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1. FC Nürnberg - FC Bayern München 1:1: Nur remis im Derby! FCB nutzt BVB-Patzer nicht

Bayern ist in Nürnberg nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Der FC Bayern München hat am 31. Spieltag der Bundesliga die Vorentscheidung im Titelkampf verpasst. Nach dem Patzer von Borussia Dortmund kam die Mannschaft von Trainer Niko Kovac beim Derby beim 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.

Kovac winkte genervt ab, ließ sich auf die Bank fallen und schaute fassungslos aufs Spielfeld. "Es ist total ärgerlich. Wir hätten uns einen Matchball erspielen können", sagte er bei Sky.

Der schwache Tabellenführer konnte die Steilvorlage von Schalke 04 nicht nutzen und baute seinen Vorsprung auf Verfolger Dortmund drei Spieltage vor Saisonende nur auf zwei Punkte aus.

Kovac änderte seine Startelf auf zwei Positionen

Kovac änderte seine Startelf im Vergleich zum 3:2-Sieg im DFB-Pokalhalbfinale in Bremen auf zwei Positionen: Boateng ersetzte den am Mittwoch gesperrten Süle, Goretzka ersetzte Gnabry und reihte sich hinter Lewandowski ein. Müller rückte dafür auf rechts.

Der FC Bayern dominierte das Spiel zwar von Beginn an, agierte im vorderen Drittel aber viel zu ideenlos. Etliche Angriffe endeten mit unpräzisen Flanken aus dem Halbfeld. Die einzige gefährliche Bayern-Chance der ersten Halbzeit resultierte folgerichtig aus einer Standardsituation. Alaba scheiterte mit einem direkten Freistoß aber an den Fingerspitzen von Nürnberg-Keeper Mathenia und der Latte (23.).

Nürnberg verteidigte mit zwei eng gestaffelten Viererketten gut, setzte zunächst aber keine offensiven Akzente. Erst zehn Minuten vor der Halbzeit wurde Nürnberg erstmals gefährlich: zunächst schoss Pereira rechts vorbei, dann verschätzte sich Ulreich bei einem Rückpass, klärte letztlich aber knapp vor Löwen. Beflügelt von diesen Möglichkeiten war Nürnberg bis zum Seitenwechsel die bessere Mannschaft.

Gnabry kam zur Halbzeit für Müller

Kovac reagierte auf den schwachen Auftritt seiner Mannschaft und wechselte zur Pause: für Müller kam Gnabry. Statt des erwarteten Sturmlaufs folgte aber der Schock für den FC Bayern. Ulreich ließ einen Löwen-Schuss nur nach vorne klatschen, Pereira kam an der Strafraumgrenze an den Ball und schoss zum 1:0 ein (48.). Wenig später vertändelte Nürnberg bei einem Konter die große Chance auf das 2:0. Kovac setzte daraufhin alles auf Offensive und brachte James für Martinez.

Der FC Bayern agierte fortan zwar druckvoller, erspielte sich aber weiterhin keine klaren Torchancen. Erneut war es eine Standardsituation, die für Gefahr sorgte. James scheiterte aber an Mathenia und der Latte (69.). Kurz darauf nahm Kovac den gerade erst eingewechselten James für Davies wieder vom Platz (72.).

"Nach fünf Minuten kam Thiago zu mir und meinte, James spüre etwas an der Wade. Er konnte jetzt nicht genau definieren, ob da etwas kaputt gegangen ist, oder ob er sich da nur etwas gezerrt hat", erklärte Kovac. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach von einer "Verhärtung".

Nach einer Coman-Flanke erzielte Gnabry den Ausgleich für den FC Bayern (75.). Dann wurde es verrückt: erst bekam Nürnberg einen berechtigten Foulelfmeter, den Leibold an den rechten Pfosten setzte (90.+1). Dann lief Coman (90.+5) alleine auf Mathenia zu, schoss den Nürnberg-Keeper aber genau an.

Die Daten des Spiels 1. FC Nürnberg gegen FC Bayern München

  • Tore: 1:0 Pereira (48.), 1:1 Gnabry (75.)
  • Bes. Vorkommnis: Leibold verschießt Foulelfmeter (90.+1/Nürnberg)
  • Nürnberg begann in der Bundesliga zum vierten Mal in Folge mit der gleichen Startelf. Das gab es zuletzt im Frühling 2006 unter Trainer Hans Meyer.
  • Robben stand erstmals seit Ende November wieder im Kader des FC Bayern. Letztmals kam er in der Champions League gegen Benfica (5:1) zum Einsatz.
  • Der FC Bayern kassierte im siebten Bundesligaauswärtsspiel hintereinander mindestens ein Gegentor. So eine lange Serie gab es für die Münchner zuletzt 2010/11 unter Louis van Gaal (13 Spiele).

Der Star des Spiels: Matheus Pereira (1. FC Nürnberg)

Pereira erzielte nicht nur das zwischenzeitliche 1:0, sondern war generell der gefährlichste und aktivste Nürnberger Offensivspieler. Bereits in der ersten Halbzeit schoss er knapp vorbei.

Der Flop des Spiels: Leon Goretzka (FC Bayern München)

Erstmals seit fünf Pflichtspielen stand Goretzka wieder in der Startelf - und rechtfertigte das in ihn gesteckte Vertrauen nicht. Goretzka fand auf der Zehn keinen Zugriff aufs Spiel und war mitverantwortlich für das ideenlose Spiel seiner Mannschaft. Schwach auch seine Zweikampfquote von unter 50 Prozent.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler

Stieler hatte die Partie gut unter Kontrolle und leistete sich keine nennenswerten Fehler. Für Davies' Ellenbogenschlag kurz vor Schluss Elfmeter zu geben, war korrekt.

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