Terodde in letzter Sekunde! Köln schöpft wieder Hoffnung!

Sonntag, 14.01.2018 | 17:26 Uhr
Frederik Sörensen (M.) setzt sich gegen Vestergaard durch, Torwart Sommer ist geschlagen
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Venlo

Der 1. FC Köln hat den ersten Schritt zum Wunder Klassenerhalt geschafft. Am 18. Spieltag gewann der Effzeh durch ein Last-Second-Tor von Simon Terodde mit 2:1 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach.

Bei den Kölnern sorgte vor dem Spiel vor allem das Comeback von Nationalspieler Hector für Hoffnung, zum ersten Mal seit September war er wieder dabei. Im Sturm debütierte Terodde für den Effzeh. Auf der Gegenseite nahm Raffael nach Wadenproblemen erst einmal auf der Bank Platz.

Mit zwei Viererketten präsentierten sich die Kölner variabel, mal wurde hoch gepresst, dann wieder der Strafraum verrammelt. Erst nach zehn Minuten übernahm Gladbach die Kontrolle im Mittelfeld, aber die Kombinationsversuche endeten zumeist vor dem Sechzehner. Ein Flachschuss von Stindl (13.) und Kramers Versuch ans Außennetz nach einer Ecke (18.) konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Fohlen offensiv nicht viel einfiel.

Jojic registrierte den ersten Torschuss für die Gastgeber nach 27 Minuten, kurze Zeit später wurde gejubelt: Sörensen setzte sich nach einer Freistoß-Flanke gegen Vestergaard durch und drückte den Ball mit dem Knie über die Linie. Kurz vor der Pause dann nochmal Gladbach, Herrmann zielte erst in die Arme von Horn (43) und dann knapp links vorbei (45.+1).

Für die zweiten 45 Minuten brachte Hecking dann Raffael für Grifo ins Spiel, aber die Kölner weigerten sich erst einmal, sich vor dem eigenen Kasten einschnüren zu lassen. So wurde es vor allem dann gefährlich, wenn die Fohlen Platz für Gegenstöße hatten. Erst ab der 65. Minute wurde der Druck größer: Hazard und Stindl verpassten knapp, dann war es Joker Raffael, der im zweiten Versuch unter die Latte traf - der Ausgleich war insgesamt verdient.

Weil ein Punkt für beide Teams eigentlich zu wenig war, sahen die Zuschauer in der Schlussphase ein offenes Spiel: Zuerst prüfte Stindl Horn, dann hielt Sommer gut gegen Clemens. Chancen und Drangphasen wechselten sich auf beiden Seiten ab. Gladbach hatte am Ende die besseren Möglichkeiten, bevor der letzte Angriff Kölns saß: Eine Flanke von Rausch schädelte Terodde perfekt ins lange Eck.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Sörensen (34.), 1:1 Raffael (69.), 2:1 Terodde (90.+5)

  • Unter Trainer Stefan Ruthenbeck gewann Köln zwei von vier BL-Spielen - das sind so viele Dreier wie in den 21 Spielen vor Ruthenbeck zusammen.
  • Gladbach kassierte in jedem der vergangenen zehn Bundesligaspiele mindestens ein Gegentor (16 in diesem Zeitraum) - eine längere Gegentorserie hatten die Fohlen im Oberhaus zuletzt im Jahr 2010 (15 Spiele zwischen April und November).
  • Sörensen ist erst der zweite Spieler beim 1. FC Köln, der in dieser Saison mehr als ein Tor erzielt hat. Guirassy hat viermal getroffen.

Der Star des Spiels: Frederik Sörensen

Der Abwehrchef erzielte das 1:0 und hätte in der zweiten Halbzeit beinahe noch nachgelegt. Hatte am Ende die meisten Torschüsse des Effzeh auf dem Konto (3), die zweitmeisten Ballaktionen und eine Zweikampfquote von 67 Prozent.

Der Flop des Spiels: Jannik Vestergaard

Kein gutes Spiel vom Innenverteidiger. Ließ sich beim 0:1 von Sörensen abkochen, das hätte sich in der 71. Minute um ein Haar wiederholt. Gegen Terodde beim Siegtreffer wieder nicht nah genug am Mann. Darüber können auch die gute Zweikampfbilanz und die vielen Ballaktionen nicht hinwegtäuschen.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Die Teams machten es dem erfahrenen Referee einfach, es gab kaum Fouls. Der Freistoß vor dem 1:0, als Zwayer zunächst Vorteil für Höger laufen ließ und dann doch pfiff, war richtig. Auch danach stets umsichtig, bis es doch noch kontrovers wurde: Nach dem Einsteigen von Mere gegen Hofmann kann man durchaus auf Strafstoß entscheiden. Zwayer sah sich die Szene am Bildschirm an und entschied dann auf Abstoß.

Die Reaktionen der Trainer

Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln): "Nach dem Schusspfiff habe ich zunächst eine gewisse Bitterkeit verspürt, weil diese Mannschaft viel mehr Punkte haben müsste. Wir haben das Spiel lange offen gestaltet. Das war genau die Art und Weise, wie wir gegen eine solche Topmannschaft bestehen können. Es war ein bisschen glücklich, aber was die Mannschaft an Leidenschaft rausgehauen hat, war sensationell. Wir gehen es jetzt an."

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Aus unserer Sicht war das ein total verkorkster Start. Wir hatten die Kontrolle - ohne in torgefährliche Aktionen zu kommen. Bei der Standardsituation vor dem 0:1 haben wir geschlafen. Nach dem Ausgleich hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr Ballkontrolle haben. Aber es wurde richtig wild, und wir sind bitter bestraft worden. Es ist eine total unnötige Niederlage. Ich hätte mit dem Punkt leben können, aber mit der Niederlage kann ich nicht leben."

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