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Fussball

Torloses Debüt-Duell für Frings und Hecking

Bei den Trainer-Debüts von Torsten Frings und Dieter Hecking taten sich beide Teams schwer

Darmstadt 98 und Borussia Mönchengladbach sind am 17. Spieltag der Bundesliga mit einer Punkteteilung ins neue Bundesliga-Jahr gestartet. Beim doppelten Trainer-Debüt von Torsten Frings und Dieter Hecking trennten sich die Teams torlos.

Vor 17.400 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor kam es zum Duell des erfahrensten (zuvor 332 Bundesliga-Spiele) gegen den unerfahrensten Bundesliga-Coach: Dieter Hecking bestritt sein erstes Spiel als Fohlen-Coach, für Torsten Frings war es das erste Spiel überhaupt als Cheftrainer einer Bundesliga-Mannschaft.

Darmstadt feierte nach neun Pflichtspielniederlagen in Folge immerhin den ersten Punktgewinn, jedoch warten die Lilien seit fünf Bundesliga-Spielen auf ein eigenes Tor.

Gladbach setzte seine schwache Auswärtsbilanz fort: Nur eines der letzten 19 Spiele in der Fremde gewannen die Fohlen. Kapitän Lars Stindl bestritt sein 200. Bundesliga-Spiel.

Die Reaktionen:

Torsten Frings (Trainer Darmstadt): "Wir haben am Anfang ein bisschen gebraucht, bis wir uns auf das Spiel eingestellt hatten. Ich hatte das Gefühl, dass wir ein wenig zu viel wollten. Anfang der zweiten Halbzeit hatten wir dann ein bisschen Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Wir können mit dem Punkt super leben. Die Mannschaft glaubt wieder daran, auch gegen solche Gegner etwas holen zu können. Das ist die Message für heute."

Dieter Hecking (Trainer Gladbach): "Unterm Strich ist es ein 0:0, mit dem ich zufrieden sein muss, auch wenn man natürlich immer etwas mehr will. Wir sind gut reingekommen und hatten eine riesige Torchance. Es wäre natürlich ideal gewesen, da in Führung zu gehen. Am Ende war es ein Spiel, das typisch ist für diesen Gegner. Die Mannschaft muss erst wieder Vertrauen aufbauen. Dafür war das ein erster Schritt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: In der Darmstädter Startelf gibt es drei Änderungen im Vergleich zum 0:2 in Berlin in der letzten Partie vor der Winterpause: Colak, Guwara und Milosevic spielen für Fedetskyy, Niemeyer und Schipplock (alle Bank).

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Hecking wechselt ebenfalls dreimal gegenüber dem 1:2 gegen Wolfsburg. Hofmann, Jantschke und Kramer spielen für Korb (Bank), Elvedi und Strobl (beide nicht im Kader).

10.: Hofmann setzt sich rechts im Sechzehner durch und bringt die Hereingabe flach an den Elfmeterpunkt. Da steht Raffael, dessen direkter Abschluss von Esser mit einem starken Reflex aus dem linken Eck geholt wird.

56.: Sinnbildlich für das Spiel: Gondorf spielt eine Ecke von links direkt flach ins Toraus ...

66.: Hazard! Der Gladbacher Flügelspieler setzt sich zum ersten Mal halblinks durch und bringt den Ball aus 13 Metern mit der Pike aufs Tor - Pfosten!

76.: Nach einer Ecke kommt Sulu zum Kopfball. Er wuchtet die Kugel zentral aufs Tor, Sommer hat den Ball im Nachfassen.

Fazit: Uninspiriertes Spiel zweier Mannschaften ohne Spielidee. Das Ergebnis ist dank Essers Glanztat die logische Konsequenz.

Der Star des Spiels: Michael Esser. In der Szene des Spiels zeichnete sich Darmstadts Schlussmann in der 10. Minute ganz stark aus. Sein überragender Reflex verhinderte den Rückstand. Kein anderer Spieler schaffte es anschließend, sich ähnlich positiv in den Vordergrund zu spielen.

Der Flop des Spiels: Mahmoud Dahoud. Ganz schwache Partie des vermeintlichen Spielgestalters. Wirkte viel zu lasch im Zentrum, schenkte sämtliche Zweikämpfe kampflos her. Zudem ohne Antrieb nach vorne.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz. War in einer ereignislosen Partie nur ganz selten gefordert. Lag dann mit seinen Entscheidungen aber stets richtig.

Das fiel auf:

  • Beide Mannschaften waren von Beginn an darauf aus, erst einmal nicht in Rückstand zu geraten. Entsprechend war wenig Tempo im Spiel. Darmstadt zog sich bei Gladbach-Ballbesitz im 4-4-1-1 zurück und ließ die Fohlen bis zur Mittellinie ungestört.
  • Den Teams ging eine klar erkennbare Spielidee ab. Bei Darmstadt wurde der Ball häufig lang auf die Außenbahnen geschlagen - in der Hoffnung, Heller und Guwara mögen irgendwas damit anfangen. Gladbach verteidigte das mühelos, tat sich bei seinen Offensivbemühungen aber ebenfalls extrem schwer. Meistens folgte auf den vertikalen Pass ins Mittelfeld direkt wieder der Rückpass zur Abwehr-Viererkette - oder der einfache Ballverlust in der gegnerischen Hälfte.
  • Das war auch dem schwachen Fohlen-Zentrum geschuldet: Dahoud verlor alle (!) seiner ersten elf Zweikämpfe im Spiel, auch Stindl wusste sich in den körperbetonten Duellen nur ganz selten durchzusetzen. Und Kramer wirkte im Spielaufbau überfordert und einfallslos. Entsprechend fehlte es dem Gladbacher Spiel im Zentrum gänzlich an Präsenz.
  • Die Partie offenbarte, welch große Arbeit Frings und Hecking in den nächsten Wochen bevorsteht. Beide Teams ließen einfache Automatismen und Laufwege vermissen. Zudem wirkten sie im letzten Spielfelddrittel verunsichert.

Darmstadt - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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