wird geladen
Fussball

Werder mit Last-Minute-Sieg

Anthony Ujah (r.) im Duell mit Jin-Su Kim. Werder und Hoffenheim lieferten sich einen harten Kampf
© Getty

Am 4. Spieltag der Bundesliga verlor 1899 Hoffenheim gegen Werder Bremen mit 1:3 (0:1) und wartet weiter auf den ersten Sieg. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit dank Claudio Pizarro.

Vor 30.000 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim erzielte Zlatko Junuzovic kurz vor der Pause die Führung für Werder Bremen (45.).

Kurz nach dem Seitenwechsel erzielte der in der Halbzeit eingewechselte Eduardo Vargas mit seinem ersten Ballkontakt den Ausgleich für die Gastgeber (49.). In der Nachspielzeit sorgten Anthony Ujah (90.+1) und wieder Junuzovic (90.+2) letztlich doch noch für den Werder-Sieg.

Damit wartet Hoffenheim noch immer auf den ersten Sieg in der neuen Saison. Bremen fährt den zweiten Dreier in Folge ein.

Die Reaktionen:

Viktor Skripnik (Bremen): "Vor dem Spiel haben wir gesagt, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Aus diesem Grund wollten wir nach vorne spielen. Es war schwierig, jeder hat gesehen, wie stark Hoffenheim ist. Unsere Jungs haben das klasse gemacht."

Claudio Pizarro (Bremen): "So können wir viele Sachen erreichen und uns vielleicht für die Europa League qualifizieren. Wir müssen so kämpfen wie heute, und vielleicht erreichen wir etwas Großes."

...über Sturmpartner Ujah: "Ich wusste das schon, als wir das Foto gemacht haben, war er sehr aufgeregt. Jetzt kann ich auch von ihm lernen, wir hoffen, dass wir viele Tore zusammen schießen können und etwas Großes für Werder erreichen können. Das ist auch Pizza Toni (mit Ailton Anm. d. Red.) wie früher. Wir werden sehen, wie es weiterhin läuft."

Markus Gisdol (Hoffenheim): "Wir haben eine erste Halbzeit gespielt, die wir so nicht stehenlassen können. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft eine gute Reaktion gezeigt, wir waren deutlich näher am 2:1. Und dann musst du diesen Schock erst einmal verarbeiten, dass du in der Nachspielzeit wieder in Rückstand gerätst."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gisdol schickt exakt die gleiche Elf aufs Feld wie beim 0:0 gegen Darmstadt vor zwei Wochen. Uth, Volland, Kuranyi und Zuber bilden die Offensive.

Auf Seiten der Gäste nimmt Skripnik eine Änderung im Vergleich zum 2:1-Sieg über Gladbach vor. Kroos ersetzt den Verletzten Bargfrede. Neuzugang Pizarro bleibt zunächst draußen, Johansson und Ujah bilden das Sturmduo.

7.: Freistoß Werder, 30 Meter halbrechts vor dem Kasten. Junuzovic bringt sie auf den zweiten Pfosten, Johansson kann unbedrängt köpfen, setzt den Ball aber aus sieben Metern knapp links neben das Tor.

20.: Nach einer Junuzovic-Ecke von links verlängert Vestergaard den Ball am kurzen Fünfereck per Kopf auf Lukimya, der aus kurzer Distanz über das Tor köpft.

45., 0:1, Junuzovic: Gebre Selassi bringt eine schwache Flanke von rechts, Schär will sie mit der Hacke klären, tritt aber am Ball vorbei. Von Ujah prallt der Ball dann vor die Füße von Junuzovic, der aus zwölf Metern trocken flach ins rechte Eck abschließt.

49., 1:1, Vargas: Klasse Ball von Volland in die Schnittstelle der Bremer Abwehr auf Vargas, der mit seiner zweiten Ballaktion zum Ausgleich trifft. Erstes Bundesligator für den chilenischen Neuzugang.

55.: Schär schießt nach einem Abpraller von Junuzovic aus 18 Metern mit dem rechten Außenrist. Wiedwald fliegt ins bedrohte rechte Eck und lenkt den Ball um den Pfosten.

58.: Wiedwald muss wieder sein Können zeigen, als Volland von rechts im Strafraum aus der Drehung aus zehn Metern abzieht. Der Keeper faustet den Ball.

82.: Pizarro gibt sein Comeback für Werder. Für den Peruaner geht Ulisses Garcia vom Platz.

85.: Bartels hat auf rechts viel Platz, bringt den Ball ins Strafraumzentrum. Dort klärt an der Fünferlinie Schär im letzten Moment vor dem einschussbereiten Pizarro.

90.+1, 1:2, Ujah: Wahnsinn! Pizarro bekommt einen weiten Ball, wuselt wich irgendwie durch und setzt Ujah perfekt in Szene, der im Fallen trifft.

90.+2, 1:3, Junuzovic: Nun kommt's knüppeldick. Junuzovic kommt über links in den Strafraum und schließt ins kurze Eck ab, Baumann sieht da schlecht aus.

Fazit: Werder dominierte die ersten Hälfte, Hoffenheim war nach der Pause besser. Die Einwechslung von Pizarro drehte das Spiel, das 3:1 war Bonus.

Der Star des Spiels: Zlatko Junuzovic. Schlug gewohnt gefährliche Standards, war aber auch sonst ein absoluter Aktivposten in Bremens Offensive. War zudem doppelt erfolgreich.

Die Fußballwelt im Netz auf einen Blick - Jetzt auf LigaInsider checken!

Der Flop des Spiels: Kevin Kuranyi. Die wenigsten Ballaktionen auf dem Feld, die wenigsten Pässe der Hoffenheimer. Machte die Bälle in der Offensive nicht fest und strahlte keinerlei Torgefahr aus. Abermals ein schwacher Auftritt des Ex-Nationalspielers.

Der Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees. Absolut fehlerfreie Partie des Unparteiischen. Beide Teams agierten aber auch auffällig fair.

Das fiel auf:

  • Werder, das gewohnt im 4-1-2-1-2 antrat, war im ersten Durchgang von der Spielanlage das reifere Team, Junuzovic agierte auf der Zehn als Ideen- und Passgeber, Kroos gab den Quarterback auf der Sechs. Allerdings war man anfangs nur nach Standards gefährlich.
  • Hoffenheim fehlte jegliche Idee im Spiel nach vorne, weil Schwegler und Polanski aus dem Zentrum keine Kreativität ausstrahlten. Im Sturm hingen Kuranyi und Volland völlig in der Luft, Uth und Zuber agierten bei Ballbesitz teilweise auf einer Höhe, keiner ließ sich fallen oder ging in die Tiefe. Das Hoffenheimer Spiel war zu statisch.
  • Durch die Wechsel in der zweiten Hälfte änderte sich das Bild. Mit Schmid und Vargas kam viel mehr Tempo in das Hoffenheimer Spiel, dass dadurch unberechenbarer wurde. Mal agierten Uth und Volland im Sturmzentrum, mal rückte Vargas auf die Neun. Dadurch kam 1899 besser rein.
  • Werder schaffte es nicht, im zweiten Durchgang für Entlastung zu sorgen, weil das Passspiel zu unsauber war und die Offensive nicht in der Lage war, die Bälle festzumachen. Dadurch geriet die Skripnik-Elf unter Druck.
  • Skripnik wechselte mutig, brachte Pizarro für Ulisses Garcia. Mit der Einwechslung von Pizarro kam noch einmal mehr Rafinesse ins Spiel. Der Peruaner bewies seine Schlitzohrigkeit beim 2:1 und deutete an, wie wichtig er für Werder in der Saison werden kann.

Hoffenheim - Bremen: Die Statistik zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung