Champions League

Präsident Größenwahn

Von Florian Bogner
Mittwoch, 17.09.2008 | 11:40 Uhr
Steaua Bukarest, Präsident, Gigi Becali, Champions League
© montage: spox
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Zum Auftakt der Champions League gewann der FC Bayern München in Bukarest. Steauas schillernste Persönlichkeit ist Präsident Gigi Becali. Der 50-Jährige glaubt, in göttlichem Auftrag zu handeln.

Dreimal rechts, einmal links - und Helmuth Duckadam war ein Held. Als der Keeper von Steaua Bukarest im Landesmeistercup-Finale gegen den FC Barcelona auch den vierten Elfmeter in Folge pariert hatte, flippte er vollkommen aus.

Wie ein Frosch hüpfte der Schnauzbartträger in seinem lindgrünen Trikot samt Hotpants aus dem Kasten, ballte die Hände zu Fäusten und warf den eben eroberten Ball in den Nachthimmel von Sevilla. Erstmals hatte ein osteuropäischer Verein den wichtigsten Vereinswettbewerb der Welt für sich entschieden. Marius Lacatus war einer der ersten Gratulanten, der Duckadam um den Hals fiel.

Das Problem des Trainers: der Präsident

22 Jahre später ist Lacatus, der damals seinen Elfmeter verwandelte, immer noch mit Steaua verwurzelt. Der 44-Jährige ist mittlerweile Trainer der "Ros-Albastrii" (die Rot-Blauen), und wenn es nach seinem Chef Gigi Becali geht, soll er am besten den Triumph dieser Nacht von Sevilla wiederholen.

 

Und genau da fangen Lacatus' Probleme meist an. Nämlich mit Gigi Becali, der sich gerne als der "politische und geistige Führer" Rumäniens bezeichnet und  2009 nach dem Präsidentenamt in der Republik strebt. Mit Becali, der Milliarden verdient hat, von denen niemand so genau weiß, wo sie herkommen. Mit Becali, seinem Vereinspräsidenten, der ihm gerne mal in die Aufstellung reinredet, obwohl er nicht gerade ein Fußballfachmann ist.

1986, als Duckadam in Sevilla den Nachthimmel anschrie, war Becali in Rumänien noch ein Niemand. Der damals 28-Jährige war gerade den Ostkarpaten entwachsen, wo sein Vater als Wanderhirte eine Schafszucht betrieb. Mit Fußball hatte das egozentrische Oberhaupt der christdemokratischen "Partei Neue Generation" bis 2003 gar nichts am Hut. Dann kaufte er sich in Steaua ein und wurde Mehrheitsaktionär.

Klub-Kauf als Sünde

Um seine Beweggründe macht er keinen Hehl. "Nachdem ich mein Vermögen gemacht hatte, wollte ich wie jeder Mensch, der Macht hat, auch öffentliches Ansehen", bekannte er in einem Interview. "Ja, es ist eine Sünde, ich gestehe das offen ein, aber so sind wir Menschen nun mal. Im Verlangen nach öffentlichem Ansehen habe ich den Fußballklub Steaua gekauft. Das Symbol Rumäniens."

Mit 23 Meistertiteln und 20 Pokalsiegen ist Steaua das rumänische Pendant zum FC Bayern. Da passt die Ansetzung am ersten Spieltag der Champions League ganz gut. Für Becali ist die Königsklasse eine weitere Plattform, sich darzustellen.

So wie im Herbst 2006, als er die Partie gegen Real Madrid dazu nutzte, sich die Hand aufzuritzen und mit Real-Boss Ramon Calderon Blutsbruderschaft zu feiern. Steaua hat in der Königsklasse allerdings schon lange nichts mehr zu bestellen. Seit 1996/1997 gab es keinen Heimsieg mehr, 16 Niederlagen stehen in den vergangenen 30 Spielen zu Buche.

Ersatz für drei Ausfälle

Dieses Jahr soll es jedoch anders werden. Und weil mit Ifeany Emeghara, Pawel Golanski (beide verletzt) und Banel Nicolita (gesperrt) drei wichtige Spieler ausfallen, besserte Becali kurzerhand nach und verpflichtete kurz vor Toreschluss noch George Ogararu von Ajax Amsterdam und Antonio Semedo vom rumänischen Meister CFR Cluj.

"Keine Mannschaft ist unschlagbar. Wir kämpfen mit Bayern von gleich zu gleich", verkündete Steaua-Exekutivpräsident Valeriu Argaseala - ein Vertrauter Becalis - vor dem Spiel vollmundig. Die sportliche Exekutive hört das nicht so gerne.

Als Jesus im Büro

"Ich glaube nicht, dass in den nächsten Jahren eine rumänische Mannschaft als Favorit in der Champions League gelten wird", sagte Abwehrspieler Dorin Goian. "Wir müssen zugeben, dass wir noch eine Stufe unter den anderen stehen."

Becali ficht das nicht an. Er, der der Meister der populistischen Reden ist, und sich selbst sich von Gott dazu auserwählt hält, Rumänien zu führen. Sein Büro schmückt eine Kopie von da Vincis Abendmahl - mit ihm als Jesus und Spielern und Trainern von Steaua als Jünger.

Er sagt Sachen wie: "Ich bin derjenige in diesem Land, dem Gott am meisten gegeben hat, also muss ich auch das schwerste Kreuz tragen." Meint trotz aller Herrschaftsansprüchen aber auch: "Ich werde niemals ein Diktator sein."

Zurück zu den Schafen?

Dennoch gilt er als gefährlichster Mann im Staat seit dem Autokraten Nicolae Ceausescu, den man 1989 nach 34 Jahren Gewaltherrschaft vors Militärgericht stellte und standrechtlich hinrichten ließ. Hinter vorgehaltener Hand wird Becali als rechtsextrem betitelt. Gegen ihn, der einen Maybach fährt, ermitteln die Behörden wegen Korruption.

Becali lässt das alles kalt. Er will Staatspräsident werden, und bis dahin soll Steaua fleißig Werbung für ihn machen. Und sollte das alles doch nicht funktionieren, habe er auch keine Probleme, still und heimlich in seine Heimat zurückzukehren. "Wenn ich keinen Erfolg in der Politik habe", sagt er, "widme ich mich vielleicht wieder den Schafen."

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