B

 

Gruppe C

FC Barcelona - FC Basel 1:1 (0:0)
Tore:
1:0 Messi (62.), 1:1 Derdiyok (82.)

Nach Barcelonas Schlachtfest im St. Jakobs Park vor 14 Tagen (5:0) erwarteten die Fans im heimischen Camp Nou im "Rückspiel" ein neuerliches Spektakel gegen Basel. Doch mit Eto'o, Xavi und Messi auf der Bank, zaubert es sich eben nur halb so schön. Das sah auch Barca-Coach Pep Guardiola und brachte die zwei Letztgenannten nach einer Stunde beim Stand von 0:0. Exakt 106 Sekunden später stand es 1:0. Messi - wer sonst? Dann kam auch noch Eto'o, und die Show ging weiter. Allerdings auf der anderen Seite. Der in Hoffenheim, Leverkusen und Schalke angeblich heiß begehrte Eren Derdiyok hatte seinen Auftritt. Volley aus elf Metern, Aufsetzer in den Winkel, 1:1, der Endstand! Barca-Kapitän Carlos Puyol war derart eingeschnappt, dass er dem 20-Jährigen sogar den Trikot-Tausch verweigerte. Kleiner Trost: Barca steht trotzdem sicher im Achtelfinale.

Sporting Lissabon - Schachtjor Donezk 1:0 (0:0)
Tor:
1:0 Derlei (73.)

Fast eine Kopie des Hinspiels. Wieder war Sporting das abgezocktere Team. Wieder ging Schachtjor nach ca. 70 Minuten die Luft aus. Wieder traf Derlei. Und wieder gewannen die Portugiesen mit 1:0. Damit folgen die Minimalisten aus Lissabon Barca schon sicher ins Achtelfinale. Donezk kämpft gegen Basel nun "nur" noch um den UEFA-Cup.

Ergebnisse und Tabelle der Gruppe C

Gruppe D

FC Liverpool - Atletico Madrid 1:1 (0:1)
Tore:
0:1 Maxi Rodriguez (37.), 1:1 Gerrard (90.+5/Elfmeter)

Wieder konnte Fernando Torres gegen seinen Ex-Klub wegen einer Verletzung nicht auflaufen und wieder durfte Sergio Agüero nicht von Beginn an ran und wieder endete das Spiel 1:1.

Dass nicht mehr Tore fielen, lag einerseits an der Abschlussschwäche der Reds - wie schon in der Liga gegen Tottenham, konnten sie ihre Überlegenheit nicht in Tore ummünzen - und andererseits auch an Schiedsrichter Martin Hansson. Der Schwede verweigerte Liverpool zunächst zwei Strafstöße nach Foul an Daniel Agger und Handspiel von Luis Perea, um dann in der Nachspielzeit einen zweifelhaften Elfer nach einem angeblichen Foul von Mariano Pernia an Gerrard zu pfeifen und endgültig zum Buhmann zu werden. Stevie G verwandelte sicher und Atletico holte sich innerhalb einer Minute noch drei gelbe Karten, weil sie sich über die Entscheidung beschwerten und das Spiel nach dem Tor nicht mehr anstoßen wollten.

Olympique Marseille - PSV Eindhoven 3:0 (1:0)
Tore:
1:0 Kone (29.), 2:0/3:0 Niang (63./71.)

Sintflutartige Regenfälle verwandelten das Spielfeld im Stade Velodrome in eine Art Sumpfgebiet. Kein schöner Platz eigentlich um Fußball zu spielen. Für Hatem Ben Arfa scheinbar kein Problem. Der 21-Jährige bereitete mit zwei wunderbaren Zuspielen das erste und dritte Tor vor.

Nichts war mehr zu spüren vom Zwist mit Trainer Erik Gerets. Für OM waren es die ersten Punkte in dieser Saison. Für das Achtelfinale dürfte es aber weder für Marseille noch für die PSV reichen. Mit jeweils fünf Punkten Rückstand auf Liverpool und Atletico sind die Chancen eher gering. Im Kampf um den dritten Platz haben die Franzosen jetzt immerhin den direkten Vergleich gewonnen.

Ergebnisse und Tabelle der Guppe D

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