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Fussball

Aufschwung dringend gesucht

Von SPOX
Andre Schürrle hat beim VfL Wolfsburg noch nicht voll reingefunden
© getty

Andre Schürrle hat den VfL Wolfsburg einige Millionen Euro gekostet. Der Nationalspieler ist im Dress der Wölfe aber noch immer nicht ganz angekommen, auch im DFB-Team läuft es nicht reibungslos.

"Ich bin bereit", kündigte Schürrle Ende August an. Bereit für Schalke, bereit für die Startelf beim VfL Wolfsburg. Das ist zumindest der Anspruch des 32-Millionen-Einkaufs der Wölfe. Knapp zwei Wochen später war Schürrle bereit und er stand in der Startelf. Wirklich zufrieden dürfte er dennoch nicht sein.

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Nach 14 Minuten gegen S04 folgten nun 67 Minuten gegen den FC Ingolstadt. Ohne Erfolg, denn der Nationalspieler blieb blass. Nach überstandenen Oberschenkelproblemen hatte sich Schürrle eigentlich mehr erhofft in den letzten Wochen. Nicht nur in der Bundesliga, auch beim DFB-Team, wo er Marco Reus hätte ersetzen können, reichte es nur zu Kurzeinsätzen.

Dass er nun gegen Ingolstadt kein Feuerwerk abbrannte, mag angesichts der wenigen Spielpraxis nicht unerwartet gekommen sein, doch in Wolfsburg erhofft man sich mehr. Schürrle trägt eben den Stempel der 32 Millionen mit sich herum und wurde diesem bisher einfach noch nicht gerecht.

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14 Liga-Einsätze, ein Tor und drei Assists vermeldeten die Statistiken nach der letzten Saisonhälfte für den VfL. Das klingt halbwegs ordentlich. Für einen Spieler, der sich doch noch einspielen muss und bei seiner letzten Station nur als Joker zum Zuge kam.

Doch die Abnahme der Einsatzminuten in den letzten Partien der vergangenen Saison ließen schon durchblicken: Hecking hat auch Alternativen. Sieben Minuten gegen Paderborn (3:1), eine gegen Borussia Dortmund (2:1) - so ist Wolfsburg inzwischen: Wer nicht abliefert, sieht zu.

"Jetzt fehlt noch der letzte Kick auf dem Platz", sagte Schürrle noch gegenüber DFB.tv vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bielefeld, gefunden hat er ihn aber immer noch nicht. Es fehlt irgendwie an dieser Explosivität, dem starken Antritt und dem Zug zum Tor, der ihn von Mainz über Leverkusen nach London brachte.

Kein erfolgreiches Dribbling

Sechsmal versuchte sich Schürrle gegen den FCI an einem Dribbling, sechsmal verlor er den Ball. Nicht ein einziges Mal kam er im Strafraum gefährlich zum Abschluss, in der Rückwärtsbewegung griff er gleich fünfmal zum Foul. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass der 24-Jährige nicht ganz fit ist, aber er selbst sagt: "Ich fühle mich gut."

Gegenüber Joachim Löw beschrieb er sich als "voll belastbar und einsatzbereit", dennoch sah ihn der Bundestrainer gegen Polen und Schottland in 176 von möglichen 180 Minuten lieber auf der Bank. Sicher eine harte Entscheidung für Löw, weiß er doch um die Qualitäten seines Mannes, sicher aber auch eine harte Zeit für Schürrle selbst.

Wolfsburg hat einerseits signalisiert, dass man sich sicher ist, die Abgänge von Kevin De Bruyne und Ivan Perisic auffangen zu können und damit Schürrle Rückendeckung zukommen lassen. Andererseits signalisiert die Kaderzusammenstellung auch: Wir hätten etwas in der Rückhand. Nur für den Notfall.

Alternativen sind da - vierlerseits

Auch wenn dieser natürlich nach Möglichkeit ausbleiben sollte. Die Möglichkeiten sind da, um Schürrle zu ersetzen beziehungsweise auf jede Schwächeperiode eines Spielers reagieren zu können. Neuzugang Julian Draxler ist enorm flexibel einsetzbar, auch Max Kruse kann mehr als nur die bewegliche Spitze.

Vielleicht ist es auch an der Zeit für Schürrle selbst, etwas flexibler zu werden und neue Möglichkeiten für sich selbst zu eröffnen. Es ist ein wenig wie bei Arjen Robben: Jeder kennt seine Bewegungsabläufe und Ideen und kann sie doch aufgrund der unglaublichen Präzision und Explosivität nicht verhindern.

Mehr aus den Möglichkeiten machen

Sollte Schürrle diese erst mit zunehmender Dauer der Saison wiederfinden, wäre es in der umkämpften offensiven Dreierreihe von Vorteil, mehr Rollen spielen zu können als nur den Linksaußen. Vom DFB-Team gar nicht zu reden. Das Potenzial dazu hat Schürrle definitiv, das hat er oft genug unter Beweis gestellt. Es gilt eben nur, die Möglichkeiten bestmöglich auszuschöpfen.

Das bekommt der Weltmeister im Moment nicht auf die Kette. Ob es an der mangelnden Fitness liegt, der mangelnden Spielpraxis oder der mangelnden Flexibilität - Schürrle muss sich steigern, denn sonst wird der Platz in seinen Mannschaft schnell eng.

In der Vorbereitung gegen den FC Zürich stellte er sein Können als hängende Spitze eindrucksvoll unter Beweis. Möglich ist also einiges. Es wird an Hecking sein, ihm diese Chancen zu geben und es wird an Schürrle sein, jene zu nutzen. Die gegen Ingolstadt ließ er jedenfalls verstreichen.

Andre Schürrle im Steckbrief

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