Fussball

Borussia Dortmund - Fortuna Düsseldorf 3:2: Trotz Hitz-Patzern: BVB darf weiter vom Titel träumen

Von Stefan Petri
Mario Götze (M.) und Thomas Delaney (r.) trafen für Borussia Dortmund.

Borussia Dortmund hat die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft vertagt. Am 33. Spieltag gewann der BVB daheim gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:2 (1:0) und hat vor dem letzten Spieltag am kommenden Samstag nur noch zwei Punkte auf den FC Bayern München.

Die Bayern kamen bei RB Leipzig nur zu einem 0:0 und müssen nun am letzten Spieltag daheim gegen Eintracht Frankfurt punkten. Dortmund reist am kommenden Wochenende zu Borussia Mönchengladbach.

"Der Druck war sehr groß", sagte Sebastian Kehl, Leiter der Dortmunder Lizenzspielerabteilung. "Jetzt haben wir das Finale, auf das wir uns riesig freuen." Für die Bundesliga sei es "superspannend", dass die Entscheidung noch einmal vertagt wurde: "Es war unser Ziel, die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag offen zu halten, das haben wir erreicht." Man glaube "ganz fest" daran, dass der Titel noch möglich sei - "aber natürlich müssen die Bayern dafür Federn lassen."

Ähnlich äußerten sich weitere BVB-Protagonisten. "Wir glauben immer daran", sagte Torschütze Pulisic. "Bayern ist in der besseren Ausgangsposition. Unsere Chance ist klein", gab Delaney zu. "Aber ich hoffe natürlich. Wir müssen gewinnen, ganz einfach. Dann schauen wir, was passiert."

Die Tabelle nach dem 33. Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München3383:315275
2.Borussia Dortmund3379:443573
3.RB Leipzig3362:273566
4.Borussia M'gladbach3355:401555
5.Bayer Leverkusen3364:511355
6.Eintracht Frankfurt3359:431654

BVB - Düsseldorf: Die Analyse

Für den verletzten Bürki hütete Hitz das BVB-Tor, zudem spielten Bruun Larsen für den angeschlagenen Sancho, sowie Piszczek und Pulisic in seinem letzten Heimspiel. Die Fortuna trat im 4-1-4-1 an, Gießelmann, Fink und Lukebakio rückten in die Startelf.

Nach forschem Beginn der Gäste übernahm die Borussia das Kommando, konnte sich gegen tief stehende Fortunen nur ganz wenig Substanzielles erspielen. Düsseldorf griff erst in der eigenen Hälfte an und stand diszipliniert in zwei Ketten vor dem Kasten, bei Ballgewinn stand Lukebakio jedoch vorn allein auf weiter Flur. Der traf nach dem ersten Fortuna-Konter sogar sehenswert, war jedoch aus dem Abseits gestartet.

Der BVB in den Kombinationen und im eigenen Pressing lange sehr behäbig, sodass das Publikum immer unruhiger wurde. Den ersten groben Abstimmungsfehler in Düsseldorfs Hintermannschaft nutzte Pulisic dann zu seinem ersten Kopfballtor in der Bundesliga überhaupt.

Nach der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse: Zunächst schenkte Hitz der Fortuna mit einem horrenden Torwartfehler den Ausgleich, doch nachdem die Nachricht vom aberkannten Bayern-Tor die Runde machte, traf Delaney im zweiten Versuch zur Führung. Nur Minuten später verursachte Hitz einen Foulelfmeter gegen Lukebakio, der Gefoulte zielte jedoch weit rechts vorbei.

Das Spiel blieb danach unruhig. Düsseldorf wagte sich aus der Deckung, hatte spielerisch aber sehr wenig zu bieten, Dortmund konnte die größeren Räume nicht nutzen, weil die Präzision verloren ging. Als die Fortuna zehn Minuten vor dem Ende noch einmal stärker wurde, flog Bodzek nach übler Grätsche gegen den eingewechselten Sancho vom Platz.

In der Nachspielzeit musste Dortmund trotz Götzes Tor noch einmal zittern, Düsseldorf warf trotz Unterzahl alles nach vorn.

Die Daten des Spiels Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf

  • Tore: 1:0 Pulisic (41.), 1:1 Fink (47.), 2:1 Delaney (53,), 3:1 Götze (90.+2), 3:2 Kownacki (90.+5)
  • Rote Karte: Bodzek (82./grobes Foulspiel)
  • Bes. Vorkommnis: Lukebakio verschießt Foulelfmeter (59.)
  • Dortmund erzielt als erstes Team der Bundesliga-Geschichte in jedem Heimspiel in einer Saison mindestens zwei Tore.
  • Mit 44 Punkten ist der BVB das beste Heimteam der Saison. Nur einmal war man besser (45 Punkte in der Saison 15/16).
  • Friedhelm Funkel kann auch sein 14. BL-Spiel als Trainer in Dortmund nicht gewinnen (11 Niederlagen, 3 Remis) - in der BL-Historie trat nur ein anderer Trainer so oft bei einem Team an und blieb sieglos (Karl-Heinz Feldkamp bei den Bayern) - keiner öfter.
  • Dodi Lukebakio ist der erste Düsseldorfer seit Gerd Zewe in der Saison 1984/85, der 2 BL-Elfmeter in Folge verschießt.
  • Hitz fabrizierte den schon neunten schweren individuellen Fehler vor einem BVB-Gegentor (acht davon in der Rückrunde).
  • Marcel Schmelzer kam in den letzten Minuten noch zu seinem 250. Bundesligaspiel.

Der Star des Spiels: Thomas Delaney (Borussia Dortmund)

War erstmals in seiner Zeit beim BVB an zwei Toren in einem Spiel beteiligt. Legte beim Führungstor per Kopf überlegt in die Mitte ab, das 2:1 jagte er kompromisslos im Nachschuss über die Linie.

Der Flop des Spiels: Marwin Hitz (Borussia Dortmund)

Der Ersatzmann von Bürki hätte Dortmund beinahe den Sieg gekostet. Fast schon erstaunlich, wie er es fertig brachte, sich einen harmlosen Kopfball durch die eigenen Beine zu drücken. Danach sichtlich verunsichert, kam gegen Lukebakio beim Elfer viel zu spät - und hatte Glück: Bei Lukebakios Strafstoß war er mindestens zweiter vor der Linie, das hätte man auch wiederholen lassen können.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler

Hatte zunächst fast gar nichts, in der zweiten Hälfte dann etwas mehr zu tun. Blieb aber jederzeit Herr der Lage und bekam Hilfe aus dem VAR-Keller: Das Tor Lukebakios wegen Abseits zurückzupfeifen, war korrekt. Der Elfmeter gegen Hitz ebenfalls vertretbar, weil der Schlussmann nur den Gegner, aber nicht den Ball traf. Der ausgebliebene Pfiff bei Piszczek im Strafraum war korrekt, die Rote Karte für Bodzek nach dessen Grätsche alternativlos.

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