Auf Totschlag wird verzichtet

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 24.10.2007 | 13:02 Uhr
© Getty
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München - Klaus Allofs war noch nie im Gefängnis. Und schwedische Gardinen von innen hat der Sportdirektor von Werder Bremen erst recht noch nicht gesehen.

Das soll auch so bleiben. Allofs hat nämlich nicht vor, "jemanden umzubringen", sollte sein SV Werder auch die dritte Champions-League-Partie gegen Lazio Rom (Mi., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) in den Sand setzen.

"Wir werden auch keinen Spieler entlassen, wenn wir es nicht schaffen sollten. Wichtig ist, dass wir uns nicht zu viele Vorwürfe gefallen lassen müssen, wenn es nicht klappen sollte", ergänzte Allofs.

Der 50-Jährige weiß aber auch, dass "wir schon eine abenteuerliche Rechnung aufstellen müssen, wie wir das Achtelfinale noch erreichen könnten, wenn wir nicht gewinnen."

"Wir werden immer besser"

Der Konjunktiv hält in diesen Tagen vermehrt Einzug im hohen Norden. Sie sind sich einig in Bremen, dass Werder in der Königsklasse und der Bundesliga besser dastehen würde, hätte die Mannschaft nicht so viele Ausfälle verkraften müssen.

"Wir werden immer besser, obwohl einige Spieler noch gar keine Topleistungen bringen können. Aber der Leistungsstand unserer Mannschaft ist schon ein ganz anderer", sagt Allofs.

Spielmacher Diego hat schon beim 3:2-Sieg gegen Hertha BSC Berlin erkannt, "dass wir wieder zu alten Stärken zurückgefunden haben."

Pressing als Schlüssel zum Erfolg

Beim allem Respekt: drei Punkte gegen Berlin sind schön, bedürfen aber keiner weiteren Erwähnung. Lazio Rom ist ein anderes Kaliber, auch wenn die Hellblauen in der heimischen Serie A nur auf Platz 13 notiert sind. "Rom hat eine hohe Qualität. Es wird ein sehr taktisch geprägtes Spiel werden. Wir brauchen viel Geduld. Am Ende reicht auch ein 1:0", weiß Allofs.

Trainer Thomas Schaafs taktische Ausrichtung soll aber früh für klare Verhältnisse sorgen. Von Beginn an will Bremen den Italienern mit beherztem Pressing begegnen. "Das hat uns in der letzten Saison schon stark gemacht und auch gegen Berlin gut funktioniert", sagt Mittelfeldspieler Tim Borowski.

Borowski glaubt an einen Titel 

Bei der Pleite gegen Piräus (1:3) versuchte Werder ebenfalls, den Gegner früh unter Druck zu setzen und musste in den Schlussminuten dafür teuer bezahlen. Einen erneuten konditionellen Einbruch wird es laut Allofs nicht geben: "Gegen Piräus hatten wir eine Phase der Müdigkeit. Das kommt schon mal vor. Der Leistungsstand vieler Spieler ist aber jetzt ein ganz anderer."

Und deshalb hat Borowski sein Vorhaben auch noch nicht aufgegeben. "Ich habe in der Saisonvorbereitung gesagt, dass ich einen Titel holen will. Daran hat sich nichts geändert", sagte der Nationalspieler.

Die besten Chancen zur Umsetzung hat Werder wohl im DFB-Pokal. Oder etwa doch woanders? Borowski: "Bayern wird in der Liga noch eine Schwächephase bekommen. Die Meisterschaft ist daher keine Utopie für uns."

Von der Champions League hat Borowski in diesem Zusammenhang lieber mal nicht gesprochen. 

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings - Jensen, Borowski - Diego - Sanogo, Hugo Almeida

Lazio Rom: Ballotta - Behrami, Stendardo, Cribari, Zauri - Mudingayi, Manfredini, Mutarelli - del Nero - Rocchi, Pandev

Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)

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