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Eintracht schlägt Schalke dank Turbostart

Samstag, 27.08.2016 | 16:54 Uhr
Alex Meier erzielte das frühe Führungstor für die Eintracht
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Eintracht Frankfurt hat den FC Schalke 04 am 1. Spieltag der Bundesliga-Saison 2016/2017 dank einer beeindruckenden Anfangsphase mit 1:0 (1:0) geschlagen.

Vor 47.000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena bei hochsommerlichen Temperaturen erzielte Alex Meier (13.) nach feinem Pass von Huszti die Führung für die Hausherren. Der Angreifer verpasste in der 68. Minute einen Doppelpack, als er mit einem Foulelfmeter am Schalker Torhüter Ralf Fährmann feierte.

In der Schlussphase spielte Frankfurt in Unterzahl, nachdem Michael Hector wegen einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz musste (79.).

Die Schalker spielten damit saisonübergreifend zum 12. Mal in Serie nicht zu Null. Solch eine Negativserie hatten die Königsblauen zuletzt vor rund 30 Jahren (saisonübergreifend von März bis September 1986 in 16 Spielen nicht zu Null gespielt).

Markus Weinzierl ist der erste Schalke-Trainer seit Huub Stevens im Jahr 1996, der sein erstes Bundesligaspiel mit den Königsblauen verlor. Zuvor holten elf Übungsleiter bei ihrer Premiere einen Dreier. Für Weinzierl persönlich ist es in seiner fünften Saison als Cheftrainer die fünfte Auftaktniederlage.

Die Reaktionen:

Niko Kovac (Trainer Frankfurt): "Wir wissen, dass wir noch viel arbeiten müssen. Ich möchte die Fans und das Publikum hervorheben. Ohne die Unterstützung gerade zu Zehnt wäre es nicht möglich gewesen, den Sieg nach Hause zu bringen. Nur so können wir es schaffen. So haben wir es im letzten Jahr geschafft und ich hoffe, dass wir es dieses Jahr auch gemeinsam schaffen."

Markus Weinzierl (Trainer Schalke): "In den ersten zwanzig Minuten haben wir das Spiel verschlafen und die Anfangsphase komplett verpennt. Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Da haben wir keine Zweikämpfe gewonnen und uns den Schneid abkaufen lassen. Dadurch haben wir den Gegner stark gemacht. Wir müssen die Lehren aus dem Spiel ziehen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Eintracht-Trainer Kovac setzt in der Startelf auf vier Neuzugänge. In der Innenverteidigung beginnt Hector, rechts hinten startet Varela. Im Mittelfeld vertraut der Coach auf Mascarell und in vorderster Front soll Hrgota, der aus Mönchengladbach kam, für die Tore sorgen. Alex Meier, der in der vergangenen Saison einen Großteil der Rückrunde verpasste, kann diesmal von Beginn an mitwirken. Letztmals hatte der Torschützenkönig von 2015 im Februar gespielt - ebenfalls gegen Schalke.

Weinzierl stellt in seinem ersten Bundesligaspiel als Schalke-Trainer nur einen Neuzugang in die erste Mannschaft: Naldo beginnt in der Abwehrzentrale an der Seite von Höwedes. Im Gegensatz zum Pokalsieg in Villingen kommen Choupo-Moting und Meyer für die Neuen Baba und Embolo ins Team.

4.: Meier passt vom rechten Strafraumeck scharf flach an den Elfmeterpunkt. Dort stört Caicara Gacinovic gerade noch genug, um diesen an einem kontrollierten Abschluss zu hindern. Dennoch wird es gefährlich: Der Stocherball kullert knapp am linken Außenpfosten vorbei.

8.: Lattenkracher! Die Eintracht verpasst das Momentum, um die Führung zu erzielen. Hasebe chippt das Leder über die Abwehr. Hrgota ist im richtigen Moment eingestartet, nimmt es stark herunter und schließt dann flach ab. Fährmann fährt den Fuß aus und lenkt das Ding irgendwie noch an die Latte.

9.: Nächste Großchance! Hrgota verlängert eine Flanke per Kopf stark auf Meier. Der fackelt rechts im Sechzehner nicht lange und zieht ab. Allerdings trifft er die Kugel nicht richtig und zieht rechts oben über das Tor.

13., 1:0, Meier: Die verdiente Führung für die Hessen! Naldo scheitert bei zwei Versuchen, den Ball vernünftig zu klären. Letztlich landet er bei Huszti, der fein für Meier durchsteckt. Diesmal ist der Kapitän konzentrierter und schließt souverän flach ins rechte Eck ab.

15.: Nur wenige Sekunden später jubelt Frankfurt wieder, Gacinovic trifft ins rechte Eck zum 2:0. Denkste! Der Treffer zählt nicht - und das zu Recht: Der Ball war zuvor bereits im Seitenaus.

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34.: Di Santo flankt vom rechten Flügel halbhoch ans kurze Fünfereck. Wieder ist es der Hunter, der sich gut bewegt und seinen Bewacher abschüttelt. Seine Direktabnahme streicht knapp über die Latte.

68.: Caicara legt Gacinovic im Strafraum. Klare Sache, Elfmeter für die Eintracht. Alex Meier tritt an. Sein zentraler Flachschuss ist jedoch kein Problem für Fährmann, der die Schalker mit dieser Parade im Spiel hält.

79., Rote Karte, Hector: Huntelaar wird in die Gasse geschickt und ist frei durch. Kurz vor der Strafraumgrenze stößt Hector den Angreifer von hinten um. Notbremse, dafür sieht der bisher bärenstarke Innenverteidiger die Rote Karte.

81.: Weltklasse-Parade von Hradecky! Geniale Freistoßvariante der Schalker: Geis läuft an, jeder rechnet mit einem Schuss auf das Tor, doch er legt flach zu Huntelaar in den Strafraum. Der schießt aus der Drehung und scheitert an einem überragend reagierenden Hradecky, der den Arm noch irgendwie dran bringt.

90. Choupo-Moting zieht vom linken Strafraumeck nach innen und zieht flach aufs kurze Eck ab - knapp vorbei.

Fazit: Die Eintracht überraschte mit einer offensiven Anfangsphase und hätte bereits höher in Führung gehen können. In der Schlussphase drückten die Schalker noch einmal, doch unter dem Strich geht der Sieg in Ordnung.

Der Star des Spiels: David Abraham. Warf sich in alle Bälle, die in den Sechzehner flogen. Überzeugte mit einer überragenden Zweikampfquote von 75 Prozent und nutzte zwischendurch auch immer mal wieder Gelegenheiten, um das Spiel nach vorne mit anzukurbeln. Wichtig auch im Spielaufbau: Nach seinem Innenverteidiger-Kollegen Hector mit den zweitmeisten Ballaktionen bei Frankfurt. In der Schlussphase überragend: Frankfurts Keeper Hradecky.

Der Flop des Spiels: Franco di Santo. Muss im zweiten Jahr bei Schalke liefern - zeigte das gegen Frankfurt aber nicht. Gewann gerade einmal 43 Prozent seiner Zweikämpfe. Die Passquote ist noch verheerender: Nur jeden dritten Ball brachte er zum Mitspieler. Folgerichtig zur Pause ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark. Leitete eine weitgehend faire Partie sehr souverän. Zeigte unter anderem seine Erfahrung, als er beim engagiert geführten Zweikampf zwischen Oczipka und Embolo weiterspielen ließ (53.). Nach Caicaras Foul an Gacinovic berechtigerweise auf Strafstoß entschieden (67.).

Das fiel auf:

  • Von wegen die Eintracht ist unter Kovac nichts als ein defensives Bollwerk. In der Anfangsphase überzeugten die Hausherren aus einem sehr strukturierten 4-2-3-1 mit klaren, technisch anspruchsvollen Spielzügen. Nicht nur die Zuschauer, auch die Schalker schienen völlig überrascht von diesem offensivstarken Beginn, mit dem die Frankfurter ihren Gegner hinten einschnürten. Nach einer Viertelstunde stand die SGE bei 70 Prozent Ballbesitz und 4:0 Torschüssen.
  • Auch Weinzierl bot seine Schalker zu Beginn nominell in einem 4-2-3-1 auf. Davon war jedoch zunächst wenig zu sehen. Weder gegen den Ball noch im eigenen Ballbesitz wirkten die vom starken Gegner geschockten Königsblauen, als hätten sie einen Plan.
  • Erst im Laufe der ersten Halbzeit - nach dem Abschütteln des ersten Schrecks - bekam das Schalker Spiel mehr Struktur und Ruhe. Besonders weil Geis im zentralen Mittelfeld besser in die Zweikämpfe kam und den Ball mehr forderte, bekamen die Königsblauen nach einer halben Stunde die Kontrolle über das Mittelfeld. In dieser Phase ließ sich die Eintracht tiefer fallen und überließ dem Gegner die Initiative.
  • Weinzierls Maßnahme, in der Halbzeit Embolo für di Santo zu bringen, zeigte schnell Wirkung. Der Neuzugang wirkte motiviert, sich zu zeigen und probierte sofort einiges, um das dröge Angriffsspiel der Gäste zu beleben. Auf Frankfurter Seite belebte ein Joker ebenfalls das Offensivspiel: Chandler hatte sich offenbar richtig viel vorgenommen, fiel in den Minuten nach seiner Hereinnahme durch seine Sprintschnelligkeit und seinen Offensivdrang auf.
  • Spätestens nach dem Platzverweis gegen den zuvor richtig starken Michael Hector drückten die Königsblauen noch einmal vehement auf den Ausgleich. Speziell Huntelaar wollte es noch einmal wissen und war an jeder gefährlichen Offensivaktion beteiligt.

Eintracht Frankfurt - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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