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VfB Stuttgart: Thomas Berthold und Helmut Roleder im Interview

"Dutt sagt: 'Was ich mache, ist richtig'"

Samstag, 14.05.2016 | 20:32 Uhr
Helmut Roleder (l.) holte mit dem VfB 1984 die Meisterschaft, Thomas Berthold 1997 den DFB Pokal
© getty
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Thomas Berthold und Helmut Roleder kämpften mit Stuttgart einst um Titel. Nach Jahren des Abstiegskampfs gibt es in der kommenden Saison wieder mal einen Titelkampf für den VfB. Nach der Pleite in Wolfsburg dann aber in der 2. Liga. Zwei Vereinslegenden erklären den Niedergang des schwäbischen Traditionsvereins - und rechnen mit den aktuellen Verantwortungsträgern ab.

SPOX: Der VfB Stuttgart muss den Gang in die 2. Liga antreten. Wie konnte es soweit kommen?

Thomas Berthold: Wenn man im Sportleben auf struktureller und personeller Ebene permanent die falschen Entscheidungen trifft, dann verliert man stetig an Substanz und das merkt man dann eben irgendwann auf dem Platz und in Folge dessen an der Tabelle.

Helmut Roleder: Der Verein hat über Jahre problematische Entscheidungen getroffen. Man hat kontinuierlich darauf hingearbeitet, dass der Verein irgendwann absteigt.

SPOX: Sie wollten vor knapp fünf Jahren VfB-Präsident werden, letztlich wurde Ihnen Gerd Mäuser vorgezogen.

Roleder: Die damalige Entscheidung Herrn Mäuser einzusetzen war sicherlich eine sehr, sehr unglückliche. Man hat den Stuttgarter Weg propagiert, aber keiner wusste, wie der aussehen soll.

SPOX: Welche Fehler hat Mäuser gemacht?

Roleder: Er hat immer gesagt, dass der VfB nicht das Geld hat, um wirklich gute Spieler zu kaufen. Aber wenn man Spielern sagt, sie sind billige Spieler, dann spielen die auch entsprechend. Herr Mäuser hat den Ehrgeiz vermissen lassen, den Verein nach vorne zu bringen.

SPOX: Mittlerweile ist Bernd Wahler im Amt.

Roleder: Herr Wahler hat bei seinem Präsidenten-Antritt vor drei Jahren gesagt, der VfB Stuttgart spielt in fünf Jahren Champions League. Das heißt, er hat jetzt noch zwei Jahre Zeit, um den Wiederaufstieg und die Königsklassen-Qualifikation zu bewerkstelligen. Das wird glaube ich ein bisschen eng.

SPOX: Wie haben Sie den Abwärtstrend der vergangenen Jahre verfolgt?

Berthold: Die Alarmglocken haben bei mir schon in den vergangenen beiden Spielzeiten des Öfteren geschrillt. Da hat es der VfB jeweils gerade noch geschafft, kurz vor der Ziellinie die Liga zu halten. Wenn ich solche Jahre hinter mir habe, dann sollte es erst einmal eine seriöse Aufarbeitung geben. Die hat in meinen Augen nach den vergangenen beiden Spielzeiten jedoch nicht stattgefunden.

SPOX: Wo liegen die Ursachen für die aktuelle Misere?

Berthold: Wenn man eine Mannschaft zusammenstellt, sollte man darauf achten, dass sowohl die Mentalität, als auch die Qualität stimmt. Das hat man in Stuttgart scheinbar sehr falsch eingeschätzt. Als es in der Anfangsphase der Rückrunde ganz gut lief, präsentierte sich die Mannschaft nach dem Motto: "Wir sind ja schon durch." Zu dieser Einstellung hat natürlich auch der Trainer seinen Teil beigetragen. Ich hatte den Eindruck, der ganze Verein befinde sich schon etwas im Urlaubs-Modus.

Roleder: Die Mannschaft war in einem Wohlfühl-Modus. Außerdem gab es den einen oder anderen Spieler, der sich da schon nach einem neuen Verein umgeschaut hat und persönlich profilieren wollte. Der Egoismus ist bei einigen stark ausgeprägt und sowas stört dann das Mannschaftsgefüge.

SPOX: Jürgen Kramnys Vertrag wurde überraschend frühzeitig bis 2017 verlängert. Zu frühzeitig?

Berthold: Das ist beim VfB ja generell eine große Problematik. Da sollte man sich mal fragen, warum ein Robin Dutt einen Vierjahresvertrag und ein Alexander Zorniger einen Dreijahresvertrag bekommt. Bei Trainern, die wie Zorniger aus der zweiten Liga oder wie Kramny aus der zweiten Mannschaft kommen, sollten Einjahresverträge mit der Option auf eine weitere Saison gemacht werden - aber keine dermaßen langfristigen Kontrakte. Sobald sie entlassen werden, muss der Verein einen gewaltigen Kostenfaktor ohne Nutzen stemmen.

Roleder: Ich verstehe das auch überhaupt nicht. Dutt darf man als Novizen auf diesem Posten keinen so langfristigen Vertrag geben; er müsste sich zuerst beweisen. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Dutt ursprünglich sogar einen Fünfjahresvertrag haben wollte, Herr Wahler hat das dann Gott sei Dank noch um ein Jahr heruntergehandelt. Wenn man jemandem einen langfristigen Vertrag gibt, muss klar sein, dass derjenige auch die entsprechenden Fähigkeiten mitbringt.

SPOX: Fehlen Dutt diese Fähigkeiten?

Berthold: Robin Dutt hat gesagt, er lässt sich an dieser Saison messen. Jetzt steht der Abstieg fest - was soll ich dazu noch sagen?

Roleder: Dutt ist für mich viel zu unkritisch sich selbst gegenüber. Es gibt immer positive Aspekte, die man noch verwerten kann, damit er ja nicht selbst in die Kritik gerät. Er sollte die ganzen negativen Aspekte, die es im Verein gibt, mal mit seiner eigenen Person in Verbindung bringen und sich selbst hinterfragen. Dutt ist in einer Komfortzone, hat einen langfristigen Vertrag und sagt generell: "Was ich mache ist richtig."

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