Mittwoch, 20.02.2008

Schalke nach dem Sieg über Porto

Ein höheres Level

München - Ja was denn nun? Soll man mit dem 1:0-Hinspielsieg des FC Schalke über den FC Porto nun zufrieden sein, oder wäre vielleicht doch mehr drin gewesen?

Fußball, Champions League, Schalke, Bordon
© Getty

Die Meinungen der Beteiligten gehen in dieser Frage auseinander. Der Ergebnis-Arithmetik bei internationalen K.o.-Duellen wegen.

Vor dem Spiel waren sich die Schalker noch einig. "Einen Sieg ohne Gegentor", wünschte sich Manager Andreas Müller. Trainer Mirko Slomka konnte gar genauere Angaben machen und favorisierte ein 1:0.

Genauso kam es auch, doch nach dem Spiel trauerte so manch einer einer verpassten frühzeitigen Entscheidung hinterher.

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2:0 wäre drin gewesen

"Das 1:0 ist okay. Aber mit einem 2:0 wäre es in Porto einfacher geworden", meinte Siegtorschütze Kevin Kuranyi. "Wir hätten in der ersten Halbzeit das 2:0 machen müssen", stimmte Nationalspieler Heiko Westermann in den Tenor mit ein.

Auf der Seite der Portugiesen überwog hingegen der Optimismus. "Das 0:1 ist kein schlechtes Ergebnis. Wir können zuversichtlich sein", gab Trainer Jesualdo Ferreira zu Protokoll. "Wir werden auf jeden Fall stärker spielen." Muss Porto auch. Denn was die Portugiesen auf Schalke ablieferten, war bisweilen doch recht phlegmatisch und selbstverliebt.

Nützliches Ergebnis

Darin liegt für die Schalker auch die große Chance aufs Weiterkommen. Und deshalb kann dieser knappe 1:0-Erfolg tatsächlich nützlicher sein, als eben ein 2:0 oder 3:1, so komisch es sich anhören mag.

Die Portugiesen kehren im Vertrauen auf die eigene Stärke zurück aus Schalke und gehen mit der Selbstüberzeugung ins Rückspiel, den knappen Rückstand noch umbiegen zu können. Schließlich hat man 90 Minuten Zeit und kann sich auf seine Fähigkeiten verlassen. Nach Motto: Wir schaffen das schon, keine Sorge.

Bei einem deutlicheren Sieg der Schalker hätte Porto keine Minute mit Kabinettstückchen verstreichen lassen dürfen.

Vom Anpfiff weg hätte die Knappen die Hölle im Estadio do Dragao erwartet. Die Portugiesen würden von der ersten Minute an aggressiv auftreten, würden die Schalker früh attackieren und mit aller Macht auf ein frühes Tor drängen. Dazu wird es nun aber wohl nicht kommen. Und das ist gut für Schalke.

Schalke kann zulegen

Portos Auftreten können die Schalker nicht beeinflussen, das eigene dagegen umso mehr. Der Fokus liegt bei S04, so scheint es zumindest, ohnehin auf den Partien der Champions League, nachdem man sich in der Bundesliga zuletzt eine 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg leistete.

Ob dieses Ausrutschers in der Liga traute man den Schalkern in der Königsklasse nicht viel zu. Doch eine Erkenntnis der Partie gegen Porto ist: Schalke ist in der Lage, in der Champions League immer mindestens eine Schippe draufzulegen.

Ein Kevin Kuranyi ist für einen Stürmer fast unglaubliche 10 Kilometer gelaufen und hat sein Können auch in der Defensive zur Schau gestellt. Umgekehrt Linksverteidiger Heiko Westermann, der seine Seite dicht hielt und sich immer wieder energisch in das offensive Flügelspiel einschaltete. 

Endlich wieder zu Null

Und Jermaine Jones, der zwar auch in der Bundesliga für seinen Kampfgeist bekannt ist, schien nach seiner Gelbsperre in der Liga so motiviert, dass es ihm eindrucksvoll gelang, dank Aggressivität und Zweikampfstärke das Mittelfeld zumindest über lange Strecken zu kontrollieren. 

Dass der Einsatz und das im Vergleich zur Bundesliga deutlich höhere Tempo nicht über die gesamte Spielzeit durchgehalten werden konnte und die letzte Viertelstunde von Porto bestimmt wurde, war fast schon zu erwarten.

Trotzdem stand nach sieben Spielen in Folge mit mindestens einem Gegentor endlich mal wieder die wichtige Null.

Jochen Tittmar

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