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Fussball

Erfolgreiches Baum-Debüt dank Hinteregger

Viel Fußball gab's bei der Partie der Fohlen gegen den FCA nicht zu sehen

Der FC Augsburg hat beim Debüt des neuen vorübergehenden Cheftrainers Manuel Baum dreifach gepunktet. Gegen Borussia Mönchengladbach siegten die Fuggerstädter am 15. Spieltag der Bundesliga mit 1:0 (0:0).

Vor 28.653 Zuschauern in der WWK Arena sorgte Martin Hinteregger per Kopf nach einer Ecke gegen seinen ehemaligen Klub für das einzige Highlight in einem schwachen Bundesligaspiel (75.).

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Beim FCA feierte Manuel Baum einen erfolgreichen Einstand als vorübergehender Cheftrainer der Fuggerstädter.

Takashi Usami stand erstmals für den FCA in der Startelf - seinen letzten Einsatz von Beginn an in der Bundesliga hatte er im März 2013 für Hoffenheim gegen den FC Bayern.

Christoph Kramer musste nach einer bösen Grätsche des Japaners nach einer Stunde mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden.

Reaktionen:

Manuel Baum (Interimstrainer Augsburg): "Wir freuen uns extrem über das 1:0. Wir wussten, dass wir eine extreme Laufleistung brauchen. Wir hatten gute Situationen in der Balleroberung. Die Mannschaft kann aber noch besser nach vorne spielen."

Andre Schubert (Trainer Mönchengladbach): "Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert, hatten aber kaum klare Torchancen. Normalerweise geht so ein Spiel 0:0 aus, diesmal aber leider nicht. Das ist extrem bitter für uns. Wir müssen uns schnell davon erholen, uns fehlt zur Zeit die Leichtigkeit."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Baum wechselt nach der 0:1-Pleite in Hamburg bei seinem Debüt kräftig durch. Mit Usami, Moravek und Koo ist beinahe die komplette Offensive neu, auch Gouweleeuw startet. Janker, Altintop und Stafylidis müssen dafür auf die Bank, Kohr fehlt Gelb-Rot-gesperrt.

Schubert nimmt personell nach dem 1:0 gegen Mainz nur die nötigsten Änderungen vor: Stindl ist erkältet und Jantschke zwickt es in der Leiste, für die beiden beginnen Kramer und Hazard.

14.: Der erste Abschluss gehört den Gastgebern: Nach einem Augsburger Ballgewinn rechts an der Mittellinie findet ein weiter Seitenwechsel Max auf links, der in der Mitte Ji sucht. Der Angreifer ist frei, setzt den Flugkopfball aus elf Metern aber mehr als deutlich vorbei.

41.: Raffael bringt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Augsburger Strafraum, wo sich Christensen ganz lang macht und die Kugel aus kurzer Distanz aufs Tor lenkt - aber weit, weit über den Kasten...

59.: Usami räumt Kramer vor den Trainerbänken übel per Grätsche um. Der Nationalspieler muss behandelt werden und kann beinahe nicht mehr auftreten. Er muss raus, für ihn kommt Korb.

65.: Unfassbar - eine echte Torchance! Raffael legt von rechts clever zurück auf Dahoud. Der Mittelfeldmann hat Probleme bei der Ballannahme, kann aber aus zehn Metern abschließen - Zentimeter am linken Kreuzeck vorbei!

75., 1:0, Hinteregger: Ecke Schmid von rechts, Hinteregger komplett blank im Sechzehner zur Führung! Links unten schlägt der Kopfball ein, keine Chance für Geburtstagskind Sommer.

Fazit: Lucky Punch für den FCA, der in einer fußballerisch schwachen Partie sogar noch einen Tick schwächer war als Gladbach. Unter dem Strich wäre ein torloses Remis der einzig verdiente Ausgang gewesen.

Der Star des Spiels: Martin Hinteregger war der einzige Lichtblick dieses spielerischen Offenbarungseids auf beiden Seiten. Hatte die mit Abstand meisten Ballaktionen der Fuggerstädter, spielte die meisten Pässe, war präsent in den Zweikämpfen - und hielt den Schädel zum siegbringenden 1:0 rein.

Der Flop des Spiels: Takashi Usami konnte das Vertrauen in ihn bei seinem Startelfdebüt nicht zurückzahlen. Wenig Einfluss auf das Spiel, gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und spielte jeden dritten Pass zum Gegner. Wirkte körperlich teils hilflos unterlegen und konnte seine spielerische Klasse nicht einbringen. Auch negativ: seine unnötige und brutale Grätsche gegen Kramer.

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Der Schiedsrichter: Tobias Stieler mit einer unaufgeregten und größenteils fehlerfreien Leitung in einer dankbaren Partie, die wenig Tempo und Härte zu bieten hatte. Hätte allerdings Usami nach seinem bösen Foul gegen Kramer mit Gelb verwarnen müssen.

Das fiel auf:

  • Offiziell schickte Baum die Augsburger im 4-2-3-1 auf den Platz, doch agierte Koo beim Gegenpressing auf gleicher Höhe wie Stürmer Ji und bildete auch bei eigenen Angriffen sofort eine weitere Anspielstation im Angriff, sodass der FCA gefühlt eine Doppelspitze aufbot.
  • Auch die Gladbacher Formation verschob sich realtaktisch durch die extrem offensive Positionierung der Außenverteidiger Elvedi und Wendt sowie durch die Tatsache, dass sich Strobl aus dem Mittelfeld permanent zwischen die Innenverteidiger fallen ließ.
  • Was Tempo und Torgefahr anging, bekamen die Zuschauer Magerkost serviert. Beiden Teams merkte man die Unsicherheit ob der aktuellen Formkrisen an. Die Gäste taten sich schwer damit, konstruktiv umzuschalten und die FCA-Defensive mit Geschwindigkeit auszuhebeln. Sobald die Gastgeber sich gestellt hatten, fanden uninspirierte Fohlen keinerlei Mittel mehr.
  • Noch ängstlicher agierten die Fuggerstädter: Der Spielaufbau litt extrem unter der Tatsache, dass Gladbach bei Ballbesitz Hitz alle Anspielstationen in der Verteidigung mit Manndeckung eliminierte und so den Keeper immer zu weiten Schlägen zwang. Die vielen leichten Ballverluste im Vorwärtsgang, gepaart mit Hektik und nicht vorhandener Ballsicherheit, taten ihr Übriges.
  • Nach dem verletzungsbedingten Aus von Kramer, der nicht gerade für Dynamik aus dem Mittelfeld heraus sorgte, bekam das Gladbacher Spiel mehr Tempo durch das zuvor verwaiste Zentrum. Umso überraschender der Augsburger Sieg, der allerdings fiel, wie er in dieser Partei fallen musste: Nach einer Standardsituation.

Augsburg - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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