Montag, 29.09.2008

Bayern München - Olympique Lyon

Klinsmann als Krisen-Manager gefordert

Beim FC Bayern rumort es - und Jürgen Klinsmann muss sich ganz schnell als Krisen-Manager beweisen.

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© dpa

Nach seinem missglückten Rotations-Aktionismus gegen Hannover will der Trainer gegen Olympique Lyon (Di. 30.9., ab 20.30 Uhr im SPOX-TICKER) verhindern, dass der Bundesliga-Frust beim deutschen Meister auch auf die Champions League übergreift.

"Wenn wir so wie gegen Hannover spielen, haben wir gegen Lyon keine Chance", warnte Franck Ribery, für den eine Heim-Pleite gegen seine Landsleute besonders ärgerlich wäre.

Die zwei Gesichter des FCB

Noch halten die Bayern-Bosse schützend die Hand über Klinsmann, verteidigten insbesondere die wilden Personal-Rochaden des Coaches.

"Die Kritik an der Rotations-Taktik von Jürgen Klinsmann finde ich nicht berechtigt", äußerte Präsident Franz Beckenbauer.

In seiner "Bild"-Kolumne übermittelte der Kaiser aber auch eine klare Erwartung an den ehemaligen Bundestrainer: "Ich hoffe, dass morgen die Stolperstart-Phase endet. Zu oft sollte Bayern jetzt nicht mehr verlieren..."

Der vom Blick auf die Bundesliga-Tabelle genervte Manager Uli Hoeneß meinte besorgt: "Ich hoffe nicht, dass wir in dieser Saison zwei Gesichter zeigen werden: Ein gutes in der Champions League und ein nicht so gutes in der Bundesliga."

Ein ständiges Auf un Ab

Zwei Wochen ist es erst her, dass die Bayern-Welt rund um den Reformer Klinsmann nach dem 1:0-Auftakterfolg bei Steaua Bukarest in bester Ordnung schien.

Prompt folgte das 2:5-Debakel gegen Werder Bremen - seitdem sind empfindliche Störungen im Betriebssystem. "Jetzt muss eine Reaktion kommen", forderte Miroslav Klose.

Klinsmann wird reagieren - auch personell: Die gegen Hannover geschonten Ze Roberto, Lucio und Bastian Schweinsteiger dürften in die Startelf zurückkehren, in die auch Ribery drängt.

Nach zwei Einsätzen als Einwechselspieler setzte der französische Wirbelwind entschlossen zu einem Alleingang an. "Ich fühle mich gut. Am Dienstag spiele ich von Anfang an", verkündete der 25-Jährige.

Ribery will 3 Punkte

Der Star fordert vom Trainer seine Aufstellung, denn Ribery brennt auf sein Champions-League-Debüt, zumal in seiner Heimat "alle Augen auf mich gerichtet sein werden", wie er anmerkte.

"Gegen Lyon würde ich sogar mit einem gebrochenen Bein auflaufen", zitierte ihn die französische Sport-Tageszeitung "L'Equipe".

Mit Olympique-Star Karim Benzema hat er SMS ausgetauscht und seinem Nationalelf-Kollegen darin forsch mitgeteilt, "dass sie ohne Punkte nach Hause reisen werden".

Klinsmann baut auf die Kreativen

Das passierte allerdings vor dem 0:1 von Hannover, das auch Ribery irritiert und ins Grübeln gebracht hat. "Ich weiß nicht, ob sich meine Kollegen im Kopf oder körperlich nicht gut fühlen", rätselte er.

Auch Klinsmann wirkte ratlos, vermisste "Kreativität, Spielwitz und Überraschungsmomente".

Dafür könnten gegen Lyon vor allem Ribery, Ze Roberto und Schweinsteiger sorgen, aber das gesamte Team muss sich steigern.

"Wir haben die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen", meinte Abwehrspieler Philipp Lahm - auch für die Bundesliga.

Kampfansage von Fred

Mit einem Sechs-Punkte-Start in der Königsklasse könnte auch Klinsmann seinen Kredit im Verein und bei den Fans verbessern.

Allerdings wird das nicht einfach: Gegen Lyon gelang den Bayern in vier Vergleichen erst ein Sieg, und Frankreichs Serienmeister reiste als souveräner Tabellenführer der heimischen Liga selbstbewusst nach München an.

"Wir sind bereit für Bayern", tönte der Brasilianer Fred, der mit dem leicht angeschlagenen Benzema ein brandgefährliches Angriffsduo bildet. Auch Kapitän und Scharfschütze Juninho soll nach einer Leistenzerrung wieder auflaufen.

Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen den AC Florenz will Lyon unbedingt nachlegen: "Unser Ziel ist mindestens ein Punkt, am besten aber drei", verkündete Benzema.

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