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BVB - Schalke: Kein Sieger im Revierderby

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Sonntag, 30.10.2016 | 10:00 Uhr
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Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 trennen sich im Revierderby am 9. Spieltag der Bundesliga mit 0:0. Ein großer Befreiungsschlag blieb für beide Vereine damit aus, die intensive Partie bestätigte jedoch die sportliche Entwicklung beider Teams in den letzten Wochen.

Thomas Tuchel hat gelernt und ließ sich nicht locken. Als der Trainer von Borussia Dortmund am ersten Tag des Oktobers nach der 0:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen unmittelbar nach Spielschluss vor die Mikrofone trat und die harte Gangart des Gegners verurteilte, stieß er ungewollt aber vorhersehbar eine Diskussion an, deren Kern noch immer nachhallt.

Auch nach dem 0:0 im Revierderby gegen den FC Schalke 04 wurde Tuchel zu den Foulspielen des Kontrahenten befragt. Der Coach ging darauf aber wie zuletzt nicht mehr ein. Schalke sammelte während der intensiv geführten 90 Minuten 21 Fouls an. Die magische "Tuchel-Grenze" von 20 Zuwiderhandlungen wurde also leicht überboten.

Es solle doch lieber der Schiedsrichter Stellung zu einzelnen Szenen beziehen, sagte Tuchel im Interview bei sky. Dortmunds Trainer hat nun, fast am Ende des Oktobers, andere Baustellen zu schließen. Einen ganzen Monat ohne Sieg in der Liga, vier nicht gewonnene Partien am Stück - das gab es noch nie unter seiner Leitung.

Negativer Trend beim BVB

Im Kerngeschäft Bundesliga, wie die Verantwortlichen den Ligabetrieb oft bezeichnen, hakt und holpert es zu im ersten Viertel dieser Saison. Natürlich tragen die Verletzungsmisere und ihre Nachwehen erheblich dazu bei, dass es bei der Borussia spielerisch längst nicht mehr so flutscht wie noch im Vorjahr.

In dieser Zeit schafften es etablierte Kräfte wie beispielsweise Mario Götze, Pierre-Emerick Aubameyang oder Shinji Kagawa aber nicht, sich mit ihrer Erfahrung gegen den negativen Trend zu stemmen. Dortmund befindet sich in einer allgemeinen Formschwäche, die in den letzten Partien zu sehr ins Gewicht fiel, als dass ein Aufbäumen noch zu Siegen gereicht hätte.

Denn auch wenn die Partien gegen die beiden Berliner Teams, der Auftritt in Ingolstadt und jetzt das Derby Phasen boten, in denen der BVB offensiv zielstrebig und defensiv griffig agierte - gemessen an den eigenen hohen Ansprüchen war zuletzt zu viel Leerlauf im Dortmunder Spiel.

Jedes BVB-Spiel ein Kraftakt

Die Borussen kommen mit der Gesamtkonstellation derzeit nur mittelmäßig klar und das drücken am Ende eben auch die Ergebnisse aus. Alle drei Tage die nächste Begegnung, immer neue verletzte Spieler und welche, die gerade wieder zurückkommen, dadurch häufig veränderte Formationen mit zahlreichen blutjungen Akteuren. So verkommt momentan jeder Kick vom Anpfiff weg zu einem Kraftakt.

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Tuchel wird nicht müde zu betonen, man müsse all dies versuchen auszublenden und dürfe die unbefriedigende Situation nicht zu nah an sich heranlassen. Es wirkt auch nicht so, als habe sich die Oktober-Durststrecke in der Psyche seiner Spieler übermäßig negativ festgesetzt. Die mentale Belastung der vielen und auch unterschiedlichen Spiele ist für einige der Youngsters allerdings noch eine große Unbekannte. Und so beging eine jedes Mal wieder neu zusammengestellte Elf in der Gesamtheit schlicht zu viele Fehler, damit die vergangenen Partien doch noch siegreich gestaltet werden konnten.

Tuchel: "Das fühlt sich zäh an"

"In der ersten Halbzeit haben wir viele einfache Fehler gemacht und uns schwer getan, den Rhythmus zu finden", befand Tuchel am Samstagabend. "Du bekommst im Fußball nicht immer die Ergebnisse, die du verdienst. Das zehrt natürlich. In der Bundesliga fällt es uns schwer, das fühlt sich zäh an. Wir müssen hart dafür kämpfen."

In der aktuellen Lage vermisst man im Ballbesitzspiel des BVB all jene Dinge, die noch in der letzten Saison wie selbstverständlich dazu beitrugen, dass Tuchels Team auf Anhieb 78 Punkte holte. Das Passspiel ist nicht effizient, die offensiven Positionen werden nicht gut genug besetzt, die Angriffsbemühungen stocken. Unsicherheit lässt die Fehlerquote in die Höhe schnellen und die Selbstverständlichkeit am Ball geht flöten.

"Wir haben viel zu wenig gepunktet in den letzten Wochen, das müssen wir definitiv verbessern", sagte Mario Götze. "Das fühlt sich nicht gut an, wenn wir einen so hohen Aufwand betreiben und uns dafür nicht belohnen."

Hoffnung auf die Rückkehrer

Immerhin: Vollkommen den Anschluss verloren hat die Borussia nicht, die Champions-League-Plätze liegen unmittelbar vor ihr. Und auch wenn die mangelnde Konstanz an den Nerven zehrt, nach und nach keimt die Hoffnung auf Besserung wieder auf.

"So langsam kommen ja jetzt die Verletzten zurück", sagte Sportdirektor Michael Zorc nach dem Derby, bei dem in Raphael Guerreiro und Andre Schürrle zwei schmerzlich vermisste Akteure ihr Comeback feierten. Anfang November steht die nächste zweiwöchige Länderspielpause an, danach geht es mit dem Heimspiel gegen den nun auf acht Punkte enteilten FC Bayern München weiter.

"Die zweite Halbzeit macht uns großen Mut, dass wir kurz davor sind zu gewinnen", sagt Tuchel. Auch er geht davon aus, demnächst wieder auf die volle Kaderstärke zurückgreifen zu können. "Ich traue uns dann auch zu, dass wir in Serie gewinnen."

Konstanz im Schalker Spiel

Dieses Zutrauen gilt in gewisser Weise nun auch für den Gegner aus Gelsenkirchen. Wie der BVB bestätigte Schalke den aktuellen Trend und baute im Signal Iduna Park die Serie ungeschlagener Pflichtspiele auf sieben aus. Besonders die disziplinierten und taktisch klugen ersten 45 Minuten belegten, dass S04 den verkorksten Ligastart mittlerweile halbwegs egalisiert hat.

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So feierten die Gäste den Punktgewinn auch deutlich intensiver als die Schwarzgelben. "Wir sind mit dem Punkt zufrieden, wir haben 50, 60 Minuten sehr gut gespielt. Wir waren stabil", so Trainer Markus Weinzierl.

Die wichtigste Erkenntnis für den Coach wird sicherlich sein, dass das geforderte Umdenken bei den Spielern eingesetzt hat. Weinzierls präferierte Spielweise wurde zuletzt immer stringenter über weite Phasen der Spiele auf den Platz gebracht. Es ist nun Konstanz drin im Schalker Spiel, da vor allem gemeinschaftlicher gegen den Ball gearbeitet wird.

Acht Punkte bleiben mau

Dass Tuchel die Königsblauen vor der Partie als "richtige Männermannschaft" bezeichnete, lässt sich auch auf diesen Umstand zurückführen. Schalke beweist eine gute Wettkampfhärte, ist sich für hohe Laufarbeit nicht zu schade und minimiert so im Verbund die zahlreichen individuellen Böcke, die zu Saisonbeginn noch in beinahe jedem Spiel zu beobachten waren.

Anders als im Falle der Dortmunder ist für die Knappen die Sache mit der Tabelle jedoch noch komplizierter gelagert. Acht Zähler nach neun Spieltagen und Platz zwölf bleiben mau. Schalke ist gezwungen, den Lauf fortzusetzen, um sich bis zur Winterpause allmählich in jene Regionen zu arbeiten, die dem eigenen Anspruch gerecht werden.

Höwedes ist guter Dinge

Dessen ist sich auch Kapitän Benedikt Höwedes bewusst: "Acht Punkte ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht viel, aber die letzten sieben Spiele waren sehr zufriedenstellend. Wir geben Gas und belohnen uns für den Aufwand, den wir betreiben. Ich bin guter Dinge."

Letztlich gilt für beide Vereine, dass der Umbruch im Sommer eben doch genügend Schwierigkeiten mit sich brachte. Beide Mannschaften befinden inmitten einer Entwicklung, die gerade erst wieder begonnen hat. So ist die Inkonstanz auch eher natürlich als überraschend. Seinen aktuellen Trend darf Schalke aber positiver bewerten als der BVB.

Dortmund - Schalke: Daten zum Spiel

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