Trotz Führung: HSV verliert gegen Hertha bei Titz-Debüt

Samstag, 17.03.2018 | 18:31 Uhr
Am Ende jubeln wie (fas immer die anderen: Der HSV verliert auch beim Titz-Debüt
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Venlo

Der Hamburger SV hat auch das erste Spiel unter dem neuen Trainer Christian Titz verloren. Gegen Hertha BSC unterlagen die Rothosen trotz Führung mit 1:2 (1:0).

Der neue HSV-Trainer Titz stellte großflächig um, ordnete seine Mannschaft in einem 4-1-4-1 an und brachte fünf Neue (Pollersbeck, Holtby, Steinmann, Ito, Arp) im Vergleich zum Debakel in München. Und der HSV spielte wie angekündigt Fußball. Mit Selbstvertrauen und ordentlichem Positionsspiel lief der Ball im Laufe der Partie immer besser durch die eigenen Reihen.

Die Hertha hatte ihre beste Phase rund um die 20. Minute und durch Darida auch die beste Chance bis dahin. Doch der HSV ging durch einen herrlich herausgespielten Treffer in Führung und bestimmte die Partie bis zum Seitenwechsel.

Total verändertes Bild nach der Pause. Die Hertha aggressiver, sicherer im Passspiel und mit der klaren Spielkontrolle. Der HSV konnte sich kaum noch befreien und kassierte folgerichtig den Ausgleich. Mit der Einwechslung Kalous setzte Dardai zudem ein weiteres offensives Zeichen.

Der HSV brauchte lange, um sich vom Rückstand zu erholen, Titz versuchte mit drei offensiven Wechseln alles, aber zwingende Torchancen gab es keine mehr.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Santos (25.), 1:1 Lazaro (1:1), 1:2 Kalou (63.)

Bes. Vorkommnis: Kraft (Hertha) sah auf der Bank Gelb wegen Meckerns (48.)

  • Seit 14 BL-Spielen warten die Hanseaten auf einen Sieg (5 Remis, 9 Niederlagen) und stellen den Vereins-Negativrekord aus der Saison 1966/67 ein.
  • Mit nur 18 Punkten nach 27 Spielen spielt der HSV die schwächste BL-Saison der Vereinshistorie. Bisher waren es zu diesem Zeitpunkt immer mindestens 23 Zähler gewesen (2013/14). Alle Teams mit vergleichbarer Bilanz stiegen ab.
  • Die Startelf des HSV war mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren und 359 Tagen nicht nur die jüngste Hamburger Startelf der Saison. Überhaupt war eine Startelf des HSV in der Bundesliga nur fünf Mal jünger. Zuletzt am 5. Januar 1974 gegen Hertha BSC.
  • Douglas Santos erzielte in seinem 41. Spiel sein erstes Bundesligator.
  • Nach zuletzt 4 Spielen und insgesamt 447 Minuten ohne Tor trafen die Berliner wieder in der Bundesliga. Noch nie war Hertha länger torlos in der Bundesliga geblieben.

Der Star des Spiels: Vladimir Darida

Einmal mehr laufstärkster Spieler auf dem Platz und Anführer des veränderten Hertha-Pressings zur zweiten Halbzeit. Hatte in der ersten Halbzeit Pech, als Pollersbeck einen Flachschuss stark parierte. War auch an der Entstehung des Siegtreffers beteiligt.

Der Flop des Spiels: Fiete Arp

Das Spiel der Hamburger lief auch in der guten ersten Halbzeit weitgehend an ihm vorbei. Machte einige Bälle im Zentrum auch unzureichend fest. Hatte bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute nur 19 Ballaktionen.

Der Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka

Mit einigen Schwächen in der Bewertung von Zweikämpfen. Hätte nach einem Rückpass von Mittelstädt auf Jarstein dem HSV auch einen Freistoß am Fünfmeterraum zusprechen müssen. Hätte dem HSV in der Schlussphase nach einem Zweikampf von Maier mit Waldschmidt auch einen Elfmeter zusprechen können.

Die Reaktionen der Trainer

Christian Titz (Trainer Hamburger SV): "Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt und gehen folgerichtig in Führung. Dann kommt der Knackpunkt: Die Halbzeitpause. Hertha hat dann mehr gemacht, und wir haben ein bisschen den Mut verloren und sind nicht mehr so in die Zweikämpfe gekommen. Und dann wird es gegen so einen Gegner schwer."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "In der ersten Halbzeit hat es nicht so gut funktioniert, was wir uns vorgenommen hatten. In der Halbzeit haben wir einiges verändert und der Gegner hatte auch ein bisschen Angst. Das 1:1 hat dann einige Blockaden gelöst, und Salomon hat eben einen guten Torriecher."

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