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Bundesliga - 10. Spieltag: FC Bayern München - TSG 1899 Hoffenheim 1:1

Mutige Hoffenheimer holen Punkt in München

Samstag, 05.11.2016 | 17:21 Uhr
Kerem Demirbay traf mit einem Traumtor zum 1:0
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Der FC Bayern München hat im Spitzenspiel des 10. Bundesliga-Spieltags zum dritten Mal die Punkte geteilt. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim spielte der Deutsche Meister 1:1 (1:1).

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena brachte Kerem Demirbay die Gäste mit einem Traumtor in Führung (16.). Für die Bayern war es das erste Distanzschuss-Gegentor in der laufenden Spielzeit.

Nach einer scharfen Hereingabe von Douglas Costa grätschte Steven Zuber den Ball in der 34. Minute zum Ausgleich ins eigene Tor. Bayern erzielte im 36. Pflicht-Heimspiel in Folge mindestens einen Treffer - neuer Vereinsrekord.

Beide Mannschaften bleiben durch die Punkteteilung auch nach zehn Saisonspielen noch ohne Niederlage.

Die Bayern spielten in einem roten Sondertrikot aus Ozeanmüll.

Die Reaktionen:

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Wir hatten gegen Ende des Spiels kein Glück (wegen der beiden Pfostenschüsse). Wir hatten Probleme zu Beginn. Nach 30 Minuten haben wir eine gute Kontrolle bekommen, haben mit mehr Intensität gespielt, haben viele Chancen kreiert. Aber so ist Fußball manchmal. Im Großen und Ganzen war es gut, denn wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt. Wir hatten eine gute Einstellung."

Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim): "Den Punkt nehmen wir gerne mit. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Sieg für Bayern verdient gewesen. Da war viel Druck und wenig Entlastung. Aber das war auch wenig überraschend. Wir hatten den ein oder anderen unschönen Moment. Bayern war nah dran am zweiten Tor. "

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Ancelotti verändert seine Startformation im Gegensatz zum 2:1-Sieg in Eindhoven auf vier Positionen: Lahm, Müller, Alaba und Kimmich sitzen auf der Bank, dafür stehen Rafinha, Bernat, Thiago und Costa in der ersten Elf.

Nagelsmann verändert das Team, das in der Vorwoche 1:0 gegen Hertha BSC gewann, nur einmal: Für Rupp spielt Amiri.

14.: Lewandowski steckt den Ball aus zentraler Position ans rechte Strafraumeck zu Rafinha durch. Der geht noch ein paar Schritte und zieht dann aus spitzem Winkel ab. Baumann bleibt lange stehen und hält.

16., 0:1, Demirbay: Überragend ausgespielter Angriff der Gäste: Vogt schlägt einen genauen Steilpass über das ganze Spielfeld links an den Strafraum. Dort hat Amiri viel Platz, behält die Übersicht und bedient Demirbay an der Sechzehnerlinie, der den Ball aus vollem Lauf in den linken Knick schießt.

20.: Costa flankt vom linken Flügel scharf an den Fünfer. Baumann lässt den Ball genau vor die Füße von Thiago tropfen. Dieser bekommt jedoch keine Kontrolle über das Leder und schiebt es genau in die Arme des Torhüters.

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34., 1:1, Zuber (Eigentor): Robben spielt mit seiner ersten gelungenen Aktion der Partie einen starken Pass auf Costa. Der Brasilianer spielt das Leder links im Strafraum mit einem scharfen Flachpass direkt nach innen. Dort grätscht Zuber das Leder vor dem einschussbereiten Lewandowski ins eigene Tor. Baumann ist ohne Chance.

66.: Links im Strafraum tanzt Robben drei Gegenspieler aus und passt an den Fünfer. Dort legt Lewandowski mit der Hacke weiter, doch am rechten Fünfereck klärt Zuber vor Thiago.

80.: Costa flankt vom linken Flügel in den Strafraum, wo Müller zum Kopfball kommt, ihn jedoch zu zentral auf den Kasten und genau in die Arme von Baumann drückt.

87.: Hummels an den Pfosten! Da ist die große Chance zum späten Siegtreffer. Müller bedient Hummels, der von der Strafraumgrenze auf das linke Eck schießt, doch am Pfosten scheitert.

90.+2: In der Nachspielzeit scheitert auch Müller am Gebälk! Wirrwarr im Fünfmeterraum, irgendwie kommt der Nationalspieler an den Ball und drischt ihn mit dem linken Spann an den rechten Außenpfosten!

Fazit: Hoffenheim verdiente sich vor allem mit dem engagierten Auftritt in der ersten Halbzeit und der starken Defensivleistung einen Punkt gegen müde wirkende Bayern, hatte in der Schlussphase jedoch auch zweimal Alu-Glück.

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Der Star des Spiels: Sebastian Rudy. Bärenstarke Partie auf der Rolle vor der Dreier- bzw. Fünferkette. Brachte die nötige Aggressivität auf den Platz, bestritt mit Abstand die meisten Zweikämpfe aller Spieler (30) und gewann 60 Prozent davon. Dazu mit starkem Stellungsspiel und guter Antizipation (fünf abgefangene Bälle). Ebenfalls stark in Hoffenheims Defensive: Süle.

Der Flop des Spiels: Robert Lewandowski. Sah gegen die stabile Hoffenheimer Defensive kein Land. Hatte die wenigsten Ballaktionen, spielte die wenigsten Pässe und kam kein einziges Mal gefährlich zum Abschluss.

Der Schiedsrichter: Markus Schmidt. Hatte einige Probleme in der Zweikampfbewertung und verfolgte keine klare Linie: mal kleinlich (Hübner gegen Robben), mal mit langer Leine (Rudy gegen Bernat). Seine Gelben Karten gegen Rudy und Bicakcic waren korrekt.

Das fiel auf:

  • Hoffenheim agierte aus einer 3-5-2-Grundordnung, die sich bei gegnerischem Ballbesitz in ein 5-3-2 verwandelte. Vogt kam als zentraler Part der Abwehrkette die Aufgabe zu, das Spiel zu strukturieren und anzuschieben. Im Falle eines Ballgewinns versuchten Demirbay und Amiri, das Spiel schnell zu machen und die Stoßstürmer Wagner und Kramaric ins Spiel zu bringen.
  • Insbesondere in der Anfangsphase hatten die Bayern Probleme, ihr Spiel über die Außen aufzuziehen, da Robben stets von Hübner und Zuber gedoppelt wurde und Costa vom Duo Süle/Kaderabek in die Mangel genommen wurde. Sowieso entwickelten die Offensivkräfte im Münchner 4-3-3 nicht die bekannte Dominanz. Robben, Lewandowski und Costa hatten in der ersten halben Stunde die wenigsten Ballaktionen bei den Hausherren.
  • Im Gegensatz zu vielen anderen Gegnern in der Allianz Arena beschränkte sich die Nagelsmann-Elf nicht nur auf das Verteidigen, sondern spielte gleichwertig mit. Das Torschussverhältnis von 5:3 (2:3 auf das Tor) im ersten Durchgang bildete diesen Eindruck ab.
  • Nach der Pause wurde der Druck der Münchner immer größer, auch weil Hoffenheim weniger nach vorne machte und sich weiter zurückzog. Erst als die Bayern durch die Hereinnahme von Müller für Vidal mehr ins Risiko gingen, eröffneten sich für die Kraichgauer wieder Räume.
  • Nichtsdestotrotz war die Überlegenheit der Gastgeber in der zweiten Halbzeit groß: 16:2 Torschüsse, 63 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 70 Prozent Ballbesitz.

Bayern - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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