Fussball

Zurück im Alltag: Köln geht gegen TSG unter

Die TSG Hoffenheim schlug den 1. FC Köln

Der 1. FC Köln rutscht immer tiefer in die Krise. Am 11. Bundesliga-Spieltag verlor der Tabellenletzte zu Hause gegen die TSG 1899 Hoffenheim mit 0:3 (0:1) und hat weiterhin nur zwei Punkte auf dem Konto.

Mit dem Erfolgserlebnis des 5:2-Sieges gegen BATE Borisov in der Europa League im Rücken starteten die Kölner mit viel Offensivdrang, erzwangen durch aggressives Pressing frühe Ballgewinne und bestimmten dadurch die ersten Minuten.

Das frühe Gegentor veränderte jedoch die Statik des Spiels. Fortan waren die Hausherren unsicher, leisteten sich viele Ungenauigkeiten und kamen defensiv nicht in die Zweikämpfe. Die TSG hatte in dieser Phase aus einer 4-3-3-Grundordnung heraus die Spielkontrolle, verpasste es jedoch trotz zahlreicher guter Gelegenheiten, die Führung weiter auszubauen.

In den letzten Minuten des ersten Durchgangs drehten die Kölner noch einmal auf, Osako scheiterte bei der größten Möglichkeit jedoch am Pfosten (41.).

Die zweite Halbzeit begann aus Sicht der Gastgeber ebenfalls mit einem Rückschlag, als Wagner per Foulelfmeter erhöhte. Auch der zweite Gegentreffer brach die Moral der Kölner nicht, die weiter leidenschaftlich nach vorne spielten, jedoch enorm ineffizient im Abschluss waren (Olkowski, Jojic, Guirassy). Hoffenheim machte ein richtig starkes Auswärtsspiel, spielte clever auf Konter und vollendete einen davon zur Entscheidung.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Geiger (9.), 0:2 Wagner (56./Foulelfmeter), 0:3 Wagner (80.)

  • Hoffenheim gewann nach vier sieglosen Partien wieder einmal ein Bundesligaspiel und rückt mit nun 19 Punkten wieder auf Platz fünf der Tabelle vor.
  • Sandro Wagner erzielte seinen zweiten Bundesliga-Doppelpack im Trikot der TSG - sein erster gelang ihm ebenfalls gegen die Geißböcke, im Dezember 2016 beim 4:0-Heimerfolg.
  • Köln ist der vierte Klub der Bundesliga-Geschichte, der aus den ersten elf Saisonspielen nur zwei Zähler holte - zuvor Duisburg 1994/95, 1860 München 1977/78 und Saarbrücken 1963/64, die alle am Saisonende abstiegen. Weniger Punkte holte kein Bundesligist.

Der Star des Spiels: Sandro Wagner

Ging mit Körpersprache, Einstellung und Leistung voran und führte Hoffenheim so zum Auswärtssieg. Machte vorne die Bälle gut fest, gab die meisten Torschüsse ab (fünf) und stellte mit seinem Doppelpack den 3:0-Endstand her.

Der Flop des Spiels: Pawel Olkowski

Rabenschwarzer Nachmittag für Köln Rechtsverteidiger. Ließ sich vor dem 0:1 von Amiri tunneln und sorgte mit seinem Foul gegen Uth für den Elfmeter, den Wagner zum 0:2 verwandelte. Hätte in dieser Situation bei anderer Auslegung durch Schiedsrichter Aytekin auch Rot sehen können. Vergab später (72.) freistehend die große Chance zum 1:2-Anschlusstreffer.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Korrekt, im Duell zwischen Bittencourt und Grillitsch nicht auf Elfmeter zu entscheiden und dem Kölner im Anschluss wegen Meckerns die Gelbe Karte zu zeigen. Stand Anfang der zweiten Halbzeit im Mittelpunkt, als er bei Olkowskis Notbremse gegen Uth nach Absprache mit dem VAR und Sichtung der TV-Bilder zwar auf Foulelfmeter, nicht jedoch auf Rot entschied. Die Regel besagt, dass eine Notbremse im Strafraum nicht zwingend Rot ist, wenn es sich um einen Kampf um den Ball handelte. Dass Olkowski in dieser Situation jedoch wirklich Chancen auf den Ball hatte, darf bezweifelt werden. Entsprechend wäre Rot absolut vertretbar gewesen.

Die Reaktionen der Trainer

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Der Gegner war heute zu gut. Wir hatten nur wenige Lösungsmöglichkeiten. Hoffenheim hatte über 90 Minuten das Spiel unter Kontrolle, wir waren klar unterlegen."

Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim): "Ich bin natürlich zufrieden. Wir hätten nach der ersten Hälfte höher führen müssen. Wir haben verdient gewonnen und sehr viele Dinge richtig gemacht. Insgesamt haben ich ein sehr gutes Spiel von uns gesehen - Kompliment an meine Mannschaft."

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