Hintergrund

Lieber zurück an den Cerro de Los Angeles

Von Thomas Gaber
Mittwoch, 19.09.2007 | 14:20 Uhr
Schuster, Bernd, Madrid, Kamera
© Imago
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München - Als Trainer des FC Getafe war Bernd Schuster schon in den letzten beiden Jahren mittendrin.

In seiner ehemaligen Wahlheimat liegt nämlich der Cerro de Los Angeles, der geographische Mittelpunkt Spaniens.

Sportlich war und ist der FC Getafe aber nur eine Randfigur - trotz der Teilnahme am spanischen Pokalfinale im Juni 2007 und dem damit verbundenen Einzug in den Uefa-Cup.

Angebot von Real Madrid

Bernd Schuster war das alles nicht gut genug. Er hat dies öfter mal öffentlich kundgetan. Ramon Calderon hat das dann mitbekommen und den Bernd im Sommer gefragt: Darf's ein bisschen mehr sein, blonder Engel?

Und wenn sich der Präsident von Real Madrid schon so höflich nach dem Wohlbefinden eines gebürtigen Augsburgers erkundigt und ihm ein konkretes Angebot unterbreitet, käme eine Absage Blasphemie gleich.

Schuster denkt an Abschied

Und so siedelte der kleine Bernd aus dem kleinen Getafe ins große Madrid mit dem großen Estadio Bernabeu über. Als Coach von Real Madrid hat sich Schuster seinen Lebenstraum erfüllt.

Doch nach nur drei Monaten kokettiert Schuster bereits mit der vorzeitigen Niederlegung seines hoch angesehenen Amtes.

"Ich muss erst einmal schauen, ob mir diese Art hier auf lange Sicht gefällt. Man muss dieses Jahr laufen lassen. Ich bin noch nicht ganz sicher, was dann kommt. Es ist hier nicht mehr so wie zu meiner aktiven Zeit. Es werden keine Informationen, sondern nur Meinungen weitergegeben. Das ist keine schöne Geschichte", sagte Don Bernardo nach dem 2:1-Sieg zum Champions-League-Auftakt gegen Werder Bremen bei Premiere.

SCHUSTER DENKT AN ABSCHIED: HIER GEHT'S ZUM VIDEO.

Traumjob Real-Coach?

Manch einer kommt jetzt auf die Idee, zu glauben, Schuster habe nicht alle Latten am Zaun. Immerhin ist er Trainer der beliebtesten und berühmtesten Mannschaft der Welt. Und das nicht im Wasser- oder Faustball, sondern in der international anerkannten Sportart Fußball.

Doch es gibt gute Gründe für Schusters Stimmungsschwankung.

60 Journalisten im Trainingslager 

Freilich wusste er vorher, dass ein Training von Real Madrid sicherlich mehr Menschen anzieht als die zweieinhalb Kiebitze, die Getafes Übungseinheiten beiwohnen und sich nebenbei über die Preiserhöhung für Lakritz-Schnecken im Kiosk an der Ecke echauffieren.

Doch die Dimensionen bei Real sind für Schuster offensichtlich too much. Das Trainingslager im österreichischen Gebirgskaff Irdning begleiteten mal eben 60 (!) spanische Journalisten. Zum Vergleich: Wenn die Bayern nach Dubai fliegen, haben sie etwa 15 Kollegen im Nacken.

Täglich berichten mehrere Sportzeitungen auf bis zu 20 Seiten über Real Madrid. Alles ist wichtig, nichts bleibt verborgen. Ob Rauls Springer am Ende auf d3 oder e1 steht, wenn er Guti mal wieder im Schach versohlt hat, interessiert die Kollegen ebenso wie die Anzahl der Diamanten auf Sergio Ramos' neuem D&G-Gürtel.

Capello auf Druck der Presse entlassen 

Wenn Real Testläufe vergeigt wie kürzlich in Hannover, werden in der Presse die schärfsten Geschütze aufgefahren. Beliebteste Zielscheibe ist in der Regel der Coach. Schuster legte sich schon vor dem ersten Pflichtspiel der Saison mit der schreibenden Zunft an.

Damit schaufelt man sich als Real-Coach normalerweise sein eigenes Grab. Dafür ist der Einfluss der Real-Hausblätter von "Marca" und "AS" zu mächtig. Meister-Trainer Fabio Capello wurde so lange niedergeschrieben, bis Calderon ein Einsehen hatte und den Italiener vor die Tür setzte.

Geschäft vor Sport 

Seit Real-Urgestein Vicente de Bosque, der die Machen- und Seilschaften im Verein wie kein Trainer vor und nach ihm kannte, hat es niemand länger als zwölf Monate bei den Königlichen ausgehalten.

Die Real-Legende Jose Antonio Camacho warf nach nur drei Monaten völlig entnervt das Handtuch. 

Und selbst der sehr zähe Manager Jorge Valdano, eine andere Real-Legende, hatte die Mechanismen bei Real irgendwann satt.

Schuster hat noch Ruhe 

Noch wird Schuster in Ruhe gelassen. Seine Mannschaft spielt guten Fußball. Aber wehe, wenn sie mal verliert...

Dann nämlich steht Schuster wieder im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt der Kritik. Dann doch lieber zurück an den Cerro de Los Angeles.

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