Fussball

Werkself erkämpft sich Punkt in Unterzahl

RB Leipzig bekam gegen Bayer Leverkusen zwei Elfmeter zugesprochen

RB Leipzig ist am 12. Spieltag der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. Das Team von Ralph Hasenhüttl verspielte trotz Überzahl die zweimalige Führung gegen starke Leverkusener.

Erst zum zweiten Mal in dieser Saison schickte Trainer Heiko Herrlich seine Mannschaft in einer 3-4-2-1-Grundformation aufs Feld. Zuletzt spielte Leverkusen beim 2:2 gegen 1899 Hoffenheim am 2. Spieltag mit einer Dreier- respektive Fünfer-Abwehrkette. Die Außenspieler Leon Bailey und Admir Mehmedi konzentrierten sich dabei zunächst auf das Spiel gegen den Ball.

Bis zum 0:1 funktionierte das sehr gut. Ein Antritt von Timo Werner reichte, um die Zuordnung in Bayers Hintermannschaft aufzulösen. Mit einem Außenristpass steckte der Nationalspieler für Marcel Sabitzer durch, der von Mehmedi umgerissen wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Werner sicher.

Die Gäste hatten in der Folge mehr Spielanteile, wurden vom guten Positionsspiel der Herrlich-Elf aber im Aufbauspiel vor Probleme gestellt. Leverkusen hatte die zwingenderen Chancen, Julian Brandt schoss in der 38. Minute frei vor Peter Gulacsi am Tor vorbei. Der Ausgleich durch Bailey war verdient.

Der in der Halbzeit eingewechselte Henrichs blieb nur sieben Minuten auf dem Rasen, ehe er für sein Handspiel auf der Linie die Rote Karte sah. Diesmal traf Emil Forsberg vom Punkt. Leverkusen beeindruckte auch in Unterzahl mit Dominanz und verdiente sich den Punktgewinn redlich.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Werner (13., FE), 1:1 Bailey (44.), 1:2 Forsberg (54., HE), 2:2 Volland (74.)

Rote Karte: Henrichs (52., Leverkusen/Handspiel)

  • Leverkusen kassierte bereits zehn Gegentore vor der Pause - nach Köln zweithöchster Ligawert.
  • Nur einer der letzten 21 Elfmeter gegen Leverkusen fand nicht den Weg ins Tor.
  • In 41 Bundesligaspielen für Leipzig war Timo Werner an 35 Treffern direkt beteiligt (28 Tore, 7 Assists).
  • In den vergangenen 17 Bundesligaspielen traf die Werkself immer, das ist die mit Abstand längste Serie ligaweit und für Bayer selbst die längste Serie seit zwölf Jahren (April bis November 2005, 19 Spiele).

Der Star des Spiels: Leon Bailey

Stellte die Leipziger Hintermannschaft durch sein Tempo und seine Dribbelstärke vor große Probleme. Schlug die meisten Flanken (7) und erzielte das zwischenzeitliche 1:1. Überzeugte auf ungewohnter Position auch in der Defensive mit Kampf und gutem Timing.

Der Flop des Spiels: Admir Mehmedi

Verlor beim Anspiel von Werner auf Sabitzer kurz die Orientierung und verursachte durch sein ungestümes Zweikampfverhalten den Elfmeter für Leipzig. Danach sehr engagiert, aber ineffektiv. Leistete sich in Durchgang eins die mit Abstand meisten Ballverluste aller Akteure (16) und wurde in der Halbzeit für Benjamin Henrichs ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Harm Osmers

Souveräner Auftritt des Hannoveraners. Der Elfmeterpfiff gegen Mehmedi war unumstritten. Auch die Gelbe Karte war ausreichend, da Lars Bender noch zur Absicherung herbeigeeilt war. Beim vermeintlichen Foul von Charles Aranguiz an Naby Keita vor dem 1:1 spielte der Chilene zuerst den Ball - richtige Entscheidung, das Spiel nicht zu unterbrechen. Auch der zweite Elfmeterpfiff war richtig, da Henrichs den Ball auf der Linie mit einer aktiven Armbewegung abwehrt. Die Rote Karte war regelkonform.

Reaktionen der Trainer:

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Ich habe insgesamt eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft gesehen, auch wenn wir 20 Minuten gebraucht haben, um ins Spiel zu kommen. Betrachtet man die Großchancen, wäre ein Sieg für uns verdient gewesen. Aber insgesamt war es eine tolle Leistung, tolle Moral und tolle Mentalität meines Teams."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Die Zuschauer haben eine tolles Spiel gesehen von zwei Mannschaften, die beide den Sieg wollten. Vor dem Spiel hätte ich den Punkt unterschrieben, nach dem Spiel tue ich mich etwas schwer. Denn nach dem Platzverweis und der anschließenden Führung war sicher mehr für uns drin."

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