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Und dann kam Jerome

Montag, 05.10.2015 | 11:08 Uhr
Jerome Boateng erwischte gegen Borussia Dortmund einen starken Tag
© getty
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27 Minuten bot Borussia Dortmund dem FC Bayern Paroli. Doch dann schlug die Stunde von Jerome Boateng und Dortmunds Konzept war hinüber. Ein Zustand, der vor allem Thomas Tuchel die nächste Zeit beschäftigen wird. Zumal ihn seine Mannschaft beim 1:5 in München regelrecht im Stich ließ.

Thomas Tuchel ist ein Tüftler. Ein Taktiker. Es gibt Geschichten, wie er einst als Mainzer Trainer bis 5 Uhr morgens an Spielplänen arbeitete, um sie dann nach den kurzen - und nervigen - Schlafpausen wieder komplett zu verwerfen.

Pep Guardiola legt etwas mehr Wert auf Schlaf, wobei er wie Tuchel ein Wahnsinniger ist. Pep guckt Fußball, um sich von Fußball abzulenken. Und wenn er nicht abgelenkt werden muss, geht es auch um Fußball. Wie Tuchel eben.

Beide saßen vor gar nicht allzu langer Zeit zusammen, um ein gemütliches Abendessen zu genießen. Natürlich ging es an jenem Abend im Münchener In-Lokal "Schumann's" um Fußball und natürlich begannen sie dann über Taktik zu sprechen. "Er hat mir seine Idee von Fußball erklärt", sagte Pep über dieses Gespräch und nickte anerkennend. Irgendwann wurden sämtliche Tischutensilien genutzt, um sie als Schachfiguren zu nutzen. "Nur mein Rotwein blieb stehen", sagte Pep und grinste.

Am Sonntag, so kurz nach 20 Uhr, erinnerten sich Tuchel und Guardiola sicher kurz an jenen Abend zurück, als sie abermals über ihre Lieblingsbeschäftigung sprachen. Diesmal hatten sie aber ein paar Zuschauer, denn es war die offizielle Pressekonferenz zum Bundesliga-Spiel, das der FC Bayern mit 5:1 (2:1) gegen Borussia Dortmund gewonnen hatte.

Tuchel hat gute Ideen

Wenn Pep sprach, hörte Tuchel genau zu. Wenn Tuchel sprach, hörte Pep genau zu. Und sie nickten fortwährend anerkennend, wobei Tuchel ab und zu auch die Hände vors Gesicht hielt und Grimassen zog. Die Demontage konnte der BVB-Coach noch nicht richtig verarbeiten. Manchmal musste er mit der Schulter zucken, weil die bloße Antwort nicht Signal genug war.

Und selbst als die Frage zur allgemeinen Schiedsrichter-Situation in der Bundesliga kam, analysierte Tuchel lieber das Spiel: "Ich habe über die Scoutingkamera gesehen, dass wir in dieser Situation den Konter nicht richtig gedeckt haben", sagte Tuchel und zuckte wieder mit den Schultern.

Man darf nicht so weit gehen, Tuchel zu unterstellen, die Niederlage als persönliche Beleidigung aufzufassen. Ihr Zustandekommen wird ihn aber definitiv wurmen. 27 Minuten lang spielte Borussia Dortmund vor 75.000 Zuschauern einen sehr gut organisierten Ball.

Die Bayern kreierten keine Chancen, verloren das Mittelfeld an den BVB, weil Julian Weigl, den Pep so mag, Ilkay Gündogan, den Barcelona so mag und Gonzalo Castro, den Tuchel allmählich mag, die Räume besser nutzten und beispielsweise Thiago Alcantaras Sicht zu seinen Vorderleuten versperrten.

Die Sache mit den langen Bällen

Durchkommen? Keine Chance. Aber dann kam Jerome Boateng. Ein langer Schlag haargenau in den Lauf von Thomas Müller, der den Ball "aus dem Augenwinkel" kommen sah. Roman Bürki kam weit aus seinem Tor, wollte aber dann keine Rote Karte riskieren und so stand es 1:0.

Weil kurze Zeit später Müller dann auch das 2:0 per Elfmeter machte, war das Szenario für diesen Abend recht klar. Das 1:2 durch Pierre-Emerick Aubameyang machte es nur kurz spannend. Aber dann kam wieder Jerome Boateng. Ein langer Ball, diesmal auf Robert Lewandowski, 3:1. Der Rest des Liedes ist bekannt.

Der FC Bayern erzielte in der Vorsaison sage und schreibe zwei Tore nach langen Bällen. Und dennoch waren die Dortmunder gewarnt. "Die Taktik war ganz klar, Boateng und Alaba nicht diese langen Bälle spielen zu lassen. Ich weiß nicht, warum sie die so ohne Druck spielen konnten. Das war tödlich", sagte Mats Hummels.

Das Problem: die fehlende Galligkeit

Auch Tuchel erzählte, dass man von Boatengs Bällen wusste: "Es gibt die Verbindung Boateng/Lewandowski, es gibt die Verbindung Boateng/Müller." Und es gebe dabei "klare Verhaltensweisen beim freien Fuß von Boateng".

Aber diese einstudierten Verhaltensweisen wurden mangelhaft umgesetzt. Boateng konnte seine Flugbälle schlagen, wie er mochte. Und er tat es zwei Mal chirurgisch effizient.

Es ist nicht so, dass die Dortmunder überrascht von Boatengs Gaben waren, aber sie offenbarten nicht nur in diesen Szenen ihre große Schwäche an diesem Abend. Tuchel sprach es aus: "Man muss aufmerksam sein, man muss robust sein, mit der allerletzten Galligkeit verteidigen."

Dortmund in München, das war 27 Minuten ansatzweise hochklassig, 18 Minuten immerhin ordentlich. Was aber nach der Pause passierte, war auch, aber nicht nur mit Taktik zu erklären. Denn der BVB verteidigte nicht nur schwach, sondern ließ sich auch körperlich und mental den Schneid abkaufen. Die Bayern drückten, legten nach, gingen auch im letzten Zweikampf noch intensiv zur Sache. Und Dortmund foulte nach der Pause genau zwei Mal. Ein Aufbäumen sieht anders aus.

Wie damals Mourinho

Und genau das war wohl am Ende auch der Grund für die große Enttäuschung, die Tuchel hinterher an den Tag legte. Er ließ eigens in Saloniki rotieren, um in München eine fitte Mannschaft zu haben. Er opferte gar Marco Reus, um gesamttaktisch den Bayern Paroli zu bieten.

Er installierte die Raute, um das Mittelfeld zu erobern und stellte Henrikh Mikhitaryan sowie Aubameyang vorne rein, um mit beiden schnellen Spielen temporeiches Umschalten zu erzielen. Was hilft das aber alles, wenn der Gegner - dazu noch mit so einer Qualität - mit deutlicher höherer Schlagzahl spielt und man selbst nicht dagegen halten mag.

Thomas Tuchel wäre nicht Thomas Tuchel, wenn ihn dieses Spiel nicht noch eine ganze Weile beschäftigen würde. Ohne ein zweites Mal hinzugucken, wusste er am Sonntagabend, dass "es Tore waren, die zu verteidigen waren und nichts mit der Qualität zu tun haben".

Vielleicht wird er aber dann auch merken, dass es doch die Qualität ist, die Lewandowski, Müller und Co. ausmacht.

Und vielleicht wird er sich ein bisschen wie Jose Mourinho fühlen. Dieser hatte sich als Trainer von Real Madrid in seinem ersten Clasico viel vorgenommen - und dann mit 0:5 verloren. Gegen Peps Barcelona.

Bayern - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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