Bundesliga, 15. Spieltag: Effiziente Werkself siegt in Stuttgarts Festung

Von SPOX
Freitag, 08.12.2017 | 22:25 Uhr
Leon Bailey (M.) legte das 1:0 auf

Bayer Leverkusen hat am 15. Spieltag der Bundesliga mit 2:0 (1:0) beim VfB Stuttgart gewonnen. Für die Schwaben war es die erste Heimniederlage in dieser Saison.

Die Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen eine Partie mit mehreren Gesichtern. Zunächst war es Leverkusen, das mit seinem 3-4-3-System mehr Spielanteile hatte und dank einer starken Einzelaktion von Assistgeber Leon Bailey in Führung ging - Havertz musste nur noch einschieben.

Anschließend stellte die Werkself den Spielbetrieb aber weitestgehend ein. Zunächst gelang es Stuttgart nicht, den Ballbesitz in gefährliche Angriffe umzumünzen, zu gut gestaffelt stand die Bayer-Defensive. Und wenn der VfB, insbesondere über den schnellen Anastasios Donis, doch mal Richtung Grundlinie durchkam, misslang der letzte Pass.

Anders das Bild im zweiten Durchgang: Stuttgart spielte nun konsequenter nach vorne, während Leverkusen im Gegenzug immer lethargischer wurde. Jetzt kam die Mannschaft von Hannes Wolf auch immer wieder zu Abschlüssen, einzig und allein an der Effizienz mangelte es in dieser Phase, außerdem hielt Leno stark.

Und Leverkusen? Das fing sich nach rund 70 Minuten wieder, stellte auf einer Viererkette um und spielte jetzt auch selbst wieder Fußball. Nach einem Eckball erzielte Bayer das 2:0. Es war die Entscheidung in einer abwechslungsreichen Partie.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Havertz (20.), 0:2 L. Bender (80.)

  • Heiko Herrlich brachte die jüngste Startelf in diesem Kalenderjahr auf den Platz. Der Altersdurchschnitt lag bei 23 Jahren und 249 Tagen.
  • In den vergangenen 20 Bundesliga-Spielen traf die Werkself immer. Das ist die mit Abstand längste Serie ligaweit und für Bayer selbst die längste Serie seit 16 Jahren (Mai 2001 bis Januar 2002).
  • Stuttgart hat keines der letzten 41 Bundesliga-Spiele nach Pausen-Rückstand gewonnen (vier Remis, 37 Niederlagen). Den letzten Sieg nach Halbzeit-Rückstand gab es im März 2013 (2:1 in Frankfurt).

Der Star des Spiels: Bernd Leno

Dass die Werkself mit einem Dreier nach Hause fahren durfte, lag in erster Linie an ihrem Torhüter. In der ersten Halbzeit nicht einmal gefordert, trumpfte Leno im zweiten Durchgang groß auf. Den Distanzschuss von Emiliano Insua wehrte er mit einer Weltklasseparade ab, wenig später parierte er auch den Schuss von Berkay Özcan mit einem starken Reflex.

Der Flop des Spiels: Simon Terodde

Auch in diesem Spiel stellte der Stürmer sein Erstligatauglichkeit nur bedingt unter Beweis. Mit den wenigsten Ballaktionen aller Startelfspieler (29) und nur einem einzigen Torschuss sorgte Terodde auch in Stuttgarts Drangphase für keine Gefahr.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Der 39-Jährige musste in einer zunächst sehr fairen Partie zwei Mal ernsthaft eingreifen. Santiago Ascacibar foulte Julian Brandt nach knapp 70 Minuten mit offener Sohle, Aytekin zückte für das Vergehen die Gelbe Karte. Eine nachsichtige Entscheidung, der Argentinier hätte sich bei einem Platzverweis nicht beschweren dürfen. Eine Viertelstunde vor Schluss schickte der Unparteiische Heiko Herrlich auf die Tribüne, nachdem sich dieser lautstark über Aytekin beschwerte und eine Wasserflasche auf den Boden warf.

Reaktionen der Trainer:

Hannes Wolf: (Trainer VfB Stuttgart): "Wir hätten die Heimserie gerne behalten. In der ersten Halbzeit hat uns ein Tick Aggressivität gefehlt. In der zweiten Halbzeit wollten wir früher drauf sein und mutiger nach vorne spielen, das ist uns in den ersten 20 Minuten gut gelungen, aber da hat Bernd Leno überragend gehalten. Nach dem zweiten Tor war es sehr schwer, noch zurückzukommen. Es war insgesamt ein verdienter Sieg für Leverkusen, weil sie ihre Situationen konsequenter ausgespielt haben."

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Insgesamt war es ein verdienter Sieg für uns. Wir hatten sicher nach der Pause eine Phase, in der uns Bernd Leno im Spiel gehalten hat. Danach haben wir aber wieder das Spiel dominiert und hätten sogar noch das dritte Tor machen können."

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