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Bundesliga - 32. Spieltag

"Uns fehlt die Leichtigkeit"

Samstag, 30.04.2016 | 21:56 Uhr
Thomas Müller erzielte gegen Borussia Mönchengladbach sein 20. Saisontor für den FC Bayern München
© Getty
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In Madrid nicht in der Startelf, gegen Mönchengladbach mit dem einzigen Tor für den FC Bayern München - Thomas Müller hat eine bewegte Woche hinter sich. Im Interview spricht er das Grundproblem der Münchner an und blickt voraus auf das wichtigste Bayern-Spiel des Jahres.

Frage: Thomas Müller, der FC Bayern hat den ersten Matchball vergeben. Sind Sie enttäuscht?

Müller: Wir haben noch zwei Matchbälle, aber die Enttäuschung ist schon da, weil wir 1:0 geführt haben. Wir haben viel investiert und es war ein intensives Spiel von beiden Mannschaften. Ganz zufrieden ist man nicht, weil wir mit einem Sieg hätten Meister werden können.

Frage: Wer hat denn nun das 1:0 geschossen?

Müller: Ich, oder?

Frage: Sieht so aus.

Müller: Na also, sag ich doch. Aber ich gebe das Tor gerne Serdar, er hat noch nicht so viele. Ist aber auch nicht so wichtig, wer das Tor macht. Es wäre schöner gewesen, wenn es zum Sieg gereicht hätte und wir heute schon Meister geworden wären. Aber es hat nicht gereicht.

Frage: Warum nicht?

Müller: Wir haben in der ersten Halbzeit gute Konterchancen liegen lassen, weil wir die Konter nicht zu Ende gespielt haben. Uns fehlt in den letzten Wochen die Leichtigkeit. Das ist jetzt auch kein Geheimnis, das sieht man uns an. Wir stehen zwar als Mannschaft gut zusammen, aber es geht nicht mehr so locker von der Hand. Wir schaffen es nicht mehr, so viele Tore zu erzielen.

Frage: Warum ist das so? Hat das mit Druck zu tun?

Müller: Den Druck haben wir immer.

Frage: Aber der Druck ist in der Hinrunde ein anderer. Jetzt werden die Wettbewerbe entschieden, es geht um Halbfinals und Finals.

Müller: Wenn man weiß, dass man aus drei Spielen noch einen Sieg braucht, ist der Druck nicht so groß. Da hatte ich schon mehr Druck. Wir wollen auch nicht lieber auswärts Meister werden, auch wenn die Statistik der letzten Jahre was anderes aussagt. Man hat schon gemerkt, dass wir das Spiel gewinnen wollten.

Frage: Hat das Ergebnis psychologische Auswirkungen auf das Rückspiel gegen Atletico?

Müller: Nein. Aber wir suchen noch nach der Zutat, die uns wieder zu dieser Leichtigkeit verhilft. Man kann auch Spiele ohne Leichtigkeit gewinnen, das haben wir in den letzten Wochen sehr oft getan. Aber für Dienstag wäre es nicht schlecht, wenn wir die Leichtigkeit zurückbekommen würden. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe, aber wir sind der FC Bayern und haben ein Heimspiel in der Champions League. Da sieht die Statistik ganz ordentlich aus.

Frage: Was verstehen Sie unter Leichtigkeit? Was fehlt?

Müller: Leichtigkeit ist das, was man sich nicht erklären kann. Wenn man 5:0 gewinnt, ist sie da, wenn man nicht 5:0 gewinnt, fehlt sie. Wir haben in den letzten Spielen des Öfteren das frühe 1:0 erzielt, gegen Benfica oder auch heute. Das sollte der Mannschaft normalerweise helfen, die Dinge müssten dann einfacher funktionieren. Aber sie tun es nicht.

Frage: Lag das gegen Gladbach auch an der großen Rotation? Es standen acht neue Spieler in der Startelf.

Müller: Wenn man im Nachhinein Gründe für das Ergebnis sucht, kann man das sicher als einen von den 40 Gründen, die man finden wird, anfügen. Wenn wir 1:0 gewonnen hätten, wäre alles überragend gewesen. So ist das im Fußball. Aber es lag nicht an der Rotation.

Frage: Aber was ist denn besser: Kräfte zu schonen oder im Rhythmus zu bleiben?

Müller: Wenn ein Trainer viel rotiert, bringt das immer Diskussionen mit sich. Man kann beides als Argument gelten lassen. Und hinterher ist man eh immer schlauer.

Frage: Sind Sie überrascht, wie groß der Aufschrei bei Medien und Fans ist, wenn sie in so großen Spielen wie in Madrid nicht in der Startelf stehen?

Müller: Ich habe eine besondere Beziehung zum Verein und bin auch kein Hasenfuß, der sich in großen Spielen versteckt. Aber wir brauchen diese Diskussion nicht weiterführen, sondern müssen auf Dienstag schauen. Es geht drum, dass wir als Mannschaft, als Verein, gemeinsam mit unseren Fans die Kräfte bündeln, um ins Finale zu kommen. Dann könnt Ihr auch noch eine Woche länger schreiben und habt noch eine schönen Auftritt in Mailand. Vielleicht könnt Ihr uns ja auch ein bisschen helfen.

Frage: Spüren Sie hinsichtlich Dienstag schon eine besondere Anspannung?

Müller: Nein, ich gehe da ganz entspannt ran. Wir müssen als Mannschaft ein richtiges Feuerwerk abbrennen. Die Personen sind nicht so entscheidend. Aber ich bin natürlich heiß darauf, dass wir das Weiterkommen noch schaffen. Ich werde alles geben.

Bayern - Gladbach: Daten zum Spiel

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