Lyon: Krisenklub ohne sportliche Krise

Intrigante Spitzentruppe

Von Alexis Menuge / Florian Bogner
Montag, 22.10.2007 | 15:12 Uhr
lyon mannschaft juninho
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
Copa do Brasil
Live
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Live
Cruzeiro -
Gremio
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Real Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Watford -
Brighton
Premier League
Crystal Palace -
Swansea (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Superliga
Nordsjälland -
Kopenhagen
Primera División
Espanyol -
Leganes
Primera División
Eibar -
Bilbao
Premier League
Zenit -
Rostow
Super Liga
Roter Stern -
Partizan
Premier League
Tottenham -
Burnley
Primera División
Getafe -
Sevilla
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Serie A
Palmeiras -
Sao Paulo
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
Premier League
West Brom -
Stoke
WC Qualification South America
Venezuela -
Kolumbien
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
Serie B
Empoli -
Bari
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Lettland -
Schweiz
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile
WC Qualification South America
Kolumbien -
Brasilien
WC Qualification South America
Ecuador -
Peru
WC Qualification South America
Paraguay -
Uruguay
WC Qualification South America
Argentina -
Venezuela

München - Ein Blick auf die Tabelle der französischen Ligue Une verrät: Eigentlich alles so wie immer. Platz eins: Olympique Lyon. So wie in den letzten sechs Jahren auch. Doch der Schein trügt.

Vor dem Champions-League-Spiel gegen den deutschen Meister VfB Stuttgart (Di., 20.45 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) kann man Olympique aus sportlicher Sicht nicht viel vorwerfen - das 0:3 gegen die Glasgow Rangers am zweiten Spieltag der Königsklasse mal ausgenommen.

In der heimischen Liga ist Lyon seit acht Spielen ungeschlagen und das, obwohl man verletzte Leistungsträger wie Torwart Gregory Coupet und Abwehrchef Cris ersetzen muss. Doch wo einst Friede, Freude, Eierkuchen herrschte, präsentiert sich die Mannschaft mittlerweile als zerstrittener Haufen mit einem hilflosen Trainer.

Zentrale Figur auf dem Feld als auch beim Gekeife abseits des Platzes ist Mittelfeldstar Juninho. Nach der bitteren Heimpleite gegen Glasgow schwänzte der Brasilianer am nächsten Tag die Video-Analyse und drehte lieber lustlos ein paar Runden auf dem Trainingsplatz.

Farce um Juninho

Trainer Alain Perrin echauffierte sich und kündigte eine drastische Strafe an, nur um sie dann doch nicht auszusprechen. Ein paar Tage später war alles vergessen. Juninho möge eben keine Video-Sitzungen, meinte Perrin und fügte hinzu: "Die anderen waren zwar da, aber ob sie wirklich zugehört haben? Ein paar haben sicherlich auch geschlafen und das ist nicht schlimmer als gar nicht dabei zu sein." Ein deutlicheres Statement, dass man seine Mannschaft nicht erreicht, kann man nicht abgeben.

Fakt ist: Juninho kann sich unter Perrin eigentlich alles erlauben. Das sehen auch seine Mitspieler - und sind gar nicht begeistert. Sidney Govou ließ seinem Frust unlängst freien Lauf. Juninho sei viel zu egoistisch und würde nur an sich selbst denken, monierte der französische Nationalspieler. "Das Problem ist, dass er von den Verantwortlichen anders behandelt wird als seine Mitspieler. Das ist nicht fair. Es gibt Juninho und die anderen", klagte Govou.

"Keiner hört ihm mehr zu"

Die Mannschaft sei keine Einheit mehr - und Juninho trage Schuld daran. Respekt vor dem Kapitän habe keiner mehr, meint der Stürmer: "Wenn wir im Spiel zurück liegen, versucht er uns zu motivieren, aber keiner hört ihm mehr zu."

In der vergangenen Woche meldet sich auch der am Kreuzband verletzte Coupet zu Wort und legte schonungslos offen, wie schlecht die Stimmung im Team ist. Coupet berichtete von einem Vorkommnis in der letzten Saison, als nach einer 0:1-Niederlage beim AS Troyes in der Kabine beinahe zu einer handfesten Schlägerei zwischen einigen Mitspielern gekommen wäre. "Ich war geschockt", so der Torwart.

Großer Riss durch die Mannschaft

Über fünf Jahre lang gab es in Lyon kaum Probleme und erst recht keine Skandale. Der sechste Meistertitel im letzten Jahr wurde hingegen kaum gefeiert, seit Sommer geht ein großer Riss durch die Mannschaft. "Die Stimmung ist mies, ein echtes Drama", meint Coupet.

Dass Fußball manchmal auch hässlich sein kann, beweisen Gerüchte um Ex-Stürmer Sylvain Wiltord, der vor der Saison in aller Stille zu Stade Rennes abgeschoben wurde. Der soll nämlich den Frauen zweier seiner Mitspieler nicht nur schöne Augen gemacht haben.

50 Millionen und nicht viel Neues

Neben Wiltord mussten auch Tiago, Eric Abidal und Florent Malouda im Sommer gehen. Präsident Jean-Michel Aulas bekam allein für diese drei Spieler 50 Millionen überwiesen, die nur zaghaft reinvestiert wurden.

Stürmer Abdulkader Keita, der für 18 Millionen Euro aus Lille kam, hat in 13 Pflichtspielen noch nicht einmal getroffen, und WM-Held Fabio Grosso (kam für 7,5 Millionen von Inter Mailand) will nach vier Monaten am liebsten schon wieder zurück nach Italien.

"Müssen wieder bei Null anfangen"

"Die Mannschaft ist definitiv schwächer als in den letzten Jahren. Es gibt keine klaren Strukturen mehr. Wir müssen wieder bei Null anfangen", stellte Coupet ernüchtert fest.

Die ersten zwei Spiele in der Champions League waren Vorboten, was passiert, wenn es sportlich mal nicht läuft. Eine Mannschaft, deren Spieler nicht an einem Strang ziehen, kann langfristig keinen Erfolg haben. Vielleicht liegt dort genau die Chance für den VfB Stuttgart am Dienstag.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung