Samstag, 26.11.2016
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Frankfurt nach dem Sieg gegen Dortmund

Frankfurt: Adler mit Flugverbot

Eintracht Frankfurt räumt mit Borussia Dortmund erneut ein Schwergewicht aus dem Weg und setzt sich oben in der Tabelle fest. Im Schatten von Klubs wie Hoffenheim und Köln schiebt sich das Team auf Platz drei. Trainer Niko Kovac ist eng mit dem Erfolg verbunden - erteilt seinen Jungs allerdings Flugverbot.

Ende Mai lief Niko Kovac mit einem breiten Grinsen durch die Katakomben des Nürnberger Stadions, ballte die Faust und ließ einen tiefen Schrei los. Zentnerschwere Klötze müssen ihm in diesem Moment vom Herzen gefallen sein. Soeben hatte seine Mannschaft nach einer fürchterlichen Saison doch noch den Klassenerhalt geschafft.

Dank eines 1:0-Auswärtssieges in der Relegation beim FCN blieb der Traditionsklub in der Bundesliga. Es war der erste große Erfolg des Trainers mit dem Klub. Denn erst im Schlussspurt der Saison hatte der Kroate die Frankfurter Eintracht in der größten Krise übernommen.

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Zwischen diesem Tag und dem Hier und Jetzt liegt ziemlich genau ein halbes Jahr. Die Euphorie des Moments ist geblieben, die Tabellenkonstellation ist allerdings eine komplett andere. Frankfurt ist bärenstark in die Saison gestartet und setzte mit einem 2:1-Sieg gegen Dortmund der bisherigen Leistung die Krone auf. Viel wurde zuletzt berichtet über die scheinbar hippen Teams aus Hoffenheim und Köln. Frankfurt flog stets etwas unter dem Radar. Wahrgenommen wurden sie, klar. Ernstgenommen jedoch irgendwie nicht so richtig.

Umbruch im Sommer

Einen zu großen Umbruch hatten die Hessen dafür im Sommer hinter sich. Für rund elf Millionen Euro mussten Spieler abgegeben werden, hinzu kamen für einen Bruchteil der Einnahmen eine ganze Reihe junger Leihspieler aus Spanien und England. Als Wundertüte wurde das neue Frankfurter Projekt hier und da bezeichnet.

Trainer Niko Kovac hat es jedoch innerhalb von wenigen Monaten geschafft, eine funktionierende Einheit zu formen, die deutlich stabiler, organisierter und disziplinierter als noch in der letzten Saison spielt. Mit einer peniblen Akribie führte er neue Formationen ein, die sein Team deutlich schwerer ausrechenbar machten. "Es ist ein Vorteil, dass wir verschiedene System spielen können", erklärte der 45 Jahre alte Kroate.

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Zuletzt schickte er seine Elf in einem 5-4-1 oder einem 5-3-2 ins Rennen und versuchte vor allem gegen spielerisch überlegene Mannschaften zunächst, in klassischer Underdog-Manier kompakt zu stehen. Durch die massive und gut sortierte Fünferkette gelang das in dieser Saison bislang enorm gut. Mit lediglich zehn Gegentoren aus den ersten 12 Ligaspielen wurde sogar der Vereinsrekord aus der Saison 1990/91 egalisiert.

Sieben Punkte gegen drei Brocken

Diese neue defensive Stabilität haben auch die Liga-Schwergewichte schon schmerzhaft erfahren müssen. Alleine in den Spielen gegen Bayern, Dortmund und Leverkusen holte die SGE insgesamt sieben Punkte. Das Beeindruckende ist dabei vor allem, dass die Eintracht auch gegen die Topmannschaften stets Phasen hat, in denen sie den Gegner unter Druck setzt. "Wir sind keine Mannschaft, die drei oder vier Tore pro Spiel schießt", so Kovac. Er habe das Team allerdings so weit, dass "wir dem Gegner unseren Spielstil aufzwingen können".

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Die beiden Außenverteidiger Bastian Oczipka und Timothy Chandler spielen dabei eine wichtige Rolle. Immer wieder schieben sie bei Bedarf nach vorne und schaffen so auf dem Flügel ein Übergewicht, ohne in der Defensive das Gleichgewicht zu verlieren. Die Beiden hatten gegen Dortmund die meisten Ballaktionen ihrer Mannschaft und brachten gemeinsam sieben Flanken in die Mitte. Vor allem Chandler rückte gegen die Borussia ganz weit nach vorne. Nur Stürmer Alex Meier hatte nach Abpfiff des Spiels im Durchschnitt eine noch höhere Position auf dem Spielfeld.

Durch diese neue Spielweise schafft es der Klub, unabhängiger von Torjäger Meier zu werden. Der Fußballgott, der seine Hessen in den letzten Jahren immer wieder mit seinen Toren rettete, ist nicht mehr Alleinunterhalter an vorderster Front. Er ist vielmehr ein kleiner Bestandteil der funktionierenden Offensive.

Kovac nimmt Fuß vom Gas

Obwohl Frankfurt die Borussia aus Dortmund dank des Sieges inzwischen sogar überholt hat, weiß man den Tabellenplatz in Hessen gut einzuordnen. Sportvorstand Bobic tritt stets auf die Bremse und verweist gebetsmühlenartig auf die 40 Punkte, die man für den Klassenerhalt erreichen muss.

"Wir müssen demütig bleiben, da wir in der letzten Saison fast abgestiegen wären. Ich bin Realist, alle träumen, ich nicht. Alle müssen jetzt vernünftig bleiben und nicht anfangen zu fliegen", so auch Kovac, der vor der Partie im Hinblick auf die Qualität noch erklärte: "Der BVB ist eine Liga über uns".

Eine These, die Erinnerungen an diesen einen Tag im Mai weckt. Denn da fehlte schließlich nur eine Pleite, dann wäre der Klassenunterschied tatsächlich wahr geworden.

Eintracht Frankfurt - Dortmund: Daten zum Spiel

SPOX

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