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Fussball

VfB-Sieg durch irreguläres Tor

Von Niklas König
Daniel Didavi erzielte das Siegtor für den VfB - allerdings aus Abseitsposition
© Getty

Der VfB Stuttgart hat sich etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. Am 9. Spieltag der Bundesliga setzten sich die Schwaben mit 1:0 (0:0) gegen den FC Ingolstadt durch.

In der Mercedes-Benz Arena erzielte Daniel Didavi vor 45.700 Zuschauern nach Vorarbeit von Florian Klein das Tor des Tages (59.). VfB-Torhüter Przemyslaw Tyton hielt in der ersten Halbzeit einen Foulelfmeter von Matthew Leckie (5.).

Die Gastgeber klettern durch ihren erst zweiten Saisonsieg in der laufenden Saison auf Platz 15. Ingolstadt dagegen verlor erstmals ein Bundesliga-Spiel in der Fremde.

Die Reaktionen:

Alexander Zorniger (Trainer VfB Stuttgart): "Endlich mal eine schlechte Statistik - und drei Punkte. Das ist mir nicht unrecht. Man darf nicht vergessen, dass Ingolstadt Auswärts-Tabellenführer war. Wir müssen uns nicht schämen für den Sieg. Großes Lob an die Mannschaft, ich bin froh, dass wir mit dem Dreier alle erstmal durchatmen können."

Ralph Hasenhüttl (Trainer FC Ingolstadt): "Wir müssen nicht als Verlierer vom Platz gehen. Der verschossene Elfmeter war eine mentale Keule. Danach haben wir dem Gegner ein bisschen viel Raum gelassen. Beim Gegentor war mir relativ schnell klar, dass es nicht regulär war. Was die Mannschaft dann nochmal reingepackt hat, war gut. Wir sind am Torhüter, der ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht hat, gescheitert."

Der Spielfilm:

Zorniger setzt exakt auf die gleiche Elf wie am vergangenen Spieltag beim 2:2 in Sinsheim: Toni Sunjic und Timo Baumgartl bilden erneut im 4-2-3-1 die Abwehrzentrale. Martik Harnik, Daniel Didavi und Alexandru Maxim besetzen die offensive Dreierreihe, während Timo Werner als einzige Spitze beginnt.

Hasenhüttl verändert sein Team dagegen auf drei Positionen: Alfredo Morales und Romain Bregerie spielen im Mittelfeld für den verletzten Roger (Innenbandriss) und Max Christiansen, Stefan Lex anstelle von Moritz Hartmann im Angriff des 4-3-3-Systems.

4.: Elfmeter für Ingolstadt! Nach einem Freistoß von Pascal Groß kann Leckie von rechts zu leicht flanken. Bregerie verlängert im Zentrum auf Benjamin Hübner, der von Harnik beim Versuch zu klären gelegt wird. Schiedsrichter Guido Winkmann sieht die Situation richtig, Strafstoß.

5.: Leckie tritt an und schießt betont lässig in die Tormitte. Przemyslaw Tyton taucht zwar ab, kann aber mit einem Bein abwehren. Der Nachschuss geht übers Tor.

14.: Lukas Rupp verliert die Kugel erst zu einfach am gegnerischen Sechzehner, doch Serey Die holt die Kugel sofort zurück. Der Ivorer setzt Werner in Szene. Dieser taucht frei vor Ramazan Özcan auf, der aber lange stehen bleibt und die Szene entschärft.

43.: Werner wird steil geschickt und ist plötzlich frei durch. Das Schiedsrichtergespann entscheidet auf Abseits. Die richtige Entscheidung, aber das war haarscharf.

45.: Werner behauptet die Kugel im Mittelfeld stark Bregerie und nimmt dann Didavi mit. Der zieht von der Strafraumgrenze gefährlich ab, Özcan dreht die Kugel um den Pfosten.

55.: Wieder steckt Didavi den Ball an der Mittellinie auf Werner durch. Wieder ist der Stuttgarter durch. Wieder entscheidet das Schiedsrichtergespann auf Abseits. Diesmal zu Unrecht.

59., 1:0, Didavi: Maxim findet Klein mit einem Flügelwechsel. Der Österreicher lässt Moritz Hartmann mit einem Haken aussteigen und schlägt die Kugel auf den zweiten Pfosten. Didavi läuft ein, ist noch ganz leicht dran und die Kugel liegt im Netz. Didavi kam allerdings aus dem Abseits, das Tor hätte nicht zählen dürfen.

62.: Auf der Gegenseite verlängert Hartmann einen langen Ball gegen Baumgartl zu leicht auf Groß. Der zieht direkt ab, Tyton lenkt die Kugel über den Kasten.

65.: Der FCI wird gefährlicher. Morales findet Hartmann vor dem Sechzehner. Der Angreifer zieht ab, Tyton ist zur Stelle und wehrt das Leder über das Tor.

86., Gelb-Rot für Die: Didavi wird auf dem rechten Flügel gelegt, bekommt das Foulspiel aber nicht. Christiansen geht die Linie runter und kommt dann gegen Die zu Fall. Winkmann entscheidet auf taktisches Foulspiel und zeigt Gelb-Rot.

Fazit: Nach einem ausgeglichenen Spiel ein in Anbetracht des verschossenen Elfmeters und des irregulären Treffers ein letztendlich glücklicher, wenngleich nicht unverdienter Dreier für die Schwaben.

Der Star des Spiels: Przemyslaw Tyton. Nicht selten hatte der Pole in dieser Saison unglücklich agiert, diesmal aber zeigte er eine starke Leistung. Er antizipierte gut (35.) und parierte den - zugegeben schwach geschossenen - Elfmeter von Leckie. Hielt zudem stark gegen Groß (62.) und Hartmann (65.).

Der Flop des Spiels: Mathew Leckie. Der Australier vergab die dicke Chance zur Führung leichtfertigt, als er den Elfmeter fatal fahrlässig in die Mitte schoss (5.). Zudem ungenau im Passspiel.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann. Licht und Schatten beim Gespann um den Polizeibeamten aus Kerken. Erst bewertete das Team das Foul von Harnik gegen Hübner vor dem Ingolstädter Elfmeter ebenso richtig wie die erste Abseitsposition von Werner. Bei der zweiten Entscheidung gegen Werner lag das Gespann dann aber genauso daneben (55.) wie bei der Bewertung von Didavis Abseitsposition vor dem 1:0.

Das fiel auf:

  • Beide Mannschaften standen kompakt und konzentrierten sich darauf, die Räume im Mittelfeld eng zu machen. Während Stuttgart versuchte, mit gepflegtem Kurzpassspiel nach vorne zu kommen, entschieden sich die Gäste für ein schnelles Spiel in die Spitze.
  • Immer wieder Werner! Nach einer halben Stunde fanden die Gastgeber zunehmend die durchaus vorhandenen Löcher in der Ingolstädter Defensive. Bis ins letzte Drittel wurde kombiniert, dann starteten die Stuttgarter - meist in Person von Werner - in die Schnittstellen und versuchten so die letzte Ingolstädter Reihe zu überspielen.
  • Mit Hartmann für Lex reagierte Hasenhüttl in der Pause auf die im ersten Durchgang fehlende Präsenz in vorderster Front. Ein Schachzug, der zumindest in einzelnen Situationen aufging. Hartmann spielte flexibel, kam aus zentraler Position selbst zum Abschluss, bereitete aber auch auf den Flügel ausweichend Chancen seiner Kollegen vor.
  • In den letzten fünf Minuten nach dem Platzverweis von Die zog sich die Zorniger-Elf erwartungsgemäß tief in die eigene Hälfte zurück - mit Erfolg.

Stuttgart - Ingolstadt: Die Statistik zum Spiel

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