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FC Bayern - Bayer Leverkusen: Rudi Völler im Interview

"Uli zurück - schon gibt's keine Elfer gegen FCB"

Samstag, 26.11.2016 | 23:09 Uhr
Rudi Völler schoss sich nach dem Spiel auf die Schiedsrichterleistung ein
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Bayer Leverkusen verliert beim 1:2 in München unglücklich. Sportdirektor Rudi Völler ist anschließend erzürnt über die Schiedsrichterleistung von Marco Fritz, welche die Werkself seiner Meinung nach einen Punkt gekostet hat. Im Interview lässt er keine Möglichkeit aus, das zu betonen. Im Scherz bringt er auch Rückkehrer Uli Hoeneß ins Spiel.

Frage: Herr Völler, wie sehr trauern Sie dem verpassten Punktgewinn nach?

Rudi Völler: Es wäre natürlich eine gute Gelegenheit gewesen, den Rückstand auf die vorderen Plätze etwas zu verkürzen. Die Bayern haben in der zweiten Hälfte eine Schippe draufgelegt und sind verdient in Führung gegangen. Korrekterweise muss man aber auch sagen, dass wir eigentlich noch ein Tor erzielt haben. Sie haben es alle gesehen: Es war eine klare Rote Karte für Martinez und daher ein ganz klarer Elfmeter. Auch wenn wir die letzten nicht reingeschossen haben: Den Elfmeter hätte ich gerne gehabt. Leider haben es Schiedsrichter und Linienrichter nicht gesehen.

Frage: Uli Hoeneß ist wieder da und schon gewinnen die Bayern wieder.

Völler: (lacht) Uli Hoeneß ist wieder da und schon pfeifen die Schiedsrichter keine Elfmeter mehr gegen die Bayern.

Frage: Was sagen Sie zu seiner Rückkehr?

Völler: Ich freue mich natürlich. Wir haben heute Mittag noch beim Essen zusammengesessen. Er gehört zur Liga und zu Bayern München. Er hat es sich verdient, irgendwann in den nächsten Jahren noch mal als große Persönlichkeit von der Bühne zu treten.

Frage: Ziehen Sie heute trotz der Niederlage etwas Positives aus dem Spiel?

Völler: Natürlich, wir hatten heute das Gefühl: Hier ist mehr drin. Wenn man bei den Bayern spielt, wird man immer ein bisschen was zulassen müssen, das ist eben ihrer individuellen Klasse geschuldet. Es ist aber nicht das Bayern der letzten Jahre. Deshalb haben wir gehofft, etwas mitnehmen zu können. Dazu müssen aber alle mitspielen - auch die Schiedsrichter. So einfach ist das.

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Frage: Waren Sie also überrascht, wie viel die Bayern heute zugelassen haben?

Völler: Beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Wir haben taktisch sehr gut gestanden, natürlich wäre es heute möglich gewesen, etwas mitzunehmen. Ich will mich nicht wiederholen, aber wenn man hier am Ende was holen will, muss der Schiedsrichter natürlich auch die entscheidenden Szenen sehen, die zu sehen sind. Und der klare Elfmeter war zu sehen.

Frage: War die Chance, in München Punkte mitzunehmen, in diesem Jahr so groß wie nie in den letzten Jahren?

Völler: Ja. In den letzten Jahren hingen die Trauben etwas höher. Die Bayern spielen noch nicht so brillant. Trotzdem sind sie drei Punkte hinter dem Ersten. Wenn sie die Kurve kriegen, ist Bayern trotzdem die beste Mannschaft. Einige Vereine, die man auch weiter vorne erwartet hat, haben Federn gelassen. Manche am Anfang, manche in den letzten Wochen. Das geht uns so, auch Gladbach. Selbst Dortmund steht nicht da, wo sie stehen wollen. Aber die Saison ist noch lang. Da ist noch vieles möglich.

Frage: In der Halbzeit haben die Bayern Pfiffe von den Fans kassiert. Wäre es da nicht sogar eine Möglichkeit gewesen, schon Chicharito oder Volland früher zu bringen, um noch einmal ein offensives Zeichen zu setzen?

Völler: Der Elfmeter am Ende war entscheidend, nicht der Zeitpunkt der Auswechslungen. Hätte es den gegeben, hätte das schon gereicht. Fußball ist gar nicht so kompliziert. Manchmal sind es ganz banale Dinge, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das hat nichts mit Taktiken und Philosophien zu tun. Wenn es ein Elfmeter ist, ist es ein Elfmeter. Das muss man einfach mal sehen.

Frage: Vielleicht ein Wort zu Kai Havertz. Wie haben Sie ihn heute gesehen?

Völler: Ich finde es gut vom Trainer, dass er einen A-Jugendlichen einsetzt. Nach dem schweren Spiel in Moskau mussten wir den einen oder anderen schonen. Dragovic hat seine Sache heute auch sehr gut gemacht. Er hat gezeigt, was er kann und sich an Lewandowski festgebissen. Wer es nicht gut gemacht hat, ist der Schiedsrichter. Das muss man auch mal sagen.

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Frage: Jonathan Tah wirkte nicht ganz so frisch. Ist er etwas überspielt?

Völler: Man wird sehen, ob er vielleicht mal eine Pause braucht. Wir haben noch eine englische Woche mit Monaco, das wird jetzt weniger. Er hat letztes Jahr eine Traumsaison bei uns gespielt. Außerdem ist er noch jung, das wird immer schnell vergessen. Da muss man ihm auch ein paar Fehler zugestehen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau.

Frage: Wie bewerten Sie jetzt Ihren Stand in der Liga?

Völler: In Sachen Punkteausbeute sind wir bislang unter unseren Möglichkeiten geblieben. Wir müssen schauen, dass wir bis Weihnachten ein bisschen aufholen. In diese Sechser- oder Siebenergruppe werden wir erst mal nicht mehr ganz reinkommen. Den Abstand wollen wir aber verkürzen.

Bayern - Leverkusen: Daten zum Spiel

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