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Wiedergefundene Hitze

Sonntag, 19.02.2017 | 22:30 Uhr
Trainer Ralph Hasenhüttl und Marvin Compper bejubeln den 2:1-Sieg in Mönchengladbach
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Nach zwei Niederlagen in Folge gewann RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach wieder ein Bundesligaspiel und verkürzte den Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern auf fünf Punkte. Die Bullen spielten teilweise begeisternd wie im Herbst, die Fähigkeiten-Palette reichte von Kampf bis Kunst.

Das letzte Mal, als ein Bundesliga-Aufsteiger dem FC Bayern gefährlich wurde, erzielte Luca Toni in der Nachspielzeit das entscheidende 2:1 und beendete somit den Spuk. An einem kalten Dezember-Abend war das, im Jahr 2008. Zurechtgewiesen vom Branchenprimus gewann die zuvor aufmüpfige TSG Hoffenheim nur noch eines der folgenden 14 Spiele. Gegen Energie Cottbus, lang ist's her.

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Cottbus spielt mittlerweile in der Regionalliga Nordost gegen den VfB Auerbach oder die TSG Neustrelitz. Vor gar nicht allzu langer Zeit spielte auch RB Leipzig gegen Auerbach oder Neustrelitz, ehe sich die Bullen wie einst Hoffenheim unter dem Kommando von Ralf Rangnick aufmachten, die Bayern an der Bundesliga-Tabellenspitze zu ärgern. An einem kalten Dezember-Abend wies der Branchenprimus nun aber auch acht Jahre später den aufmüpfigen Neuankömmling zurecht, 3:0 gar.

Knapp zwei Monate ist das schon her und es scheint, als könnten die Bullen anders als einst Hoffenheim die Zurechtweisung verkraften. Es scheint, als wäre das junge, talentierte Leipzig bockiger als das junge, talentierte Hoffenheim.

Botschaft an die anderen

"Es war wichtig, die drei Punkte zu holen, um den anderen zu zeigen, dass wir noch heiß sind", sagte Emil Forsberg nach dem durchaus beeindruckenden 2:1-Sieg seiner heißen Leipziger bei Borussia Mönchengladbach. "Die anderen", das sind unter anderem die Verfolger Dortmund, Hoffenheim, Frankfurt, Hertha oder auch Köln. Zu "den anderen" zählt aber auch der FC Bayern selbst, der nur mehr fünf Punkte vor Leipzig liegt. RB ist Platz eins näher als Platz drei.

Zwei Niederlagen in Folge können einen Klub, zu dessen Erfolgsrezepten neben einer durchaus soliden finanziellen Situation der absolute Glaube und das Selbstvertrauen der größtenteils jungen Spieler an sich selbst zählen, ins Grübeln bringen. Vor allem, wenn eine dieser Niederlagen ein 0:3 im eigenen Stadion ist. Noch dazu gegen den Hamburger SV.

Dann reiste Leipzig aber ins traditionell schwer einnehmbare Mönchengladbach, das bis dato das beste Team der Rückrunde stellte, und gewann mal eben. "Ich bin froh, dass wir wieder in die Spur gefunden haben", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl und tat das, als würde er erklären, dass der Trainingsbeginn am kommenden Dienstag doch für 10 Uhr angesetzt ist, statt für 10.30 Uhr. Als wäre es eine alltägliche Aussage. Das Zurückfinden in die Spur war aber mehr als das, es war eine Botschaft an die Bundesliga.

Musterbeispiel Leipziger Fußballschule

Zwei Tore hatte Leipzig geschossen und somit gezeigt, "dass wir das Momentum auf unsere Seite ziehen können", erklärte Hasenhüttl und wollte damit sagen, dass seine Leipziger in der Lage sind, ihr Schicksal selbst zu bestimmen.

Es waren aber nicht nur die Tore und der Sieg an sich, die beeindruckten, sondern auch die Art und Weise der Tore und auch des Sieges. Speziell der zweite Treffer (55.) war ein Musterbeispiel Leipziger Fußballschule. Ballgewinn von Keita im Mittelfeld. Ablage auf Werner, der mit dem Rücken zum Tor weiter zu Forsberg. Drehung Werner, kreuzender Laufweg Burke. Pass in die Tiefe Forsberg, mit der ersten Berührung, klar. Annahme Werner, Sprint, Abschluss, Tor. Wie ein Rasiermesser durch den weißen Schaum gleitet, glitt der Ball durch die in weiß spielenden Gladbacher. "Wunderschön herausgespielt", urteilte Hasenhüttl über dieses Tor und auch über das erste durch Forsberg (31.) und hatte damit Recht.

Leipzig bewies nach etwas zahnlosen Auftritten in Dortmund und gegen Hamburg wieder den Biss, der die Mannschaft über weite Strecke der Hinrunde so unangenehm machte. Schnelles Umschalten und Zug zum Tor gehören dabei genauso dazu, wie aggressives Gegenpressing. Werner, Sabitzer, Burke und Forsberg attackierten das Gladbacher Aufbauspiel mit aller Konsequenz, immer und immer wieder.

Lauf- und Zweikampf-Investments

Verdient sei der Sieg auch gewesen, sagte Hasenhüttl, "weil wir sehr viel investiert haben". Forsberg erlebte ein "sehr laufintensives Spiel mit vielen Zweikämpfen". Speziell Werner und Sabitzer liefen und liefen, beide letztlich knapp zwölf Kilometer.

Nach einem verhaltenen Start wurde Leipzig mit zunehmender Spieldauer immer besser, immer aggressiver und zielstrebiger. "Wir haben heute gekämpft", sagte Werner folgerichtig und deshalb "über den Kampf ins Spiel gefunden".

Den krachenden Kampf beherrscht das Leipziger Offensivquartett ebenso tadellos wie das schöne Spiel, die Fußball-Kunst. Der Schlüsselspieler ist dabei Forsberg. Nach seiner Drei-Spiele-Sperre suchte Forsberg zuletzt gegen den HSV noch nach seinem Rhythmus. Nun in Gladbach hat er ihn offenkundig wiedergefunden. Als nomineller Linksaußen trieb er sich mal hier, mal dort herum. Mit seiner technischen Finesse gab er dem Leipziger Spiel Ruhe und Sicherheit.

Beim Treffer zum 1:0 schoss der Schwede überlegt in die linke Ecke, beim 2:0 setzte er Werner mit seinem Steilpass perfekt in Szene. "Wir haben es heute insgesamt gut gemacht", sagte Forsberg, "und können darauf stolz sein." Die Leipziger wissen nun, dass sie auch Rückschläge verkraften können. Die anderen wissen dagegen: So leicht wie einst Hoffenheim lässt sich Leipzig nicht unterkriegen.

Gladbach - Leipzig: Daten zum Spiel

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