Schalkes ewige Suche nach Konstanz

SID
Dienstag, 19.02.2008 | 12:34 Uhr
Schalke, Training, Asamoah
© DPA
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Gelsenkirchen - Seit Jahren hofft der FC Schalke 04 auf den ganz großen Coup, doch in entscheidenden Situationen muss der Revierclub in für ihn unschöner Regelmäßigkeit bittere Rückschläge verkraften.

Verletzungsmiseren, fehlende individuelle Klasse, kollektives Versagen oder einfach Pech dienen als Erklärungsversuche, wenn mal wieder ein Titel oder Big Point verpasst wurde. "Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott", sagte der damalige Manager Rudi Assauer pathetisch nach den Geschehnissen um die Vier-Minuten-Meisterschaft im Mai 2001.

Das königsblaue Trauma zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahre. Gegen das Image des ewigen Zweiten kämpft der Club weiterhin tapfer bis verzweifelt, obwohl die handelnden Personen längst andere sind. "Hat Schalke das Verlierer-Gen?", fragte einst die "Bild"-Zeitung.

Der ewige Zweite

Denn abgesehen von den Pokalsiegen 2001 und 2002 schrammte der Verein weitere Male mehr oder weniger knapp am großen Triumph vorbei. 2005 musste sich die Elf im Titelrennen erneut dem FC Bayern München beugen.

2007 waren Bayern und Bremen endlich abgehängt, doch diesmal schnappte der unbekümmerte Außenseiter VfB Stuttgart den Knappen die Meisterschale im Schlussspurt noch vor der Nase weg. Ausgerechnet im Derby beim Erzrivalen Borussia Dortmund am vorletzten Spieltag versagten dem Team von Trainer Mirko Slomka die Nerven. Das 0:2 zertrümmerte die Titelträume, und der BVB-Anhang rüstete schadenfroh zur Feier "Schalke - 50 Jahre ohne Schale".

Müller und das Zauberwort

"Konstanz" heißt das Zauberwort für Andreas Müller. Nur wenn es gelänge, regelmäßig Top-Leistungen unabhängig von der jeweiligen Aufstellung, der Klasse und Form des Gegners abzurufen, sei der ganz große Erfolg möglich, sagte der Manager der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg."

Doch die einzige Konstante ist der Rückschlag zur Unzeit: Nach den beiden vielversprechenden Siegen gegen Stuttgart (4:1) und Dortmund (3:2) zum Rückrundenstart, mit denen man Boden gut gemacht hatte auf die Spitzenteams, ging der Schuss mit dem völlig überflüssigen 1:2 gegen VfL Wolfsburg wieder nach hinten los.

Ein Mangel an Konsequenz 

Ganz besonders ärgerlich, weil einerseits die zuvor gute Stimmung vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Porto in den Keller rutschte. Und es anderseits verpasst wurde, sich auf dem angestrebten dritten Bundesliga-Platz zu halten und weiteres Selbstvertrauen zu tanken.

"Das hat viel mit Konzentration zu tun. Das darf einfach nicht passieren, denn wir hatten das Spiel nach dem 1:0 im Griff", erläuterte Müller genervt. Wie fast immer war der Grund für die Pleite nicht fehlende Qualität des Teams, das längst auf jeder Position doppelt besetzt ist, sondern der Mangel an Konsequenz gepaart mit individuellen Fehlern. Vorn versiebten Kevin Kuranyi und Co. die Chancen, hinten wurde man ausgekontert. "Alles muss besser werden", schimpfte Marcelo Bordon.

Den Glauben noch nicht verloren

So steht Schalke vor den schwierigen Wochen mit dem Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen, dem Duell mit Spitzenreiter Bayern München und dem folgenden Rückspiel beim portugiesischen Meister am 5. März am Scheideweg - wieder einmal.

Fabian Ernst warnte bereits vor Selbstzufriedenheit: "Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht alle unsere Karten verspielen." Gerald Asamoah, der letzte Profi aus dem Team von 2001, hat den Glauben an die Meisterschaft noch nicht verloren: "Irgendwann belohnt uns der liebe Gott mit dem Titel."

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