Ernüchterung beim VfB

Letzte Hoffnung Camp Nou

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 03.10.2007 | 10:21 Uhr
Mario Gomez Abidal Stuttgart Barcelona
© Getty
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Stuttgart - Am Ende konnten alle wieder schmunzeln. Naja, fast alle. Nur dieser Schwaben-Spanier nicht.

Mario Gomez hatte einen richtig dicken Hals und der rührte nicht von geschwollenen Mandeln her. Im Interview-Marathon in der Mixed Zone, dem am härtesten umkämpften Flecken Erde im Daimler-Stadion an diesem Abend, gab Gomez eine unfreiwillige Parodie auf Oli Kahn (alle Tore und die Stimmen im Video bei SPOX.TV).

Immer wieder zupfte er sich mal an der Nase, mal am Ohrläppchen. Blickkontakt mit den Fragestellern fand nicht statt. Es stand einfach ein völlig unzufriedener Mann da und der machte aus seiner Gemütslage keinen Hehl.

"Was juckt es mich, dass ich vor ein paar Jahren noch Romario und Ronaldo und Barca gut fand", konnte er die immergleiche Frage nach seinem Jugend-Spleen nicht mehr hören. "Wir haben verloren und das ist enttäuschend. Alles andere ist völlig egal."

Null wie null Punkte 

Ein 0:2 gegen eine Mannschaft, die den Fußball lebt wie keine andere, ist keine Schande. Aber es ist in der nüchternen Welt der UEFA-Arithmetik eine Null. Eine Null wie null Punkte.

Da hilft auch das Lob des Siegers wenig. "Am Ende sieht es locker aus und wir hatten das Spiel ganz gut im Griff, aber bei Gomez' Chance in der ersten Halbzeit können wir auch zurückliegen - dann wird es richtig, richtig schwer für uns", bemerkte Thierry Henry.

Da aber auch die beste Mannschaft der Welt nicht ohne Torhüter auskommt und in Victor Valdes einen famosen Vertreter seiner Zunft aufbieten konnte, ging der VfB kurz vor der Halbzeit nicht in Führung und das Spiel nahm seinen eigentlich vorbestimmten Lauf.

Die Erkenntnisse des Spiels

Was aber brachte der Abend sonst noch zu Tage? Ein paar wichtige und mitunter auch positive Erkenntnisse, wie SPOX.com meint.

Der Lernprozess: Im Vergleich zum Auftritt in Glasgow steigerte sich der VfB enorm. Gegen die Rangers stolperte Stuttgart vor offensichtlicher Nervosität nur so über den Platz, gegen das eindeutig schwerere Kaliber aus Katalonien sah vor allem das Spiel in der Vorwärtsbewegung schon um Klassen besser aus.

Gut zu beobachten war der Qualitätssprung bei den ganz Jungen. Sami Khedira und vor allem Serdar Tasci zeigten eine abgebrühte Vorstellung. Besonders Tasci spielte in der Innenverteidigung souverän und heimste sich so manch bewunderndes Kopfnicken der spanischen Kollegen auf der Pressetribüne ein. Nur beim 0:2 ließ er Henry laufen.

Generell darf nicht verschwiegen werden, dass in einigen Situationen trotzdem noch die nötige Cleverness fehlt. Gomez etwa mühte sich redlich gegen Eric Abidal und Lilian Thuram und hatte auch die besten VfB-Chancen. Gegen die beiden Abwehr-Maschinen aus Frankreich hatte der Nationalspieler ansonsten einen sehr schweren Stand.

Die Standardsituationen: So ein Eckball oder Freistoß, das sind wichtige Sachen im Fußball. Leider macht der VfB da fast schon traditionell immer noch viel zu viel falsch. "Ich habe es langsam satt, immer wegen so einer blöden Standardsituation Spiele zu verlieren", raunzte Gomez über das erste Gegentor. Aber auch in der Offensive gibt es noch jede Menge Trainingsbedarf.

Die handvoll Ecken und Freistöße rangen Barca noch nicht mal ein müdes Lächeln ab. Auch in der Bundesliga stehen nach acht Spielen exakt null Tore nach ruhenden Bällen zu Buche. Selbst für einen Abstiegskandidaten wäre diese Statistik unterirdisch.

Das Glück-Pech-Missverhältnis: Läuft es, dann geht Gomez' Kopfball ins Tor und nicht an die Latte. Läuft es, dann lächelt Alexander Farnerud kurz und schiebt die Kugel aus einem Meter ein. Läuft es, dann springt der Ball Henry nach Tascis Rettungsversuch nicht irgendwie wieder vor die Treter, sondern ins Aus. Läuft es, dann fälschen weder Gomez (0:1) noch Roberto Hilbert (0:2) die Kugel ab und Raphael Schäfer greift beherzt zu.

Es läuft aber momentan überhaupt nicht, zum großen Teil selbst verschuldet. "Einige haben Angst, einen Fehler zu machen. Wir sind nicht frei im Kopf", befindet Kapitän Fernando Meira. Es wird ihm niemand widersprechen.

Barca on their side: Mal angenommen, der FC Barcelona spielt die Vorrunde halbwegs konzentriert, sagen wir mal, bis zum fünften Spieltag. Das hieße dann fünf Siege aus fünf Spielen, weil die Katalanen natürlich alles wegbügeln.

Stuttgart ist in den Heimspielen gegen Lyon und die Rangers in der Bringschuld, keine Frage. Heißt, sich selbst sechs Punkte aufs Konto zu bringen. "Wenn wir Lyon und Glasgow nicht zu Hause schlagen, haben wir im Achtelfinale auch nichts verloren. So einfach ist das", sagt deshalb auch Gomez. Oder Fernando Meira: "Ich finde, das Ergebnis aus Lyon ist gut für uns. Barca schlägt Glasgow, wir gewinnen gegen Lyon und dann sind wieder voll dabei."

Bleibt noch das Auswärtsspiel in Lyon. Ein Punkt dort wäre Gold wert. Die völlig simple Gleichung ginge dann so: Barca (15 Punkte) ist natürlich als Erster durch. Lyon (1) und Glasgow (6) spielen gegeneinander und können dabei machen, was sie wollen.

Barcelona wird im letzten Heimspiel gegen Stuttgart nur mit halber Kraft spielen, denn vier Tage später steht für Barca ein schweres Auswärtsspiel in Valencia an (Zum Nachrechnen: Der SPOX-Tabellenrechner). Noch Zweifel, dass der VfB (bis dato 7 Punkte) das Camp Nou stürmen wird?

Als kleine Hilfestellung für Frank Rijkaard hat SPOX.com schon mal seine Startelf für den letzten Spieltag notiert: Jorquera - Oleguer, Edmilson, Sylvinho, Zambrotta - Krkic, Crosas, Toure - dos Santos, Gudjohnsen, Ezquerro. Könnte klappen, oder?

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