Fussball

Aubameyang enttäuscht bei Startelf-Rückkehr: Kleiner als der Verein

Pierre-Emerick Aubameyang enttäuschte gegen den SC Freiburg maßlos.

Nachdem Pierre-Emerick Aubameyang zuletzt zweimal im Kader von Borussia Dortmund gefehlt hatte, stand er beim Remis gegen den SC Freiburg in der Startelf - und enttäuschte maßlos. Die Fans quittierten seine Leistung mit Pfiffen, die Verantwortungsträger pokern mit dem FC Arsenal.

Um die 30. Minute begannen die Fans von Borussia Dortmund an diesem Samstagnachmittag erstmals deutlich vernehmbar zu pfeifen, es war die akustische Untermalung einer der insgesamt 19 Ballaktionen von Pierre-Emerick Aubameyang. Und gleichzeitig die Bestätigung der Worte von Sportdirektor Michael Zorc. "Dass es zu Missfallenskundgebungen von den Fans kommen kann, darauf ist er wohl vorbereitet und auch Profi genug, um damit umzugehen", hatte er schon vor dem Spiel gesagt.

Und Aubameyang war im Umgang damit insofern Profi genug, als dass sich dadurch zumindest an seinem Spiel nichts änderte. Aubameyang wirkte davor abwesend, Aubameyang wirkte danach abwesend. Anders als in den beiden vergangenen Bundesligaspielen wirkte er aber immerhin nur abwesend und war es nicht.

Gegen den VfL Wolfsburg stand Aubameyang nicht im Kader, weil er zu spät zu einer Mannschaftssitzung gekommen war. Bei Hertha BSC, weil er im Abschlusstraining einen lustlosen Eindruck gemacht hatte. In der vergangenen Woche passierte jedoch nichts Derartiges. "Wir haben mit seiner Familie Gespräche geführt. Nun gehen wir davon aus, dass er voll fokussiert ist", sagte Zorc. Gut trainiert hätte Aubameyang obendrein und deshalb gab es laut Trainer Peter Stöger "keine Argumente gegen einen Einsatz". Mit seiner darauffolgenden Leistung rechtfertigte Aubameyang diese Aussage jedoch nicht.

Dortmunds Abhängigkeit von Aubameyang

Abgesehen von einer Kopfballchance in der 32. Minute kam Aubameyang nicht zum Abschluss, ins Kombinationsspiel seiner Mannschaft war er überhaupt nicht eingebunden. Er spielte 14 Pässe und somit mit Abstand die wenigsten aller Dortmund, die in der Startelf standen. Nur einer seiner 19 Ballkontakte war im Strafraum - drei dagegen am Anstoßpunkt. "Er hat schon bessere Tage gehabt", untertrieb Stöger nach dem Spiel maßlos.

Das Dortmunder Problem ist aber, dass der Verein eigentlich gute Tage von Aubameyang braucht, um selbst welche zu haben. Von den elf Spielen dieser Bundesligasaison, in denen Aubameyang nicht traf, gewann Dortmund nur zwei. An sechs der acht Siegen war Aubameyang dagegen mit Treffern entscheidend beteiligt.

Dortmunds Poker mit Arsenal

Ob weitere dazukommen werden, erscheint aktuell fraglich. "Wir kennen den Wechselwunsch von Aubameyang", sagte Zorc. Ob er auch realisiert wird, liegt laut dem Sportdirektor ausschließlich am potenziellen Abnehmer FC Arsenal. Aktuell ist deren Gebot zu niedrig, Dortmund fordert offenbar 70 Millionen Euro.

Wenn Arsenal nicht nachgibt, "dann wird es bis zum Sommer weitergehen", sagte Stöger und das hörte sich fast schon wie eine Drohung an. Denn sollte es so weitergehen wie aktuell, gäbe es nur Verlierer. Ein lustloser Aubameyang hilft Dortmund nicht weiter: allwöchentliche Diskussionen und Spekulationen über Kadernominierungen, Einsätze und seine Zukunft würden die negative Stimmung kaum anheben.

"Wenn er nicht spielt, fragt man, warum er nicht spielt. Wenn er spielt und dabei gut ist, sagt man, dass das der richtige Zeitpunkt war. Trifft er, ist ja klar, dass er gespielt hat, weil er trifft. Trifft er nicht, fragt jeder, warum man ihn in dieser Phase spielen lässt", erklärte Stöger. "Da drehen wir uns im Kreis."

Dieses Sich-im-Kreis-drehen lähmt den Verein, vielen Fans wäre mittlerweile sogar ein Abgang des eigentlich so wichtigen Stürmers lieber als ein Verbleib. "Kein Spieler ist größer als unser Verein", stand auf einem Plakat, das auf der Südtribüne hochgehalten wurde. Nicht einmal Aubameyang, der immerhin 1,87 Meter misst.

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