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Fussball

"Ich glaube nicht, dass Real Angst vor uns hat"

Der FC Bayern feierte mit dem 4:1-Sieg über Dortmund eine gelungene Generalprobe für Real Madrid

Der FC Bayern beeindruckt bei der Generalprobe für das Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid mit dem 4:1-Sieg über Borussia Dortmund einmal mehr. Im Interview spricht Philipp Lahm über die Wichtigkeit des Dreiers, die Auswirkungen auf das Spiel gegen Real und Vorfreude auf Cristiano Ronaldo.

Frage: Herr Lahm, wie wichtig war der Erfolg?

Philipp Lahm: Unser Vorsprung hätte auf sieben Punkte schmelzen können, von daher war es für die Bundesliga sehr, sehr wichtig.

Frage: Dachten Sie, dass es nochmal spannend werden könnte?

Lahm: Wenn man diesen Monat sieht, dann warten schon noch ein paar Aufgaben. Deswegen war es wichtig, dass wir heute gewonnen haben. Leipzig gewinnt in der letzten Minute und dann sind es vor dem Spiel nur noch sieben Punkte. Dann läuft man auf einmal in Leverkusen zwischen den beiden Madrid-Spielen auf, was auch nicht so einfach wird. Dann hätten es theoretisch schon nur noch vier Zähler sein können - so schnell kann das gehen. Daher war die Leistung heute sehr wichtig.

Frage: War das Spiel die perfekte Generalprobe für die Partie gegen Real Madrid am Mittwoch?

Lahm: Wenn man gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft, die im Viertelfinale der Champions League spielt, so klar gewinnt, kann man sehr zufrieden sein.

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Frage: Ist so ein Ergebnis auch ein wichtiges Zeichen nach Madrid?

Lahm: Ich finde, dass das egal ist. So ein Erfolg gibt den Spielern natürlich Selbstvertrauen, aber es ist ein anderer Wettbewerb.

Frage: Wobei man in Madrid natürlich auch weiß: Die Bayern haben 4:1 gegen Dortmund gewonnen, die sind gut drauf.

Lahm: Es zählt immer das Spiel, das vor der Nase steht, deshalb glaube ich nicht, dass Real Angst vor uns hat.

Frage: Was gilt es noch zu verbessern?

Lahm: Heute wenig. Ich finde, dass wir in Ballbesitz sehr, sehr gut gespielt haben. Außerdem haben wir einen guten Mix reingebracht, sodass man auch mal dem Gegner den Ball gibt. Ende der ersten Halbzeit hatten wir große Kontermöglichkeiten, die wir aber nicht ganz so gut ausgespielt haben. Es war wirklich ein sehr, sehr gutes Spiel von uns.

Frage: Sind Sie in Ihren alten Tagen mehr Rechtsaußen oder mehr Rechtsverteidiger?

Lahm: Ich sehe mich immer noch als Rechtsverteidiger.

Frage: Sie waren aber permanent auf der Außenbahn unterwegs.

Lahm: Ja, ich bin jung. Wobei: Wenn man die Gegenspieler anschaut, bin ich doch irgendwie alt. 18, 19, 18 waren die Spieler auf meiner Seite heute, glaube ich. Da sind dann doch ein paar Jahre dazwischen.

Frage: Kann man den Robben-Move verteidigen?

Lahm: Man sieht ja, dass Arjen in der ersten Halbzeit auch einmal rechts vorbeigenangen ist und mit rechts geflankt hat. Wenn man ihm also auf der rechten Seite zu viel Raum lässt, läuft er halt dort vorbei. Er hat ein unglaubliches Tempodribbling. Wenn er den Ball annehmen kann und mit Tempo kommt, macht es das für jeden Gegner schwer. Das ist dasselbe wie bei Franck auf der anderen Seite, der auch eine ganz enge Ballführung hat. Wenn der Gegner einmal zuckt, ist er weg.

Frage: Auf was kommt es gegen Real an?

Lahm: Auf eine geschlossene Mannschaftsleistung. Jeder muss sein bestes Level abrufen, weil wir gegen eine absolute Topmannschaft spielen, die auf jeder Position weltklasse besetzt ist. Daher muss es im Kollektiv passen und da gehören nicht nur elf Spieler, sondern alle dazu. Wir müssen unser ganzes Potenzial abrufen und wollen dem Gegner natürlich wenig Torchancen geben, da zuhause in der Champions League jeder Treffer sozusagen doppelt bestraft wird. Es ist wichtig, defensiv gut zu stehen, aber unsere Qualität liegt definitiv im eigenen Ballbesitz, das haben wir gezeigt.

Frage: Real wird vermutlich nicht so defensiv spielen wie Dortmund.

Lahm: Ich glaube nicht, dass sie mit einer Fünferkette spielen. Ob sie uns früher unter Druck setzen werden, weiß ich nicht. Wenn wir unser Positionsspiel umsetzen, kommt der Gegner nicht wirklich gut in die Zweikämpfe. Ich kann mich an das Hinspiel vor zwei Jahren in Madrid erinnern, da haben wir sie auch gut kontrolliert, uns aber Konter gefangen. Das gilt es zu vermeiden.

Frage: Sie haben zum x-ten Mal Cristiano Ronaldo vor der Brust, es ist das vorletzte mal. Was bedeutet das für Sie?

Lahm: Das ist etwas Schönes. Der ganze April mit zwei Dortmund- und zwei Madrid-Spielen ist etwas ganz Besonderes, da ist schon eine große Vorfreude. Mit den Mannschaften und den einzelnen Spielern verbinde ich natürlich sehr viel. Ich habe häufig gegen Cristiano Ronaldo und gegen seine Mannschaften gespielt. Das ist schön. Man will sich immer mit den Besten messen und das durfte ich in meiner ganzen Karriere tun.

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Frage: Ist es ein Nachteil, zuerst zuhause spielen zu müssen?

Lahm: Nein, das sehe ich nicht so.

Frage: Was wäre ein gutes Ergebnis?

Lahm: Gewinnen ist immer wichtig. Und dann haben wir immer die Qualität, auch auswärts - egal wo wir spielen - etwas mitzunehmen.

Frage: Ist es für Sie etwas Besonderes, weil Sie genau wissen, dass es die letzte Chance ist, die Königsklasse nochmal zu gewinnen?

Lahm: Es ist schon so, dass man die letzten Wochen intensiver erlebt. Es ist das letzte Mal, dass ich im Bernabeu-Stadion auflaufen werde, dort habe ich Vieles erlebt.

Bayern - Dortmund: Daten zum Spiel

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