Fussball

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf 0:1: F95 siegt dank Torwart-Patzer

SID
Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf spielen beide gegen den Abstieg.

Bei Hannover 96 fällt der Weihnachtsurlaub aus: Das Team von Trainer Andre Breitenreiter verlor gegen Fortuna Düsseldorf zum Hinrunden-Abschluss der Fußball-Bundesliga nach einem Tor von Oliver Fink in der Nachspielzeit (90.+2) verdient mit 0:1 (0:0) und überwintert auf einem direkten Abstiegskampf.

Damit verfehlten Kapitän Waldemar Anton und Co. die Vorgabe ihres Trainers für einige frei Tage. Hannover hat sieben Punkte Rückstand auf den direkten Konkurrenten Fortuna und muss in der spielfreien Zeit elementare Verbesserungen herbeiführen.

Das Team von Trainer Friedhelm Funkel surft dagegen kurz vor den Festtagen auf einer Erfolgswelle. Die Rheinländer schafften eine perfekte englische Woche mit neun Punkten aus drei Partien und gehen mit ordentlichen 18 Punkten in die Pause.

Die 34.200 Zuschauer in Hannover sahen bemühte Gastgeber, die vor der Winterpause unbedingt noch die Trendwende schaffen wollten. Aber es fehlte 96 lange an Dribblings, an gefährlichen Flanken, an überraschenden Pässen, um die gut sortierte Gäste-Defensive auszuhebeln. Die Fortuna kam im zweiten Durchgang zu großen Chancen auf einen Treffer.

Der Druck auf Hannover wächst immer weiter. Mindestens drei Zähler aus den letzten beiden Spielen des Jahres 2018 - diese klare Bedingung hatte Breitenreiter für einen Festtagsurlaub seiner Mannschaft aufgestellt. Nach dem Punktgewinn in Freiburg (1:1) brauchten die Gastgeber gegen die zuletzt so starke Fortuna also einen Sieg.

Dodi Lukebakio sorgt für erstes Ausrufezeichen

Die erste Duftmarke setzte aber Düsseldorfs Shootingstar Dodi Lukebakio per Fernschuss, Michael Esser im Tor musste nicht eingreifen (10.). Danach übernahmen die Hausherren die Initiative und hatten in Hendrik Weydandt einen permanenten Unruhestifter in ihren Reihen. Der robuste Mittelstürmer war im Kopfballduell schwer zu schlagen und versuchte es auch aus der Distanz gefährlich (23.).

Dennoch konnten die Gäste zur Pause zufrieden sein, das Konzept von Funkel mit einer dichten Defensive und Nadelstichen im Umschaltspiel funktionierte. Der Ex-Hannoveraner Kenan Karaman kam aus spitzem Winkel noch zu einem gefährlichen Abschluss (36.).

Die 96er waren nach dem Wechsel gefordert, Tempo und Intensität noch einmal deutlich zu erhöhen. Breitenreiter, der vom mächtigen Präsidenten Martin Kind eine Jobgarantie auch für den Fall einer Niederlage ausgestellt bekommen hatte, sah aber kaum erquickende Momente.

Die Fortuna kam weiter zu den besseren Möglichkeiten, und Esser musste sein ganzes Können abrufen. Bei einer Direktabnahme von Niko Gießelmann rettete der 96-Schlussmann mit blitzschneller Reaktion (61.), auch bei den guten Chancen von Karaman (64.) und Kevin Stöger (74.) war der 31-Jährige auf dem Posten. Bei Finks Siegtreffer, einem Schuss von der Strafraumgrenze, patzte Torwart Michael Esser.

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf: Die Stimmen

Andre Breitenreiter (Trainer Hannover 96): "Wir sind niedergeschlagen, die Jungs haben alles versucht. In der ersten Halbzeit haben wir viele Strafraumsituationen kreiert, haben aber immer noch ein Bein im Abschluss vor uns gefunden. Es ist ganz, ganz bitter, das Spiel in der Nachspielzeit zu verlieren. Kein Vorwurf an 'Bruno' Esser, dass ihm so ein klarer Fehler passiert. Am wichtigsten war für mich zu sehen, dass eine Mannschaft auf dem Platz stand. Das war bislang nicht immer so. Mit Verstärkungen für die Rückserie habe ich die absolute Überzeugung, dass wir den Rückstand aufholen und die Klasse halten können."

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Es ist einfach großartig, was meine Mannschaft in der englischen Woche geleistet hat. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das vor der Woche so nicht erträumt. Ich glaube, dass alle Spiele verdient gewonnen wurden, das gibt uns natürlich ein gutes Gefühl. Mit diesem Gefühl fahren wir jetzt nach Hause, da darf sich jeder freuen, da darf jeder feiern, das haben wir verdient. Wir haben 18 Punkte, das ist toll. Aber damit hat man noch nichts erreicht. Wir bleiben demütig und bescheiden."

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