Abstiegskampf der Bundesliga: Mainz 05 verliert, Köln verliert noch mehr

Von David Kreisl
Samstag, 07.04.2018 | 21:14 Uhr
Für den 1. FC Köln geht es nächstes Jahr wohl in die 2. Liga
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Das 1:1 zwischen Köln und Mainz reißt beide Teams noch tiefer in den Abstiegssumpf. Während man dem Ergebnis in Mainz noch positive Seiten abgewinnen kann, gehen beim Effzeh langsam aber sicher die Lichter aus.

Drei Punkte. Mit einem Sieg am Samstagnachmittag gegen Mainz hätte der 1. FC Köln bis auf drei Punkte an die 05er auf dem Relegationsrang heranrücken können.

Das alleine darf wohl schon als kleine Fußballsensation gewertet werden, wenn man bedenkt, wie der Effzeh durch einen erheblichen Teil der Saison stümperte. Am 17. Spieltag gab es den ersten Sieg der Saison für die Kölner. Der Punktestand davor: drei. Der Abstand auf Rang 16: zwölf Punkte.

Dass man sich in der Rückrunde nicht nur der Nichtabstiegszone angenähert, sondern mit dem Hamburger SV sogar einen weiteren Klub teilweise hinter sich gelassen hat, hätten zu dem Zeitpunkt wohl nur die größten Träumer aus der Domstadt vorhergesagt. Nach dem Abstiegskrimi gegen Mainz, diesem Sechs-Punkte-, ja, diesem Do-or-Die-Spiel, ist das Kölner Wunder aber wieder in die Ferne gerückt.

Köln-Trainer Ruthenbeck nach Mainz: "Sind nicht stabil"

"Wir sind nicht stabil", schimpfte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck nach Abpfiff. "Da gibt es auch nichts schönzureden." Köln begann eine Woche nach der 0:6-Demütigung gegen Hoffenheim auch gegen den FSV wacklig, machte aus dem Nichts aber das frühe Tor - und dann zu wenig aus dem Spiel. "Der zweitkleinste Mann auf dem Feld", zeigte sich Ruthenbeck bedient, "macht dann das Tor mit dem Kopf".

Sein Fazit zum Remis, das nach zwei Mainzer Aluminiumtreffern noch als glücklich bewertet werden darf: "Das ist für uns zu wenig, für Mainz reicht es." Sechs Punkte sind es bei fünf ausstehenden Spielen immer noch auf Rang 16, acht auf das rettende Ufer.

Das ist zwar in der Theorie alles andere als aussichtslos, wird aber nicht besser, wenn man sich die Spielweise der Kölner zu Gemüte führt. Und erst recht nicht, wenn man auf die verbliebenen Gegner der Saison wirft: Schalke und Bayern zuhause, Berlin, Freiburg und Wolfsburg auswärts.

Die Restprogramme von Köln und Mainz

1. FC KölnFSV Mainz 05
Hertha BSC (A)SC Freiburg (H)
FC Schalke 04 (H)FC Augsburg (A)
SC Freiburg (A)RB Leipzig (H)
FC Bayern München (H)Borussia Dortmund (A)
VfL Wolfsburg (A)Werder Bremen (H)

Ruthenbecks "Wir greifen weiter an" klang am Ende der Pressekonferenz dementsprechend halbherzig. Nach dem Hoch zum Rückrundenbeginn und den jüngsten Siegen gegen die Topklubs aus Leipzig und Leverkusen schwindet langsam aber sicher wohl auch beim Karnevalsklub die Hoffnung.

"Das fühlt sich wie eine Niederlage an", klagte auch Abwehrchef Dominique Heintz. "Man ist sehr enttäuscht", gab auch Jonas Hector zu, der selbst das Wunder aber noch nicht aufgegeben hat: " Es ist noch möglich und wir müssen dran glauben."

Mainz hoffnungsvoll nach Punktgewinn gegen Köln

Beim FSV konnte man sich trotz der punktenden Konkurrenz aus Wolfsburg, die jetzt auf zwei Punkte davongezogen ist, mit dem einen Zähler anfreunden - zumindest irgendwie.

"Es war ein hochintensives Spiel, hochemotional", brachte Mainz' Coach Sandro Schwarz die fußballerisch arme Darbietung beider Teams auf den Punkt. "Ich finde, dass wir gut zurückgekommen sind nach dem Rückstand. Wir nehmen den Punkt jetzt mit und wissen, dass er uns weiterhelfen wird."

Mit der "Art und Weise" der Auftritts sei Schwarz "zufrieden", der lediglich den fehlenden Lucky Punch in der wilden Schlussphase mit dem Platzverweis von Giulio Donato, hundertprozentigen Chancen auf beiden Seiten und über sieben Minuten Nachspielzeit vermisste.

"Wir haben wieder einen Nackenschlag bekommen, haben es dann aber gut gemacht", berichtete Rene Adler, der seine Mannen in eben jener Nachspielzeit im Spiel hielt. "Wir sind in der Schlussphase trotz Unterzahl ruhig geblieben und hätten mit etwas Glück gewinnen, mit bisschen Pech verlieren können."

So klang auch die Message der 05er hoffnungsvoller als die des Effzeh. "Irgendwann", sagte Adler, würden solche Auftritte belohnt. "Heute war es knapp davor."

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