Fussball

Bayern dreht 0:2-Rückstand und schlägt Nagelsmann TSG Hoffenheim erstmals

Samstag, 27.01.2018 | 17:20 Uhr
Jerome Boateng erzielte das zwischenzeitliche 2:2

Der FC Bayern München hat seinen siebten Sieg in Folge gefeiert und damit seinen deutlichen Vorsprung in der Bundesliga zementiert. Am 20. Spieltag drehte der Rekordmeister einen frühen 0:2-Rückstand und besiegte die TSG 1899 Hoffenheim letztlich mit 5:2 (2:2). Für die Münchner war es der erste Sieg gegen TSG-Trainer Julian Nagelsmann.

Die Partie hatte von Beginn an ein hohes Tempo. Wie zuletzt gegen Werder Bremen hatten die Bayern Probleme damit, gegen einen aggressiv pressenden und dann schnell umschaltenden Gegner ins Spiel zu kommen. Hoffenheim nutzte diese unkonzentrierte Anfangsphase der Hausherren aus. Die Gäste kombinierten sich klug in die Freiräume, die sich boten, weil das komplett neu besetzte Münchner Mittelfeld Probleme beim Verschieben hatte, und gingen schnell mit 2:0 in Führung.

Im Anschluss daran zog sich die TSG weit zurück, erhöhte die Härte in den Zweikämpfen (13:4 Fouls in der ersten Hälfte) und konzentrierte sich nur noch auf die Abwehrarbeit, statt durch eigene Angriffe für Entlastung zu sorgen. In dieser Phase stabilisierten sich die Bayern, waren passsicher und spielten sich mit verschiedenen Mitteln Torchancen heraus: über lange Bälle von Boateng, über Fernschüsse, die beiden Treffer fielen schließlich nach einer Flanke und einer Ecke.

Hoffenheim gelang es nach dem Ausgleich nicht mehr, selbst wieder aktiver zu werden. Bis zur Pause gaben die Gäste keinen Torschuss mehr ab.

Nach dem Seitenwechsel versuchte die TSG zumindest anfangs sporadisch, die Bayern durch Offensivaktionen vom eigenen Tor fern zu halten. Der Faden war jedoch sichtlich gerissen und die Gastgeber mittlerweile in allen Belangen das bessere Team. Neben der spielerischen Unterlegenheit gelang es Hoffenheim auch nicht, gegnerische Ecken vernünftig zu verteidigen, bei denen jedes Mal ein Münchner zum Abschluss kam. Insofern war es folgerichtig, dass der Treffer zum 4:2 bereits der zweite nach einer Ecke war. Spätestens nach dem Doppelschlag der Bayern war der Hoffenheimer Widerstand gebrochen.

Aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung ab der 20. Minute und der anschließenden Dominanz ist der Sieg des Spitzenreiters hochverdient.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Uth (3.), 0:2 Gnabry (12.), 1:2 Lewandowski (21.), 2:2 Boateng (25.), 3:2 Coman (63.), 4:2 Vidal (66.), 5:2 Wagner (90.)

Bes. Vorkommnis: Ulreich hält Foulelfmeter von Gnabry (3.)

  • Bayern kassierte zuvor nur einmal so früh zwei Gegentreffer in einem Bundesliga-Heimspiel: Im Januar 1977 gegen Duisburg (ebenfalls 0:2). Das Spiel endete 2:2.
  • Lewandowski traf in jedem der ersten zehn Bundesliga-Heimspiele in dieser Saison und baut damit den Vereinsrekord aus. Den Bundesliga-Rekord hält sein Trainer - Jupp Heynckes traf 1972/73 in den ersten elf Heimspielen der Fohlen.
  • Hoffenheim ist das erste Bundesliga-Team seit Dortmund 2010/11, das in Hin- und Rückrunde einer Saison jeweils mindestens doppelt gegen den FC Bayern trifft.

Der Star des Spiels: Jerome Boateng

War defensiv enorm abgeklärt, fing die meisten Bälle ab (drei) und hatte die meisten klärenden Aktionen (drei), gewann darüber hinaus 100 Prozent seiner Zweikämpfe. Dazu erfüllte er seine wichtige Rolle im Aufbauspiel, schlug mehrere präzise Bälle auf Lewandowski, Coman und Robben und traf per Kopf zum zwischenzeitlich 2:2 selbst.

Der Flop des Spiels: Lukas Rupp

War mit der Partie überfordert. Bekam als linker Achter im 3-1-4-2 der Hoffenheimer keinen Zugriff aufs Zentrum, gewann nur einen von elf Zweikämpfen (9,1 Prozent) und brachte gerade einmal 46 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Folgerichtig nach 59 Minuten für Nadiem Amiri ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

Starke Spielleitung. War bereits nach anderthalb Minuten gefordert und entschied zu Recht auf Elfmeter, als Kimmich Gnabry im Sechzehner umrannte. Zwar fiel Gnabry leicht, doch Kimmich lief ihm so ungeschickt in die Hacken, dass der Kontakt reichte und somit strafbar war. Gräfe musste in der Folge viele Fouls bewerten, da vor allem die Gäste hart in die Zweikämpfe gingen. Er behielt das richtige Maß, etwa indem er Bicakcic nur Gelb zeigte, als der gegen Coman zu spät kam und diesen voll traf (22.). Nach der Pause weniger beansprucht und immer souverän.

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