Fussball

1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 1:1: Nübel-Heldentaten! S04 punktet in Nürnberg

Von Alexander Hagl
Schalke-Coach Huub Stevens (r.) sah ein schlimmes Spiel seines Teams.

Zu Beginn des 29. Bundesliga-Spieltags am Freitagabend haben sich der 1. FC Nürnberg und Schalke 04 1:1 unentschieden getrennt. Durch das Remis verpasste der Club die Chance, im Abstiegskampf näher an die Knappen heranzurücken.

Weiterhin trennen beide Teams neun Punkte. Nürnbergs Rückstand auf den VfB Stuttgart auf dem Relegationsrang beträgt nun drei Zähler.

Nach der Partie machten die S04-Fans mit "Außer Nübel könnt ihr alle gehen"-Gesängen ihren Frust Luft. Kubo hatte die über weite Strecken deutlich überlegenen Gastgeber in der 82. Minute in Führung gebracht, Nastasic wenig später ausgeglichen. Daniel Caligiuri zeigte bei Eurosport Verständnis für die Anhänger: "Die erste Halbzeit war sehr, sehr schlecht. In der zweiten haben wir ein anderes Gesicht gezeigt. Ich kann den Ärger der Fans verstehen."

Während die Nürnberger vor allem mit Referee Robert Kampka haderten, der ein Tor von Behrens zurückgepfiffen hatte, wählte Burgstaller deutliche Worte: "Wir müssen uns jetzt den Arsch aufreißen, sonst erleben wir ein blaues Wunder." Im Saisonendspurt trifft Schalke unter anderem noch auf die Abstiegskonkurrenten Augsburg (32. Spieltag) und Stuttgart (34.).

Nürnberg gegen Schalke: Die Analyse

Im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spiel brachte Schalke-Coach Stevens Sane, Harit und Skrzybski van Anfang an. Nastasic und Embolo mussten auf der Bank Platz nehmen. Serdar fehlte gesperrt, Rudy saß auf der Bank. FCN-Trainer Schrommers vertraute dagegen der Elf, die in Stuttgart unentschieden gespielt hatte.

Vor dem Spiel beeindruckten die Fans beider Klubs mit einer gemeinsamen Choreographie. Zudem zeigte sich die Freundschaft der Bundesligisten durch die Aktion Trikottausch.

Nürnberg nutzte die Anfangseuphorie und kam zu einigen hochkarätigen Chancen. Auffallend dabei der etwas ungewöhnliche Spielaufbau: Eduard Löwen ließ sich in Ballbesitz als rechter Halbverteidiger fallen, wodurch die Abwehrkette des FCN zu einer Fünferkette mutierte.

Anschließend verflachte die Partie zusehends. Beide Teams hatten keine zündende Idee, das letzte Drittel zu bespielen. Lediglich Löwens Freistoß (35.) versprühte einen Hauch von Gefahr. Kurios wurde es nur vor der Pause, als Schiedsrichter Robert Kampka den Franken ein wohl reguläres Tor verwehrte und Schalkes Keeper Nübel nur wenige Augenblicke später einen Elfmeter von Behrens parierte.

Schalke zeigte sich nach dem Seitenwechsel engagierter und lief den Gegner höher an. Hochkarätige Tormöglichkeiten konnten sich die Königsblauen jedoch trotz höheren Ballbesitzanteils nicht erspielen. Im Gegenteil: Der FCN hatte einige gute Umschaltgelegenheiten, Nübel hielt fantastisch gegen Kerk sowie gegen Pereira.

Zum Spielende ging es dann hoch her. Yuya Kubo brachte den Club per Kopf in Führung, Matija Nastasic fälschte drei Minuten später einen Schuss von Omar Mascarell ins Nürnberger Tor ab. Insgesamt ein durchaus glücklicher Punktgewinn für Schalke.

Die Daten des Spiels 1. FC Nürnberg gegen FC Schalke 04

  • Tore: 1:0 Kubo (82.), 1:1 Nastasic (85.)
  • Bes. Vorkommnis: Nübel hält Foulelfmeter von Behrens (45.+2)

Der Star des Spiels: Alexander Nübel (FC Schalke 04)

Der Youngster im Gelsenkirchener Tor hatte in der ersten Halbzeit Glück, dass Kampka Behrens Einsatz zurückpfiff. Hielt den Elfmeter sowie Kerks Schuss in Durchgang zwei glänzend. Auch am Ende gegen Pereira auf dem Posten.

Der Flop des Spiels: Steven Skrzybski (FC Schalke 04)

Als Stürmer neben Guido Burgstaller aufgestellt, fand überhaupt nicht in die Begegnung. Skrzybski hatte nur zehn Ballaktionen und verlor dabei fünf Mal den Ball. Die Auswechslung zur Pause war die logische Folge.

Der Schiedsrichter: Robert Kampka

Der 37-Jährige stand vor der Pause im Mittelpunkt. Gab das reguläre Tor von Hanno Behrens, der schlichtweg schneller am Ball war als der zu spät reagierende Nübel, nicht. Zeigt nur kurz später auf den Punkt, als Nübel Pereira im Sechzehner zu Fall brachte. Leitete ansonsten die Partie umsichtig, hätte Stambouli in der Schlussminute für sein Einsteigen gegen Pereira auch vom Platz stellen können.

Die Reaktionen der Trainer

Boris Schommers (Interimstrainer 1. FC Nürnberg): "Wir haben heute zwei Punkte verloren. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat das beste Spiel unter meiner Leitung gemacht. Wir hatten viele gute Chancen, dazu kommt dann eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Ich verstehe nicht, warum man die technischen Hilfsmittel nicht in Anspruch nimmt. Wir sind heute an unserer Chancenverwertung, dem Schiedsrichter und einem überragenden Nübel gescheitert."

Huub Stevens (Interimstrainer Schalke 04): "Das war ein schlechtes Spiel. Wir haben zu wenig Fußball gezeigt und keine gute Leistung gebracht. Das war der pure Abstiegskampf. Wir können nur zufrieden sein, dass wir nach dem 0:1 noch den Ausgleich gemacht haben."

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