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Borussia Dortmund - FC Bayern München 3:2: Reus und Alcacer vergrößern BVB-Vorsprung

Dortmunds Kapitän Marco Reus (M.) erzielte gegen die Bayern einen Doppelpack.

Borussia Dortmund hat den Vorsprung gegenüber dem FC Bayern München auf sieben Punkte ausgebaut. Der BVB gewann das Top-Spiel am 11. Spieltag der Bundesliga mit 3:2 (0:1) gegen den FCB und bleibt damit weiterhin Tabellenführer.

Starke erste Halbzeit des FC Bayern, der forsch begann und nach sechs Minuten bereits drei Ecken auf dem Konto hatte. Die Münchner liefen Dortmunds Spielaufbau sehr frühzeitig an, pressten enorm hoch und kamen beim Ballbesitz an die 70-Prozent-Marke. Vor allem die linke Seite aus Alaba und Ribery nutzte die Defensivschwächen von Sancho gut aus.

Der BVB daher mit großen Schwierigkeiten im Mittelfeldzentrum, das die Bayern klar dominierten und bei Dortmund häufig inexistent war. Martinez und Goretzka auf der Doppelsechs halfen den Bayern zudem, Stabilität in ihr Spiel zu bekommen. Die Hausherren so ohne Kontrolle. Der BVB kam lediglich durch Konter nach vorne, da die Gäste nach eigenen Standards ziemlich offen standen und in Gefahr gerieten, wenn die erste Pressingwelle keinen Ballgewinn einbrachte.

Von diesen Tempogegenstößen hatte die Borussia besonders in der Anfangsviertelstunde einige, doch sie wurden jeweils schlecht ausgespielt und der letzte Pass nicht an den Mann gebracht. Reus ließ dabei nach einem Hummels-Patzer die größte Chance liegen (10.). Gegen Ende der Hälfte Dortmund dann mit dem Mehr an Ballbesitz, die Bayern lauerten auf Konter.

Auch Halbzeit zwei direkt sehr intensiv. Dortmund kam dank Neuers Patzer zum schnellen Ausgleich, doch die eigene defensive Naivität ließ ein ebenso schnelles 1:2 folgen. Der BVB im Anschluss jedoch bärenstark und weiterhin nach Kontern brandgefährlich, vor dem zu diesem Zeitpunkt verdienten 2:2 vergaben Reus (59.) und vor allem den vor dem leeren Tor stehende Alcacer (62.) zwei Hundertprozentige.

Die Bayern in der Folge ohne Spielkontrolle und phasenweise teils überfordert mit den blitzschnellen Gegenangriffen, bei denen sie weiter sehr hoch im Feld standen und die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld viel zu groß werden ließen. Reus und Alcacer drehten so das Spiel für einen BVB, der durch den zur Pause eingewechselten Dahoud einen idealen Verbindungsspieler auf dem Feld hatte. Auch Witsel steigerte sich deutlich und eroberte mit gutem Stellungsspiel das Zentrum zurück.

Der FCB blieb bis zum Schluss anfällig, kam jedoch auch immer wieder in gefährliche Räume im letzten Drittel. Vor dem Tor fehlte den Gästen dann jedoch die letzte Konsequenz, Dortmund verteidigte die Bemühungen vielbeinig. In der fünften Minute der Nachspielzeit traf Lewandowski per sehenswertem Hacken-Treffer zum vermeintlichen Ausgleich, stand dabei aber im Abseits. Aufgrund der Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und der besseren Torchancen letztlich ein Heimsieg, der in Ordnung geht.

Die Daten des Spiels BVB gegen FC Bayern München

Tore: 0:1 Lewandowski (26.), 1:1 Reus (49., Foulelfmeter), 1:2 Lewandowski (52.), 2:2 Reus (67.), 3:2 Alcacer (73.)

  • Mit seinem siebten Tor am 11. Spieltag stellte Reus seinen persönlichen Rekord aus der Spielzeit 2015/16 ein, häufiger traf er zu diesem Zeitpunkt nie. Mit 71 Toren im BVB-Dress schloss er zudem zu Andreas Möller auf.
  • Dortmund gewinnt zum vierten Mal in dieser BL-Saison ein Spiel nach Rückstand (kein anderes Team schaffte das mehr als zwei Mal) und holte bereits 13 Punkte nach Rückständen.

  • Krise verschärft: Die Bayern holten aus den letzten sieben BL-Spielen nur acht Punkte! Noch nie holten die Münchner zu solch einem späten Zeitpunkt sieben Punkte Rückstand auf einen Tabellenführer auf.

  • Zum ersten Mal seit 2011 verloren die Bayern in der Liga nach einer Halbzeitführung zur Pause. Zuvor gab es 136 Siege und 9 Unentschieden.
  • Mit 27 Punkten nach elf Partien spielt der BVB die drittbeste BL-Saison der Vereinsgeschichte! Mehr waren es nur in der Meistersaison 2010/11 und bei der Vizemeisterschaft 2013/14 (jeweils 28).

  • Zum 49. Mal gelangen Robert Lewandowski mindestens zwei Tore in einem Ligaspiel. Öfter gelang das nur Geld Müller (87) und Jupp Heynckes (51).

Der Star des Spiels: Marco Reus (BVB)

Vergab zu Beginn eine Großchance und hatte auch im zweiten Durchgang nach seinem verwandelten Strafstoß ein sicheres Tor auf dem Fuß. Dennoch Dortmunds gefährlichster Offensivspieler. Unermüdlich beim Verschieben, zustellen und kontern. Gab die meisten Torschüsse für sein Team ab und traf herrlich zum wichtigen 2:2.

Der Flop des Spiels: Julian Weigl (BVB)

Bekam überraschend den Vorzug gegenüber Delaney, konnte das Vertrauen aber zu keinem Zeitpunkt rechtfertigen. Im Spielaufbau kein Faktor, fehlerhaft am Ball. Verlor weit über die Hälfte seiner Zweikämpfe und musste zur Pause für Dahoud Platz machen.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

War ständig gefordert. Weigl erwischte Lewandowski leicht am Fuß und brachte den Polen im Strafraum verzögert außer Tritt, für einen Elfmeter war dies jedoch enorm schwierig zu sehen und wohl zu wenig (11.). Korrekt, den Ball an Witsels Ellbogen im BVB-Sechzehner nicht als absichtliches Handspiel zu werten (23.). Lag kurz nach der Pause beim Strafstoß für den BVB richtig und sah auch Lewandowskis Abseitstor richtig. Hätte bei den persönlichen Strafen jedoch auf beiden Seiten konsequenter sein können.

BVB - FC Bayern: Die Reaktionen der Trainer

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Es war ein total verrücktes Spiel, die Bayern waren 25 Minuten klar besser. Wir haben viele Ballverluste gehabt, aber sie konnten nicht so weiterspielen mit diesem Tempo. Es war sehr schwer für uns. Wir haben in der Halbzeit einige Sachen korrigiert. Wir haben am Ende gespürt, dass wir gewinnen können."

Niko Kovac (Trainer Bayern München): "Es war ein fantastisches Fußballspiel gesehen. Wir lassen uns zweimal auskontern, das darf nicht passieren. Der BVB hat sehr schnelle Spieler, die in die Tiefe gehen. Wir hätten kompakter stehen müssen. Wir haben leider das Spiel verloren, es hätte gut und gerne ein Unentschieden geben können."

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