Kolumne von Wolff Fuss

Undurchsichtiges Netzwerk der Macht

SID
Mittwoch, 24.10.2007 | 13:55 Uhr
© Getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

München - Gegen Schalke ließ der FC Chelsea nichts anbrennen und gewann souverän mit 2:0. Dennoch läuft derzeit nicht alles rund beim Klub von Michael Ballack.

Premiere-Kommentator Wolff C. Fuss nahm Chelsea unter die Lupe und erklärt das undurchsichtige Netzwerk der Macht.

Mystik Roman Empire

Der Anfang und das Ende dieses Netzwerks heißt Roman Arkadjewitsch Abramowitsch, der reichste Mann Russlands, einer der reichsten Männer der Welt. 

Stellen Sie sich mal folgendes vor: Sie sind unfassbar reich und interessieren sich für Fußball. Ohne konkrete Vereinszugehörigkeit. Und weil Sie so unglaublich reich sind, bauen Sie sich ihren Klub eben selbst. Da Sie realitätsnah sind und wissen, dass es Jahre dauert, bis Sie einen Klub von ganz unten nach ganz oben heben können, suchen Sie sich einfach irgendeinen Erstligisten mit soliden Rahmenbedingungen, in irgendeinem Land.

Der Drahtzieher

Nach der WM 2002 zeigte Abramowitsch unter anderem bei Arsenal, Manchester United und Lazio Rom seine Bereitschaft, die Anteilsmehrheit in deren Verein zu erwerben. Sie alle schreckte die plötzliche Machtfülle eines weitestgehend unbekannten Finanziers. Den FC Chelsea nicht.

Drahtzieher und gleichzeitig Abramowitschs Chefunterhändler bei den Gesprächen mit der damaligen Klubführung war ein gewisser Pini Zahavi. Ein Mann, der bis zum heutigen Tage ohne offizielle Funktion beim FC Chelsea ist und trotzdem wichtigster Berater für Abramowitsch.

In der Beurteilung des gebürtigen Israeli in der englischen Medienlandschaft ragt die Spannweite zwischen sympathischer Tausendsassa und kriminell veranlagter Geschäftemacher. Er ist offiziell weltweit agierender Spielerberater, Mitinhaber von Israels größter Sportrechte-Agentur und war an den größten Transfers der Premier League in den letzten Jahren beteiligt. Kurzum: er vermittelt alles und jeden überallhin.

Allerdings nicht immer diesseits der Richtlinien des Erlaubten: Als sich zum Beispiel Chelsea und Ashley Cole (bis 2006 bei Arsenal) schon im Jahr zuvor verbotenerweise zu Verhandlungen trafen, schaffte er die Rahmenbedingungen; als 2006 in England ein Schmiergeldskandal bei Spielertransfers aufgedeckt wurde, gehörte er zu den Beschuldigten. Und, und, und...

Der Moneymaker

Peter Kenyon war der vielleicht genialste Schachzug der Ära Abramowitsch. Der 54-Jährige ist ein ausgewiesener Kenner des Fußballs und anerkannter Marketingfachmann. Er machte Manchester United, gemeinsam mit Alex Ferguson, zwischenzeitlich zum reichsten Klub der Welt. Der neureiche russisch dominierte Verein bekam damit 2004 wieder ein englisches Gesicht. Die Aura des Dubiosen, etwas Zwielichtigen, sollte vom Verein weichen.

Kenyons Seriosität sollte dabei helfen und half. Er wurde neben Jose Mourinho die öffentliche Figur des Vereins. Nach dessen Demission war er der einzige aus der Führungsriege, der zu den Ereignissen Stellung bezog. Er besetzt die Rolle des Gut-Menschen im Chelsea-Konsortium.

Nachdem der Klub in den vergangenen beiden Jahren über 300 Millionen Euro Verlust gemacht hat, soll er jetzt den Turnaround schaffen. Allein, wie das gelingen soll, bleibt bei den immer noch überschwänglichen Geschäftgebaren, schleierhaft.

Das sportliche Netzwerk

Da sind vor allem zwei Personen zu nennen: Piet de Visser, holländischer Talentscout, und Frank Arnesen, ehemaliger dänischer Nationalspieler. De Visser und Arnesen nehmen für sich in Anspruch, Leute wie Ronaldo, Romario, Jaap Stam, Ruud van Nistelrooy oder Arjen Robben entdeckt zu haben. Durch Robbens Verpflichtung lernte man sich kennen. Piet de Visser wurde Scout beim FC Chelsea, Arnesen Leiter der Nachwuchs- und Scoutingabteilung.

Er kam gegen den Willen von Jose Mourinho. Eine weitere sportliche Instanz wurde geschaffen, das fast freundschaftliche Verhältnis zwischen Trainer und Inhaber kühlte merklich ab.

Die Interimslösung

Es gibt in England Kollegen, die behaupten, Avram Grant sei im vergangenen Sommer auch deshalb Director of Football bei den Londonern geworden, um Mourinho im Falle eines Falles ablösen zu können.

Lassen Sie uns bitte sachlich bleiben: Der Mann hat seit fünf Jahren keine Vereinsmannschaft trainiert, ist nicht im Besitz einer für Premier-League-Cheftrainer notwendigen UEFA-Pro-Lizenz, sein bislang größter internationaler Erfolg ist die Fast-Qualifikation für die WM 2006 mit Israel. Bei allem Respekt, auch vor der Freundschaft zwischen ihm und dem Chelsea-Boss: Es ist schwer vorstellbar, dass Abramowitsch Grant die sportliche Leitung ernsthaft langfristig anvertraut.

Die Verpflichtung von Henk ten Cate ist eventuell als ein erster Fingerzeig zu verstehen, dass Grant auf den eigens für ihn geschaffenen Posten des Directors of Football zurückgeschoben werden soll. Nebenbei sucht man nach der großen, bevorzugt holländischen Lösung.

Wer will?

Scheinbar ist es nicht so, dass die Stilikonen des Trainerwesens derzeit in ein lautes Heureka verfallen, wenn ihnen der Cheftrainerposten bei Chelsea angeboten wird. Frank Rijkaard sagte fürs Erste ab. Guus Hiddink verlängerte jüngst demonstrativ seinen Vertrag beim russischen Verband. Wobei eine Doppelfunktion bei ihm ja bekanntermaßen nicht kategorisch ausgeschlossen ist. 

Apropos kategorisch ausgeschlossen - am Ende ist auch folgendes Szenario denkbar: Grant gewinnt die nächsten zehn Spiele zu Null, im Team setzt ein Selbstreinigungsprozess ein, die Verletzten kommen zurück, der Fußball wird attraktiver und Kenyon sagt: "Grant ist und bleibt unser Trainer. Wir haben vollstes Vertrauen zu ihm und haben zu keinem Zeitpunkt über einen anderen Trainer nachgedacht."  Das würde den FC Chelsea dann fast wieder zu einem ganz normalen Fußballklub machen.

Bleiben Sie sportlich,

Wolff Fuss

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung