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Fussball

Leipzig? "Mannschaft, der man gerne zuschaut"

Rechnet mit einem intensiven Spiel gegen RB Leipzig: Mats Hummels

Mit viel Mühe und dank eines fulminanten Weitschusstores von Douglas Costa siegte der FC Bayern beim Tabellenschlusslicht SV Darmstadt 98. Nach dem Schlusspfiff erklärte Mats Hummels im Interview, warum sich der Rekordmeister beim Underdog so schwer tat. Zudem verriet der Nationalspieler, was er von Verfolger RB Leipzig hält, wie man den Aufsteiger am kommenden Mittwoch schlagen will und wie er die wahrscheinlichen Transfers Sebastian Rudy und Niklas Süle einordnet.

Frage: Herr Hummels, der FC Bayern hat sich in Darmstadt nicht mit Ruhm bekleckert und knapp mit 1:0 gewonnen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Mats Hummels: Es war ein Spiel, das man erwarten kann und erwarten muss, wenn man nach Darmstadt reist. Es ist eine schwierige Partie, weil man sich neben dem Gegner auch ein wenig mit dem Platz auseinandersetzen muss. Wir haben nicht immer sauber gespielt und dadurch kein Tempo in unser Spiel bekommen, was auf solch einem Untergrund nicht immer einfach, aber möglich ist. Dennoch haben wir haben die Gegebenheiten angenommen und nicht damit gehadert. Wir haben uns darauf eingelassen und hatten am Ende ein bisschen Glück, dass Douglas Costa das Ding aus geschätzten 28 Metern reingezimmert hat.

Frage: Manuel Neuer meinte, der Platz wäre gar nicht so schlecht gewesen.

Hummels: Von hinten sieht das immer so aus. Es ist ja etwas anderes, wenn man einen Abstoß machen muss oder sich mit Kurzpässen durch das Mittelfeld kombinieren will. Aber er hat teilweise Recht. Mir geht es ja so, wenn ich von außen Fußball schaue, denke ich mir auch oftmals, dass man in manchen Situationen andere Lösungen hätte finden können. Auf diesem Platz muss man sich bei der Annahme sehr auf den Ball konzentrieren, weil man ihn eben sichern muss, da sonst die Gefahr besteht, dass er einem verspringt. Daher hat man noch nicht direkt den Anspielpartner im Blick. Das kostet dann ein paar Zehntelsekunden und nimmt natürlich das Tempo aus der Aktion. Von daher verstehe ich Manuel, aber es ist dennoch eine andere Sache, als wenn man auf so einem schönen englischen Teppich spielt.

Frage: Am Mittwoch gibt's nun das Topspiel um die Tabellenspitze gegen RB Leipzig. Ist der FC Bayern bereit?

Hummels: Auf jeden Fall! Ich freue mich immer auf solche Partien. Ich denke, es wird eine sehr schwierige Angelegenheit. Wir müssen 30 Meter vor unserem Tor bei eigenem Ballbesitz schon hart kämpfen. Vermutlich werden sie so spielen wie immer und nicht ganz so früh vorne draufgehen, aber ab 15 Metern in unserer Hälfte sehr aggressiv angreifen. Das heißt, wie müssen uns ohne Ball ganz viel bewegen und Anspielstationen schaffen, damit wir RB ins Laufen kriegen. Dann schauen wir mal, was das für eine Partie wird. Aber ich gehe davon aus, dass sie recht intensiv wird.

Frage: Trauen Sie dem Aufsteiger auch in der Allianz Arena eine ähnlich couragierte Leistung zu, wie er es bisher über weite Strecken der Saison gezeigt hat?

Hummels: Definitiv. Wenn ich mich recht erinnere, hat Ralph Hasenhüttl das auch mit Ingolstadt in München so gespielt und ist damit recht erfolgreich gewesen. Von daher bin ich mir fast hundertprozentig sicher, dass sie so ähnlich auftreten werden. RB wird sich nicht hinten reinstellen und mauern, sondern sie werden versuchen, ihr Spiel durchzuziehen.

Frage: Inwiefern wäre ein Sieg auch ein deutliches Zeichen an den aufmüpfigen Emporkömmling?

Hummels: Das Wort 'aufmüpfig' gefällt mir nicht. RB spielt ja einen tollen Fußball. Es ist das gute Recht einer Mannschaft, dass sie an unserer Seite steht, wenn sie sehr gute Leistungen zeigt. Wir wollen das direkte Duell nun für uns entscheiden, dann haben wir am Ende doch noch eine gute bis sehr gute Vorrunde gespielt, obwohl es zwischenzeitlich nicht danach aussah. Aber damit wir wirklich zufrieden sein können, müssen wir den Dreier noch holen.

Frage: Wie wichtig ist es, am Ende des Jahres auf Platz 1 zu stehen?

Hummels: Sehr wichtig.

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Frage: Weiß man längst, wo die Stärken und Schwächen der Leipziger liegen oder benötigt man auf jeden Fall noch eine intensive Videoanalyse?

Hummels: Klar. Ich denke, es war letztes Jahr auch in Ingolstadt schon der Fall, dass sie gewisse Eigenheiten in ihrem Spiel hatten. Vielleicht sind es nicht die gleichen, aber es gibt bei jeder Mannschaft ein paar Lösungen, die man finden kann, um gegen solche Gegner, die derart gut verteidigen und pressen, auch erfolgreich zu sein. Von daher kann man mit einer guten Videoanalyse einen Nachteil ausmerzen und sich einen kleinen Vorteil verschaffen.

Frage: Sie haben sich Leipzig in dieser Saison sicherlich auch schon das eine oder andere Mal privat angeschaut, oder?

Hummels: Ich habe sie schon früh gesehen. RB hat gleich am Anfang bei der TSG Hoffenheim an einem Sonntagabend gespielt, da habe ich 90 Minuten gesehen. Sie waren vom ersten Tag an auf einem sehr hohen Niveau. Dass sie es dann derart gut über die gesamte Hinrunde bestreiten, damit hat natürlich niemand gerechnet. Aber es ist eine Mannschaft, der man gerne zuschaut.

Frage: Wie genau kann man RB Leipzig also knacken?

Hummels: Man kann es zum Teil schon sagen, aber dann machen sie die Räume eben zu. Man muss bei Teams, die so pressen und derart Richtung Ball schieben, den Raum hinter der ersten Angriffslinie finden. Heißt: Wir müssen ihn erst besetzen, dann bespielen und wenn wir das schaffen, haben wir gute Chancen, RB zuschlagen.

Frage: Der typische Hummels-Außenristpass ist demnach nicht gefragt?

Hummels: Nein. Eher der flache Schnittstellenpass durchs Mittelfeld. Wenn mir der Ball auf dem Außenrist liegt, spiele ich ihn auch damit. Waren ja in dieser Saison noch gar nicht so viele dabei. (lacht)

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Frage: Zum Abschluss noch ein Blick in die ferne Zukunft. Angeblich werden Sebastian Rudy und Niklas Süle aus Hoffenheim zur neuen Saison nach München wechseln. Ihre Meinung dazu?

Hummels: Ich kenne beide aus der Nationalmannschaft. Ich weiß jetzt nicht, inwieweit die Sachen schon fix sind. Insofern kann man sich erst richtig dazu äußern, wenn etwas bekannt gegeben wird. Es wäre aber auch nicht verkehrt, wenn noch mehr deutschsprachige Spieler da wären.

Darmstadt - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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