Haller vermiest Kohfeldts Werder-Debüt

Freitag, 03.11.2017 | 22:23 Uhr
Bremen traf erstmals nach 509 Minuten wieder in der Bundesliga
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Eintracht Frankfurt hat das Debüt von Interimstrainer Florian Kohfeldt bei Werder Bremen vermiest. Im ersten Spiel nach der Entlassung von Alexander Nouri setzte es für den SVW zum Auftakt des 11. Spieltags der Bundesliga kurz vor Schluss eine 1:2 (1:1)-Niederlage.

Werder stand im Vergleich zu den letzten Wochen deutlich höher im Feld, attackierte in einem 4-3-3 mutiger und spielte flexibler nach vorne. Der Spielbeginn gehörte den Gästen. Kruse agierte in einer klaren zentralen Rolle und ließ sich immer wieder geschickt fallen, um Bälle nach vorne zu tragen und seine Dynamik ins Spiel zu bringen.

Frankfurt dagegen leistete sich häufig leichte Fehler im Spielaufbau auf dem Weg ins letzte Drittel, die Struktur im Positionsspiel fehlte. Besser wurde es vor allem dann, wenn Diagonalbälle eingestreut wurden, um Bremens Formation ins Verschieben zu bringen und Eins-gegen-eins-Situationen zu schaffen.

Bremen zudem mit einer ganz anderen Überzeugung als nach den teils verheerenden Auftritten der jüngeren Vergangenheit. Mangelnde Effizienz vor dem Kasten verhinderte ein besseres Ergebnis im ersten Durchgang, zehn Mal schoss Bremen in den ersten 45 Minuten aufs Tor.

Nach der Pause senkte die SGE ihre Fehlerquote erheblich. Die Hausherren schafften es immer wieder, sich über die Flügel nach vorne zu kombinieren und den Weg in den Rücken der Bremer Abwehr zu finden. So sammelte man mehrere Torabschlüsse in kurzer Abfolge, doch auch hier mangelte es an der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten - bis Haller kurz vor Schluss einnetzte.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Rebic (17.), 1:1 Moisander (25.), 2:1 Haller (89.)

  • Fin Bartels bestritt sein 150. Spiel in der Bundesliga. Gleichzeitig war es sein 100. BL-Spiel für Werder.
  • Bremen traf erstmals nach 509 Minuten wieder in der Bundesliga.
  • Die SGE traf im 9. BL-Spiel in Folge. Eine solche Serie hatte Frankfurt zuletzt 2014/15, als der Eintracht in 16 Spielen in Folge ein Tor gelang.
  • Sebastien Haller war an sieben der 13 Eintracht-Tore in dieser BL-Saison direkt beteiligt (5 Tore, 2 Assists).
  • Werder bleibt saisonübergreifend zum ersten Mal 14 BL-Spiele in Folge ohne Sieg.

Der Star des Spiels: Sebastien Haller

Hing diesmal fast die gesamte Spielzeit über in der Luft. In den direkten Duellen zwar präsent und gewohnt robust, aber teils glücklos in seinen Aktionen - bis zu seinem Siegtor in der 89. Minute. Sicherte der Eintracht mit seinen Treffern und Vorlagen nun bereits zwölf Zähler.

Der Flop des Spiels: Thomas Delaney

Hängt seit Wochen in einem Leistungsloch, auch wenn er in Frankfurt keine vollkommen unterirdische Leistung zeigte. Kam in einigen Duellen im Zentrum zu spät, weil ihm das richtige Timing fehlte. Nach vorne ohne nennenswerte Impulse.

Der Schiedsrichter: Benjamin Brand

Hatte immer wieder Probleme bei der Bewertung von Zweikämpfen. So zum Beispiel beim vermeintlichen Foul von Bartels an Willems kurz nach dem Ausgleichstor, als der Frankfurter viel zu leicht abhob. Hätte der Eintracht zudem kurz nach der Pause wohl einen Strafstoß zusprechen müssen, als Moisander Haller von hinten an der Strafraumgrenze das Bein stellte. Den Kopfball von Veljkovic an Salcedos Hand kurz vor der Pause im SGE-Sechzehner nicht zu ahnden, war korrekt, da aus dieser kurzen Distanz keine Absicht vorlag.

Die Reaktionen der Trainer:

Niko Kovac (Trainer Frankfurt): "Werder hat es richtig gut gemacht, besonders in der ersten Halbzeit. Da hatten wir Probleme. Nach dem Seitenwechsel hatten wir dann weitestgehend alles im Griff. Der Sieg war glücklich, aber aufgrund der zweiten Halbzeit nicht ganz unverdient. Um so spät noch zu treffen, braucht man körperliche Fitness. Die haben wir. Und wir verlieren den Glauben nie. Wir werden nach diesem Sieg aber nicht überschwänglich feiern. Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Florian Kohfeldt (Interimstrainer Bremen): "In der ersten Halbzeit haben wir sehr viel umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen haben. Auf der Leidenschaft können wir aufbauen. Ich bin sicher, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen die Punkte einsacken wird. Ich will mich erst mit Frank Baumann besprechen und alles weitere werden wir sehen. Wenn wir so weitermachen, können wir noch viel erreichen."

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