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Tuchel-Rückkehr nach Mainz gelingt

Freitag, 16.10.2015 | 22:19 Uhr
Der BVB gewinnt nach zuvor vier Partien ohne Dreier mal wieder ein Spiel
© Getty
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Die Rückkehr von Thomas Tuchel nach Mainz war erfolgreich: Der Trainer von Borussia Dortmund gewann mit dem BVB zum Auftakt des 9. Spieltags der Bundesliga mit 2:0 (1:0) bei seinem Ex-Klub 1. FSV Mainz 05.

Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena ging der BVB durch das dritte Saisontor von Marco Reus in Führung (18.).

Nur 47 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit verschoss Reus einen unberechtigten Elfmeter. Mainz-Keeper Loris Karius parierte damit sechs der letzten acht Elfmeter (vier gehalten, zwei verschossen).

Henrikh Mkhitaryan markierte acht Minuten vor dem Ende den 2:0-Endstand.

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Reaktionen:

Martin Schmidt (Trainer Mainz): "Ich bin nicht zufrieden. Dortmund war einfach effizienter, deshalb war es ein verdienter Sieg für den BVB. Wir haben bei den Zweikämpfen auf den Sack bekommen. Wir müssen einfach die Räume noch enger schließen und dann die Konter fahren. Ganz hinten und ganz vorne war das zu wenig gut von uns."

Thomas Tuchel (Trainer BVB): "Unsere Mentalität war gut. Man hat aber gemerkt, dass wir vier Spiele nicht gewonnen haben. Ich freue mich am meisten darüber, dass wir das Spiel angenommen haben und keine Unzufriedenheit entwickelt haben. Es gab viele Phasen, in denen wir heute auf dem Platz gelitten haben, weil die Mainzer sehr gut gespielt haben. Mainz ist eine schwer zu bespielende Mannschaft. Die drei Punkte heute sind doppelt und dreifach wichtig. Ich kann mich über Arbeitssiege genau so freuen, wie über toll herausgespielte Siege. Ich freue mich riesig, dass Marcos Tor den Sieg eingeleitet hat und durch den Sieg der verschossene Elfer in der Wertigkeit sinkt."

Roman Bürki (Torwart BVB): "Es war sehr wichtig, dass ich mich nach Spiel in München auf dem Platz ganz normal verhalten habe. Ich bin einfach meiner Arbeit nachgegangen. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich bin ich froh, dass es gelungen ist. Wir haben verdient gewonnen und sind endlich wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Jetzt gehe ich sehr zuversichtlich in die englischen Wochen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nur eine Startelfänderung bei den Mainzern im Vergleich zum 3:2 in Darmstadt: Bengtsson spielt für Jara.

Der BVB ändert seine Formation nach dem 1:5 in München auf drei Positionen: Ginter, Park und Reus spielen für Piszczek, Bender und Castro (alle Bank). Ex-Mainzer Park steht erstmals für Dortmund in der Bundesliga in der Startelf.

6.: Bengtsson bringt den Ball von links gegen Ginter in den Strafraum, am kurzen Pfosten kommt Muto völlig frei aus kurzer Distanz zum Abschluss. Bürki pariert mit einer Hand - Riesenchance!

7.: Der BVB kontert über rechts mit Aubameyang. Dessen flache Hereingabe zur Mkhitaryan springt dem Armenier frei vor dem Kasten vom Fuß.

18., 0:1, Reus: Bungert passt in der Vorwärtsbewegung in die Füße von Mkhitaryan. Der passt in die Mitte zu Aubameyang, dieser legt links raus zum freien Reus. Der Nationalspieler versenkt mit links flach ins linke Eck.

20.: Nach einem Fehlpass von Park schaltet Mainz schnell um, De Blasis spielt nach links zu Malli. Der hat links im Strafraum freie Schussbahn, schießt mit links aber rechts vorbei.

33.: Freistoß Mainz aus rund 19 Metern zentral vor dem Tor. Samperio schlenzt den Ball mit rechts über die BVB-Mauer, Bürki lenkt den Ball mit einer Hand an die Oberkante der Latte.

47., Reus verschießt Elfmeter: Nach 47 Sekunden in der zweiten Hälfte spitzelt Bungert Aubameyang vor dem Strafraum den Ball vom Fuß. Stieler pfeift fälschlicherweise Elfmeter, den Karius gegen Reus aus dem linken Eck holt.

59.: Mainz mit einer Chance durch Muto nach einem Zuspiel von Malli, aber BVB-Keeper Bürki wirft sich dem Mainzer entgegen und pariert acht Meter vor dem Tor im Eins-gegen-Eins.

62.: Tolles Zuspiel von Ginter in die Schnittstelle zu Kagawa, der frei vor Karius auftaucht, den Ball aber aus neun Metern unbedrängt links am Tor vorbei schießt - Riesenchance!

77.: Mkhitaryan spielt flach in die Mitte zum freien Aubameyang. Dessen versuchter Heber fliegt einige Meter am Kasten vorbei.

80.: Aubameyang links im Strafraum im direkten Duell mit Bell, kommt aus etwa neun Metern Torentfernung dann mit links zum Abschluss. Karius ist im bedrohten linken Eck, muss aber nicht eingreifen: Der Ball fliegt links am Pfosten vorbei ins Toraus.

82., 0:2, Mkhitaryan: Brosinski spielt rechts außen einen unkontrollierten Ball, der zu Aubameyang springt. Der nimmt die Kugel im linken Halbfeld auf, passt ins Zentrum zu Mkhitaryan, der Karius umkurvt und einschiebt.

Fazit: Verdienter Sieg des BVB, weil offensiv zielstrebiger. Mainz hätte zwar zum Ausgleich kommen können, im letzten Drittel fehlte den Hausherren allerdings häufig der finale Pass.

Der Star des Spiels: Henrikh Mkhitaryan. Hellwach und mit zahlreichen guten Pässen und Bewegungen, vor allem ohne Ball. Starke Antizipation vor dem 1:0, als er Bungerts Fehlpass aufnahm und so die Führung einleitete. Krönte mit dem Tor zum 2:0 seine tolle Leistung.

Der Flop des Spiels: Niko Bungert. Hatte zwar die meisten klärenden Aktionen auf Seiten des FSV, war aber am Boden sowie in der Luft nicht gerade durchsetzungsstark. Spielte zudem den katastrophalen Fehlpass, der Dortmund das 0:1 ermöglichte.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler erwischte nicht seinen besten Abend und hatte durchgehend Probleme mit der Bewertung von Zweikämpfen. Grober Fehler dazu die Elfmeterentscheidung gegen Mainz, Bungert spielte gegen Aubameyang den Ball - und das auch noch vor dem Strafraum. Das Handspiel von Aubameyang im Dortmunder Strafraum nach Freistoß von Klement hätte man ebenfalls ahnden können, wenn auch die Hand des Gabuners nur minimal vom Körper abstand.

Das fiel auf:

  • Intensive, phasenweise unruhige Partie mit hohem Tempo auf beiden Seiten, dazu ständige Kämpfe um zweite Bälle und daraus resultierende Umschaltsituationen. Dabei entwickelte zunächst der BVB mehr Zug zum Tor, weil er passsicherer war und so das Mainzer Mittelfeldpressing umspielen konnte.
  • Mainz bisweilen mit Schwächen, einen ruhigen Spielaufbau zu initiieren und daher mit einigen ungenauen und auch langen Schlägen. Mit der Zeit fanden die Hausherren jedoch zu einem klareren Spielrhythmus und kamen auch über Standardsituationen in die Partie zurück.
  • Die 05er offensiv immer dann gefährlich, wenn sie sich in die beiden Halbräume kombinierten und von dort Tempo Richtung Tor aufnahmen. Vor allem die rechte Seite der BVB-Defensive wurde so einige Mal ausgehebelt.
  • Beim BVB startete Reus diesmal nicht rechts, sondern kam wie unter Klopp über den linken Flügel. Das war auch Schmelzers Abwesenheit geschuldet, Stellvertreter Park hielt sich mit Vorstößen in die Offensive meist zurück. Zuletzt noch formschwach, gehörte Reus offensiv zu den stärksten Dortmundern.

Mainz - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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