Fussball

Hertha BSC - Stuttgart 3:1: VfB trotz erneuter Pleite so gut wie sicher in der Relegation

Von SPOX
VfB-Keeper Zieler lässt nach vorne abprallen, Ibisevic staubt zum 1:0 für die Hertha ab.

Kein Feuer, kaum Offensivgefahr und Patzer in der Defensive: Der VfB Stuttgart erlebte beim 1:3 (0:2) bei Hertha BSC einen Rückfall in alte Weinzierl-Zeiten. Interimstrainer Nico Willig, in der Vorwoche nach seinem Einstand noch gefeiert, wählte eine viel zu defensive Taktik, fand den Schuldigen für die Niederlage aber zunächst woanders.

"Es gab die Chance, auf die Siegerstraße einzubiegen. Das haben wir nicht verbockt, sondern das wurde an anderer Position verbockt", wetterte der Coach und meinte damit den nicht gegebenen Elfmeter nach einem Handspiel von Herthas Karim Rekik (35.) im Strafraum. "Wenn wir den Videoassistenten schon installieren, hätte er in diesem Moment im Keller online sein müssen", beschwerte sich Willig.

Auch Stuttgarts Spieler waren sauer. "Für was haben wir den Videobeweis. Das war das klarste Handspiel der letzten Wochen, Monate, vielleicht sogar der gesamten Saison", meinte VfB-Offensivspieler Alexander Esswein, derzeit von Hertha an Stuttgart verliehen. Rekik wies alle Schuld von sich. "Von einem Handspiel habe ich nichts mitbekommen", meinte der Niederländer.

Ron-Robert Zieler kritisiert Passivität

Doch trotz aller berechtigter Wut muss sich Willig auch ankreiden lassen, dass seine Spieler nicht mehr die nötige Leidenschaft auf den Platz brachten, die sie noch zu seiner Premiere beim 1:0 in der Vorwoche gegen Borussia Mönchengladbach gezeigt haben. "Es war schon so, dass wir nicht so draufgehen wollten wie gegen Gladbach. Das bedeutete aber nicht, dass wir so passiv werden", meinte Torhüter Ron-Robert Zieler.

Mit ihrer vorsichtigen Art luden die Schwaben die ebenfalls nicht überragenden Berliner zum Toreschießen ein. Vedad Ibisevic (40.), Ondrej Duda (40.+1) und Salomon Kalou (67.) nahmen dankend an und brachten Hertha mit 3:0 in Führung. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Mario Gomez (70.) löste nur noch wenig Hoffnung aus.

Relegation für VfB Stuttgart wohl nicht mehr in Gefahr

Zum Glück für die Stuttgarter verloren auch Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg, sodass die Relegation bei fünf Punkten Vorsprung und noch zwei ausstehenden Spielen nicht mehr in Gefahr sein dürfte. "Wir haben jetzt noch zwei wichtige Spiele, diesen Relegationsplatz zu erreichen. Uns wird nichts geschenkt", stellte Willig fest. In den letzten beiden Spielen müssen die Schwaben zu Hause gegen den VfL Wolfsburg und am letzten Spieltag auswärts bei Schalke 04 ran.

Willig dürfte sich aber auch mächtig geärgert haben, weil er mit der Vorstellung seiner Elf keine Bewerbung für eine weitere Beschäftigung im Profibereich abgegeben hat. Beim VfB will man eh auf einen erfahreneren Coach setzen, Willig soll zurück in die U19. Die beiden heißesten Anwärter sind Kiels Trainer Tim Walter und Zsolt Löw, Co-Trainer von Thomas Tuchel bei Paris St. Germain. Domenico Tedesco, in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen, werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Herthas scheidender Coach Pal Dardai freute sich über den ersten Sieg nach zuvor sieben Partien ohne Erfolgserlebnis diebisch. "Das ist ein schönes Gefühl", sagte der Ungar ein.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung