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"Vielleicht hätten sie mit Stars verloren"

Montag, 11.04.2016 | 10:00 Uhr
Für den scheidenden Horst Heldt war es das letzte Revierderby als Manager von Schalke 04
© getty
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Der FC Schalke 04 hat nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Ingolstadt eine Reaktion im Revierderby gezeigt und Borussia Dortmund einen Punkt abgeluchst. Im Anschluss an die Partie beantwortete S04-Manager Horst Heldt die Fragen der Journalisten. Heldt nach seinem letzten Derby auf Schalke über die Emotionalität von Coach Andre Breitenreiter, Dortmunds B-Elf und einen weiteren Elfmeter für die Knappen.

Frage: Herr Heldt, 2:2 im Derby gegen den BVB. Wie bewerten Sie die Partie?

Horst Heldt: Ich glaube, am Ende ist das ein gerechtes Ergebnis. Die erste Halbzeit war von beiden Mannschaften ein bisschen verhalten, da hätte Dortmund selbstverständlich aber auch in Führung gehen können. Es gab wenige Chancen auf beiden Seiten. Im zweiten Abschnitt kam Derby-Stimmung auf und es ging rasant zu. Wir sind zwei Mal zurück gekommen, das ist uns nach Rückständen auch noch nicht so oft gelungen. Zum Schluss hatten wir durch Max Meyer die letzte Gelegenheit, das wäre aber vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. Die Mannschaft hat nach dem enttäuschenden Auftritt in Ingolstadt alles gegeben. Sie hat sich gewehrt und gefightet. Wir können mit dem Unentschieden leben, ich bin zufrieden.

Frage: Vor der Partie haben die Schalker Fans ein großes Banner ausgepackt und an die Mannschaft appelliert, leidenschaftlich zu Werke zu gehen. Das ist für Sie also umgesetzt worden?

Heldt: Ja, denn sonst hätten auch die Fans die Mannschaft nach dem Spiel nicht mit Applaus verabschiedet. Das ist auch der Maßstab. Die Fans haben das berechtigterweise eingefordert und die Mannschaft hat geliefert.

Frage: Auch Andre Breitenreiter hat vor der Partie an sein Team appelliert, nachdem es am letzten Spieltag eine bittere 0:3-Pleite gegen Ingolstadt hagelte. Wie haben Sie ihn erlebt?

Heldt: Er hat im Vorfeld und auch während des Spiels genau die richtigen Maßnahmen ergriffen. Er war sehr emotional, da für uns alle viel auf dem Spiel stand. Das hat auch ein Stück weit angesteckt, die Mannschaft war hellwach. Natürlich gab es trotzdem ein paar Unterschiede, Dortmund war beispielsweise reifer in der Spielanlage. Wir haben aber alles in die Waagschale geworfen. Man möchte ein Derby nicht verlieren.

Frage: In der erste Halbzeit kam spielerisch von Schalke nur wenig. Haben Sie sich da mehr erwartet?

Heldt: Wir haben etwas verändert agiert, da muss man sich auch erst einmal finden. Auch das Adrenalin spielt in einer solchen Partie dann eine Rolle. Die Dortmunder haben uns zudem gut zugestellt. Wir mussten über den Kampf zum Erfolg kommen und das hat die Mannschaft letztlich getan. Nach einem solchen Auftritt wie in Ingolstadt, wo vieles in Frage gestellt wird und die Köpfe hängen, kann ich nicht alles verlangen.

Frage: Dortmund dagegen hat viele Spieler geschont und ist mit einer Art B-Elf angetreten. Was sagen Sie dazu?

Heldt: Vielleicht hätten sie mit ihren Stars verloren, das kann ja sein. Da kann mir keiner das Gegenteil beweisen. Das wird aber auch den Dortmunder Spielern nicht gerecht. Ich glaube, die Mannschaft, die beim BVB auf dem Platz stand, würde auch um die Champions-League-Plätze mitspielen. Ich war froh darüber, dass der eine oder andere Spieler zunächst draußen saß. Trotzdem sind ja nicht nur Aubameyang, Reus und Mkhitaryan für ihren Erfolg zuständig, sondern die gesamte Mannschaft. Viele Teams würden sich über eine solch vermeintliche B-Elf freuen.

Frage: Klaas-Jan Huntelaar saß im letzten Heimspiel gegen Gladbach 90 Minuten auf der Bank, gegen den FCI saß er 74 Minuten draußen. Wie beurteilen Sie seine Leistung gegen den BVB?

Heldt: Er hat es vorne drin nicht leicht gehabt, aber er ist marschiert. Beim Elfmeter hat er Verantwortung übernommen und ihn souverän verwandelt. Das war nicht einfach und hat mich für ihn gefreut.

Frage: Kurz nach dem Elfmetertor von Huntelaar gab es erneut eine strittige Szene zwischen Sokratis und ihm im Dortmunder Strafraum. Hätte man da noch einmal auf den Punkt zeigen müssen?

Heldt: Ich möchte das nicht groß aufhängen, aber diese Szene war für mich auch strafstoßwürdig. Letzte Woche haben wir in Ingolstadt einen solchen Elfmeter gegen uns bekommen und da war für jeden Außenstehenden offenbar klar, dass es ein Strafstoß war. Dann frage ich mich, warum das nun nicht diskutiert wird. Vielleicht war es zu kurz nach dem eigentlichen Elfmeter. Was ich aber nicht verstehe: Wenn man eine Karte gibt, wieso eine Gelbe? Dann soll er gar keine geben, denn Huntelaar kann frei einschießen. Das sind solche Kleinigkeiten, die auch einmal ein Spiel verändern können.

Frage: Die Schalker Konkurrenten aus Berlin, Mönchengladbach und Mainz haben am 29. Spieltag auch nicht gewonnen, in der Tabelle bleibt weiterhin alles möglich.

Heldt: Genau. Auf die Hertha haben wir nichts gewonnen, auf Gladbach aber schon. Es bleibt spannend und interessant, da vieles nicht berechenbar ist. Man hätte nicht unbedingt damit gerechnet, dass Hannover einen Punkt in Berlin holt. Mit dem Spiel gegen die Bayern steht für uns die nächste Aufgabe an. Vielleicht rechnet auch niemand damit, dass wir dort etwas holen.

Schalke - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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